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Unklare Schwindelsymptomatik

Dr. ...


Unklare Schwindelsymptomatik

Ich habe einen Bekannten, also nicht mein Patient, aber man wird ja als Arzt gerne mal gefragt - auch privat.

Anamnese: 70j, biolog. Aortenklappenersatz vor 5 Jahren, HLP, art. Hypertonus, BPH - keine malignen Erkrankungen.

In letzter Zeit gehäuft Hörstürze (über die letzen 3 Jahre ca 4x), einseitig auch mit einer dezenten Hörminderung. Intermittierend Tinnitus.
Nun neu und gehäuft auftretend : Schwindel und Übelkeit ohne Erbrechen. Jetzt teilw. so schlimm, dass er nicht mehr Autofahren kann.
Die Symptome sind diesmal nicht sofort, aber sekundär auch wieder mit einer Hörbeeinträchtigung einhergegangen. Er erhält Infusionen.
Keine dtl Besserung. In der Praxis neulich wieder ein Schwindelanfall.

Was würden Sie ihm empfehlen:
Neurolog. Abklärung, Schädel CT/ MRT.
Wie sind die sekundär präventiven Maßnahmen nach Hörsturz?

Ich freue mich über Beiträge und Tipps
MfG

Diskussion

14 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 319 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Liebe Kollegin,
eine strukturierte Anamnese klärt oft das meiste, zum Einstieg:
http://www.medizin-forum.de/phpbb/kb.php
MfG

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Lieber Kollege,
der Link ist sehr übersichtlich und hilfreich, vielen Dank dafür.
MfG

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Ich hätte am ehesten an Mb. Meniere gedacht.

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

An den Morbus Meniere habe ich ebenfalls gedacht.Ich bin gespannt, ob der Neurologe dahingehend etwas herausfindet.Es war jedoch meiner Meinung nach nıcht 'anfallsartig' genug. So muesste es doch beım Meniere sein , oder?
Mfg

Dr. ...Dr. ...
Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen

Zur neurologischen Abklärung gehört auf jeden Fall eine HNO-ärztliche Abklärung. Die Symptome könnten einmal für einen M. Meniére sprechen, tritt in so hohem Alter eher seltener zum ersten Mal auf. Abzuklären ist auf jeden Fall eine Funktionsstörung der Otolithen-Organe also Sacculus und Utrikulus, die im Alter wesentlich häufiger von Störungen betroffen sind und die o.g. Symptome verursachen können.

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Na ja, M. Miniere mit Hörminderung und Intermittierendem Tinnitus, klingt nicht überzeugend.
Geradev bei diesn Konstilationen werde ich an HWS-Syndrom eher denken mit ggf. peripheren DB-Störung als Begleiterkrankung.

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

ich würde bei Schwindel (fast) nie an ein WS-Syndrom denken

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Auch bei 7o-jährigen ist ggf an eine psychosomatische Komponente zu denken!

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Her Kollege Sievers!

Ich fürchte dann, dass Sie bei ca. 60-70% von den Schwindelpatienten an falsche Diagnose denken.

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Lieber Herr Kollege Schorr,

danke für Ihre Besorgnis. Ihre Befürchtung kann sich aber in Grenzen halten bzw. auf sich selber richten, wenn Sie sich dem Leitsymptom Schwindel evidenzbasiert nähern. Hier ist folgender Link hilfreich:
http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/030 ... 6.htm

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Lieber Herr Kollege Sievers!

Das habe ich da gelesen:
"Beim Menschen ruft eine einseitige Anästhesie des tiefen posterolateralen Nackenbereichs (z. B. C2-Blockaden bei zervikogenem Kopfschmerz) eine vorübergehende Ataxie mit ipsiversiver Gangabweichung und Vorbeizeigen ohne Spontannystagmus hervor (Dieterich et al. 1993). Es ist schwierig, diese Befunde auf den Patienten mit Nacken-Hinterkopf-Schmerz, Schwankschwindel und Gangunsicherheit zu übertragen, weil die Diagnose derzeit nicht gesichert werden kann. Entsprechend vorsichtig müssen optimistische und nach der vorliegenden Literatur unkontrollierbare Berichte über die Häufigkeit des zervikogenen Schwindels und die phantastischen Erfolge durch chiropraktische Manualtherapie bewertet werden.

Die meist kontrovers geführte Debatte über Realität und Fiktion eines zervikogenen Schwindels ist ein "Glaubenskrieg" ohne die entsprechende praktische Bedeutung.

Was wiederspricht hier dem von mir Gesagten? Selbstverständlich für die, die Manuelle Therapie nicht beherrschen, ist es ohne praktische Bedeutung. Für die andere aber sehr effektive Behandlungsmethode beim Schwindel.

