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100% Stenose der Art.carotis int. rechts.. Frage d...

Dr. ...
Bewertung:


100% Stenose der Art.carotis int. rechts.. Frage der OP-indikation

70 jähriger, beschwerdefreier, gut belastbarere Patient mit einer
allgem. Gefäßsklerose.
1. KHK mit Z.n. Infarkt (Hinterwand 1973)
und 2 x ACVP-Op ( 1990 und 1997)
Kardial gut und beschwerdefrei belastbar.
2. PAVK Typ IIa , Tennisspielen ohne Probleme
3. Angiographisch gesichert
- 100% Verschluß der Art. Carotis interna rechts (Gefäßabbruch)

- geringe, ca 13 cm lange, exzentrische, geringe Einengung der
Art. Carotis comm. rechts, direkt proximal der Bifurkation
(nicht hämodynamisch wirksame Stenose)
- Art. carotis externa rechts unauffällig

- Art. carotis comm, externa und interna links normal kalibriert
ohne Gefäßeinengungen.

- regelrechter Verlauf der Art. verteb.rechts mit geringer
kurzstreckiger Einengung am Abgang
kurzstreckige Abgangsstenose)
- Art. vertebralis links fehlt vollständig
(Verschluss?/Aplasie)

-Bisher kein cerebrales ischämischer Ereignis
-MRT Gehirn (mit KM) ohne Herdbefund.
(Zeichen der Mikroangiopathie)

Th.bisher: ASS,CSE-Hemmer.antihypertensive Behandlung

Welche Bbehandlungsoption ergibt sich aus o.g. Befunden.
Ist ein gefäßchirurgischer Eingriff rechte Ccarotis indiziert?

Vielen Dank für die Beratung

Diskussion

7 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 134 Ärzte verfolgen diese Diskussion
3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Sehr geehrter Herr Schmidt,

sofern tatsächlich ein kompletter Verschluss der ACI re. vorliegt (keine subtotale Stenose), ist kein gefäßchirurgischer Eingriff indiziert, Bei gleichzeitig fehlendem Nachweis einer zerebralen Ischämie im MRT ist der Verschluss offenbar gut kompensiert. So bleibt nur die möglichst optimale Behandlung der Risikofaktoren + regelmäßige Duplexkontrollen.

Mit besten Grüßen

Gerhard Mehltretter

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Bin der gleichen Meinung - eine optimale Kontrolle der Risikofaktoren und ASS ist alles, was getan werden kann.

Andreas Wenner, Moosburg

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...(1)
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Anhand der beschriebenen Morphologie ergibt sich bei einem asymptomatischen Patienten keine Indikation zu irgendeiner Intervention. Zumal es auch keinen cerebralen Herdbefund gibt. Übrigens: ich nehme mal an, das die beschriebene Abgangsstenose der a. car. comm. rechts 13 mm und nicht 13 cm lang ist.
Was bleibt: "best medical treatment". Ob Clopidogrel als Thrombozytenaggregationshemmer hier indiziert ist, ist nach meiner Auffassung fraglich. Bleibt eben ASS 100 mg/Tag übrig.
Ganz früher gab es für symptomatische Patienten mit dieser Verschlusssituation noch als Methode den sog. EIAB (extra-intracranial arterial bypass). Diese Methode ist schon seit bald 20 Jahren obsolet, nachdem eine randomisierte Studie keinen Vorteil gezeigt hatte.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Wie schon in den vorausgegangenen Kommentaren erwähnt gibt es keine Evidenz für die operative Behandlung eines kompletten asymptomatischen a. carotis interna-Verschluss. Auch ein minimaler Restflow, der in einer farbduplex-sonographie eventuell noch nachgewiesen werden könnte und einer über 99 %igen Stenose entsprechen würde, würde für den Patienten keine Verbesserung bieten.
Unklar ist die Ätiologie der Erkrankung: ist das Cholesterin der einzige ätiologische Faktor, wie sieht es aus mit Diabetes, Hyperfibrinogenämie, Hyperhomozysteinämie, LP(a), ist eine Vasculitis ausgeschlossen (sehr unwahrscheinlich). Handelt es sich um eine gezielte Diagnostik oder ist es im Rahmen der Pan-Angiographie sozusagen en passent festgestellt worden?

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Spezialisierte neurosonolog. Labors können die sog. Reservekapazität der zerebralen Arterien (Transkranieller Duplex oder Doppler mit Stimulus durch CO2 oder Diamox) messen und so das Risiko für eine Hypoperfusion bei kombinierten Stenosen der zuführenden Arterien abschätzen, ggf. zusätzlich HMPAO - SPECT. EIAB ist nicht obsolet, sondern wird hochselektiv ausgeführt.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie, Gefäßchirurgie, Plastische-, Hand- und Verbrennungschirurgie

Lieber Kollege!
Ein altes Sprichwort in der Carotis-Chirurgie: "Zu bleibt Zu" - weiteres Vorgehen nur DUPLEX-Kontrolle und Kontrolle der Risikofaktoren. Med.: Aggregationshemmer, ob eine Live-Styl_-Änderung in diesem Alter noch zilführend sein kann, muß eigentlich der Patient entscheiden.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

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Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt), Gefäßchirurgie,

Dem Beitrag wurde folgendes Schlagwort zugeordnet:
carotisstenose

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letzte Änderung: 12.7.2010 22:03