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BfArM verordnet Ruhen der Zulassung für Trasylol

Dr. ...
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BfArM verordnet Ruhen der Zulassung für Trasylol

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat am 5.11.2007 die Zulassung für das Aprotinin-haltige Medikament Trasylol der Firma Bayer angeordnet. Ärzte werden aufgefordert, Trasylol nicht mehr anzuwenden. Trasylol wird in Deutschland als Infusionslösung zur Verminderung von starken Blutverlusten bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko bei herzchirurgischen Eingriffen verwendet.
Der Grund sind die vorläufigen Ergebnisse einer kanadischen, klinischen Studie (BART-Studie), da die Zwischenanalyse zeigte, dass massive Blutungen in der Aprotinin behandelten Patientengruppe seltener auftraten, jedoch die 30-Tage Sterblichkeit erhöht war.
Eine aktuelle Überprüfung des Nutzen-Schaden-Verhältnisses wird nun auch auf EU Ebene erfolgen und die Ergebnisse der BART-Studie miteinbeziehen.
Das Nutzen-Schaden-Verhältniss in der zugelassenen Indikation wird aus Sicht des BfArM auf der Grundlage der BART-Studie als ungünstig bewertet.
Seit Anfang 2006 gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko aus drei epidemiologischen Studien, deren Aussagekraft aufgrund methodischer Mängel sehr begrenzt war. Daraufhin wurde jedoch bereits das Anwendungsgebiet beschränkt.

Hätte man das ungünstige Nutzen-Schaden-Verhältnis schon früher erkennen können?
Wie ausreichend sind die Studien vor der Zulassung überhaupt noch?

Weitere Beiträge zum Thema Trasylol:
http://www.esanum.de/fragendetail/1016

Abstimmungsergebnis

Erachten Sie das Ruhen der Zulassung des Medikamentes Trasylol als sinnvoll?

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Diskussion

3 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 103 Ärzte verfolgen diese Diskussion
2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Arbeitsmedizin

Hier die public communication der FDA der vorläufigen Ergebnisse der BART-Studie: http://www.fda.gov/cder/drug/early_comm/a ... n.htm

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Anästhesiologie allgemein

Ich habe folgendes gelesen:

Die US-Gesundheitsbehörde FDA will das Bayer-Herzmittel Trasylol erneut unter die Lupe nehmen. Ein Beratungsgremium der FDA werde die Sicherheit des Medikaments, das bei Herzoperationen den Blutverlust verringern soll, am Mittwoch erneut überprüfen. Das teilte die Behörde am Montag im Internet mit.
Bereits vor einem Jahr hatte sich die FDA besorgt über lebensbedrohliche Allergierisiken bei dem Präparat geäußert. Neben einer hohen Zahl von allergischen Reaktionen wurde auch von zehn Todesfällen berichtet, die auf das Mittel zurückgeführt würden. Eine erste Expertenrunde hatte den Einsatz des Medikaments damals in bestimmten Fällen als vertretbar befunden. Nur Tage später räumte Bayer allerdings ein, das Unternehmen habe versäumt, den Ausschuss rechtzeitig über Ergebnisse einer weiteren Studie zu informieren. Diese Untersuchung mit 67.000 Patientendaten hatte darauf hingedeutet, das das Präparat ernsthafte Nierenschäden, Verstopfungen der Herzgefäße und Schlaganfälle verursachen kann.

Nach Ansicht der FDA ist die zu spät eingereichte Studie allein nicht geeignet, um "irgendwelche sicheren Schlüsse zu ziehen", was die Sicherheit des Präparats bei bestimmten Herzoperationen betreffe. In drei neuen Studien zusammengenommen zeige sich hingegen das Risiko eines Nierenversagens und von Fehlfunktionen.
Quelle:www.ntv.de

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie, Allgemeinmedizin

Habe Trasylol seit Jahrzehnten nur noch als Einmalgabe zur Prphylaxe einer Pankreatitis bei akzidentellen oder absehbaren Pankreasläsionen intraoperativ angewendet, Nebenwirkungen wurden nie beobachtet. Natürlich off-label-use, aber es traten auch keine Pankreatitiden auf.

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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letzte Änderung: 12.2.2010 8:00