Für die genannten 60-70% kommt noch dazu:"Der somatoforme Schwindel macht einen großen Anteil der komplexen Schwindelsyndrome aus".

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie

Lieber Kollege,

lesen sie ganz.
Von 4790 Patienten einer Schwindelambulanz hatten maximal 12,3% zervikogenen Schwindel, der mit weiteren Möglichkeiten unter "anderem Schwindel" subsummiert wurde.

Dr. ...Dr. ...
Schmerztherapie

Lieber Kollege,
für wichtig halte ich, dass die Schwindelpatienten einem Trainingsprogramm - nach Hamann und Mentales Schwindeltraining - unterzogen werden; hiermit kann die Aufmerksamkeitslenkung und die Sicherheit bei den Alltagskörperbewegungen verbessert werden

Dr. ...Dr. ...
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Es handelt sich wahrscheinlich um einen M.Meniere.Wenn allerdings das Sprachaudiogramm schlechter ist als es das Tonaudiogramm erwarten liesse , die Vestibularisprüfung eine Unter-oder Unerregbarkeit zeigt und die BERA pathologisch ausfällt, dann ist nach einer retrocochleären Ursache zu suchen z.B.Vestibularisschwannom, auch wenn das MRT zunächst unauffällig ist.Auch sollte man farbdopplersonographisch eine gleichseitige Carotisstenose ausschliessen.

Dr. ...Dr. ...
Geriatrie

Was halten Sie von einem paroxysmalen Lagerungsschwindel oder einer Neuritis vestibularis? Vor allem im ersten Fall könnte anfänglich ein Antiverginosum helfen, dann aber ist ein am besten täglich duchzuführendes Lagerungstraining das wichtigste. Im zweiten Fall sollten allerdings Infusionen mit Antiverginosa helfen.
M. Gabriel
Neurologe, Psychiater, Geriater

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Lieber Kollege sievers,
sie haben recht, die HWS als Ursache von Schwindel kommt nicht häufig vor aber das was selten vorkommt kommt doch auch mal vor. Als Osteopath (seit 15 Jahren) und seit 25 Jahren chirotherapeutischer Erfahrung sehe ich doch immer wieder Blockierungen bei C1 und/oder C2, die Schwindel auslösen. In noch seltener Fällen sehe ich aber auch Blockierungen am Schädel, was ja die universitäre Medizin
total ablehnt. Nach Behandlung sind aber die Patienten schwindelfrei ! Spontanheilung ?
MfG

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Neurologie

Eine atypische vertiginöse Migräne im Alter sollte ausgeschlossen werden, wird oft übersehen.Kann auch mit Hörminderung und Tinnitus einhergehen. Begleitender Kopschmerz keine notwendige Bedingung. Triggerung z.B. durch gefäßdilatative Antihypertensiva möglich. Außerdem sollte eine Borreliose ausgeschlossen werden.
Rolf Malessa
Neurologe, Weimar

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie, Allgemeine Psychiatrie

Zu Koll Schorr (3.11.2008)

Die genannte chiropraktische Manualtherapie ist sicher eine gute Möglichkeit weiter unten - an meine eigene HWS würde ich ManualtherapeutInnen aber nicht heranlassen (wohlgemerkt: unabhängig von Können und Erfahrung). Grund: bisher als Neurologe zwei Fälle mit Aneurysma dissecans der ACI und folgendem Cerebralinsult miterlebt, darunter eine junge Frau mit schwerster Symptomatik (behandelt von einem Kollegen mit langer Erfahrung, also sicher lege artis!); die mechanische Überbeanspruchung ist hier nicht vermeidbar. Es gibt andere Methoden - etwa Osteopathie - die ohne solche Gewaltakte in diesem sensiblen Bereich auskommen, also: Hände weg vom Hals (mit Methode Manualtherapie)!

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine HNO

Sehr geehrte Diskutierenden,

ist im MRT ein Akustikusneurinom schon ausgeschlossen worden?

kollegiale Grüße
SM

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Sehr geehrte Kollegen,
neue Befunde:
MRT: Ausschluss Akustikusneurinom, mäßige vaskuläre Enzephalopathie
Neurlogischer Befund
EEG unauffällig, kein Lagerungsschwindel, aber Einengungen der Neuroforamina C5-7.
Duplexsono der Carotiden unauffällig.

Zu dem Kollegen Dr. Rol..."vertiginöse Migräne" ....wie schliesse ich diese aus?

MFG

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Vor allem weiß ich nicht welche therapeutische Konsequenz der Ausschluss einer vestibulären Migräne hätte. Die Antihipertensiva müsste sie eh einnehmen.

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Pharmakologie und Toxikologie, Anthroposophische Medizin, Homöopathie, Naturheilkunde,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
amalgam, plomben, zahnkunststoffe
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letzte Änderung: 12.7.2010 22:03