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Antikoagulation nach Aortenklappeneratz bei Heyde-...

Dr. ...
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Antikoagulation nach Aortenklappeneratz bei Heyde-Syndom

Ich betreue zur Zeit stationär einen Patienten nach biologischem Aortenklappeneratz vor 4 Tagen. Bei dem Patienten waren bei wiederholten gastrointestinalen Blutungen Angiodysplasien im GI-Trakt diagnostiziert worden. Zudem war im Verlauf eine Aortenklappenstenose aufgefallen, so dass schließlich die Diagnose Heyde-Syndrom gestellt wurde.
Die AS wurde nun vor 4 tagen mit einer biologischen Prothese versorgt.
Frage: Hat jemand Erfahrung mit der postoperativen Antikoagulation bei Heyde-Syndrom, wie schnell und bis zu welchem Zielwert sollte Marcumar bei diesem Patienten eingesetzt werden damit es nicht zu GI-Blutungen in der ersten Zeit nach AKE kommt?
Vielen Dank

Diskussion

3 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 102 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie

Bei Pubmed ist vielleicht dieser Beitrag interessant für Sie:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14571395 />
Darin steht, daß interessanterweise die gastrointestinalen Blutungen bei Heyde-syndrom nach Aortenklappenersatz oft sistieren: "...The "Rosetta stone" for elucidating this syndrome was the enigma of Heyde's syndrome (aortic stenosis plus bleeding GI angiodysplasia), particularly the striking observation that aortic valve replacement generally cures GI bleeding...". Der Herr Warkentin hat auch noch weitere Einträge zu diesem Thema veröffentlicht.

Mein Herold von 2003 spricht noch von einer obligaten Antikoagulation für die ersten drei postoperativen Monate (INR 2,0 bis 3,0) nach Bioprothesen. Dies gilt jedoch nur für Patienten ohne gesteigertes Blutungs-Risiko.
Allerdings ist das Thema derzeit in stetem wissneschaftlichen Wandel.
Hat vielleicht jemand neuere Erkenntnisse?

Mich würde auch interessieren, wie Sie nun letztendlich verfahren sind, und ob es Komplikationen gab?! Lassen Sie es uns doch bitte wissen!
Solche Gratwanderungen finde ich immer sehr interessant!!!

Viele Grüße!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie

Hallo!
Habe noch ein bischen weitergesucht bei Pubmed, und dies hier gefunden:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9852888 />
Darin steht: " CONCLUSIONS: Early anticoagulation after AVR confers no advantage in the prevention of early cerebral ischemic events after biological AVR. No disadvantage in terms of bleeding or prolonged hospital stay was incurred by early anticoagulation. Long-term valve function and survival were not adversely affected by withholding early anticoagulation. We conclude that early anticoagulation after biological AVR is unnecessary."

Die Studie ist von 1998, und immerhin der "Circulation" erschienen. Allerdings empfiehlt meines Wissens nach die AHA trotzdem noch die Antikoagulation.

Viele Grüße!

Dr. ...Dr. ...
Herzchirurgie

Vielen Dank für die Tipps.
Wir haben den Patienten letztendlich mit Marcumar antikoaguliert für die ersten 3 Monate. Der Patient war zwar meines Wissens nochmals in der Klinik (ca 1 Monat später), hatte aber zumindest keine Blutungskomplikation. (an die Diagnose kann ich mich nicht mehr erinnern).
Viele Grüße

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, Kinderkardiologie

Die Kollegin Fr. Dr. Ina Kammerer hat diesen Beitrag in einem neuen Thema beantwortet. Ich zitiere mal:
"
Antikoagulation bei Heyde Syndrom

Hallo !
Ich komme aus der Herzchirurgie und hatte zwei Patientinen mit Heyde Syndrom in der Klinik.
Wie der Kollege richtig erwähnte, sollte die Blutungen nach dem Ersatz sistieren. Im weitern ist eine Marcumarisierung wenn kein anderer Risiskofaktor wie VHF oder LV-Thrombus nicht zwingend notwendig. In meiner alten Klinik ( Rhein-Main Gegend) hat kein Patient nach Bio-AKE Marcumar bekommen, teils auch kein ASS!!! Es wird diskutiert, dass die Teflon Nähte ein Thromboseort sein könnten??? Meiner Erfahrung nach( über 6Jahre) habe ich keine Patienten mit der Thrombose daran gesehen ( eher auf der Klappe), sondern Blutungen unter Marcumar!!!
Falls es nicht zwingend erforderlich, muß kein Marcumar gegeben werden. In der Regel sind die Patientinen älter ( >78Jahre) und profitieren wenig vom Marcumar.
P.S. Die Internisten haben seit drei Tagen ein neues Medikament, das Marcumar ersetzten sollte ( den Namen weiss ich z.Z. nicht mehr). Wäre alternative???
"

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie

Leider gibt es zu der genannten Problematik Marcumar bei biologischen Klappenersatz nur wenige gute Studien. Nach meinem persönlichen Eindruck (sowohl subjektive und auch regelmäßige automatisierte pubmed-Recherchen)wird zur Zeit von Marcumarisierung über Thrombocytenaggregationshemmer oder oraler Antikoagulation bis zu "garnichts" alles diskutiert und praktiziert.
M.E. ist weniger der biolog. Klappenersatz an sich oder die Klappennähte das große Problem, da diese, wie ich bei etlichen Revisionsoperationen bzw. Klappenwechseleingriffen beobachten konnte, in der Regel nach einiger Zeit mit einer Neointima überzogen werden. Dieser Prozeß der Neointimabildung wird durch Antikoagulation verzögert oder auch teilweise ganz gehemmt - andererseits kann die Neointima auch die Klappensegelbeweglichkeit beeinträchtigen.

Wenn also in der Risikoabschätzung Blutungsrisiko vs. Klappenthrombose wie oben beschrieben z.Zt. alle Varianten Anwendung finden - übrigens entgegen der meisten wissenschaftlichen Leitlinien, dann ist m.E. das individuelle Risikoprofil der Patienten und deren ätiologischen und rheologischen Kofaktoren (Hyperfibrinogenämie, Thrombocytenfunktion etc. Magenanamnese)entscheidungsrelevant.
In der Praxis sind also diese Faktoren ausschlaggebend. Dazu ist zu berücksichtigen, daß es bei den Thrombocytenaggregationshemmern eine Hierachie in der Blutungsneigung gibt ASS>Clopidogrel>Cilostazol, wobei letzteres in dieser Indikation in Deutschland nicht zugelassen ist und im "off-label-use" eingesetzt wird. Das gilt sowohl für die NiederMolekularenHeparine, als auch für die oralen Faktor Xa Antagonisten.

Dr.W.Wetzel-Roth
Chirurgie-Thorax-Kardiovaskularchirurgie

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Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Herzchirurgie, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt), Kardiologie, Klinische Pharmakologie,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
heyde-syndrom, aortenklappenersatz, antikoagulation

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04