Hier einloggen:
Username oder E-Mail Adresse

 
Passwort

 

Billiges, unwirksames Antibiotikum versus teures, ...

Dr. ...
Bewertung:


Billiges, unwirksames Antibiotikum versus teures, wirksames Antibiotikum

Was ist richtiger?
Einen Patienten mit bakterieller Bronchitis aus Budget-Gründen mit einem Billig-Antibiotikum zu behandeln und notfalls wegen Unwirksamkeit die Krankschreibung um eine weitere Woche zu verlängern oder ihm gleich ein Hochpreis- und wahrscheinlich schnell wirkendes Antibiotikum zu geben? Sozialmedizinischer Schaden vs. Eigen-Schaden.

Diskussion

11 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 182 Ärzte verfolgen diese Diskussion
9 von 9 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Eine z.B. eitrige antibiotikabedürftige Bronchits sollte nicht nach irgendwelchen Preisen therapiert werden, sondern nach ihrer Erfahrung einer effektiven Wirkung unter Berücksichtigung der evtl. Nebenwirkungen. Unter 10.-Euro ist kaum eine Therapie möglich. Wenn bei DOXY 100 nach 1-2 Tagen heftiges Erbrechen oder Magenschmerzen einsetzen, haben Sie ein Problem mehr, wie auch bei empfindlichen Patienten schnell mal unter AMOXICILLIN Durchfälle oder Exantheme auftreten. Wirksam sind dabei noch rel.günstige Präparate wie generische Makrolide (Azithromycin,Clarythromyzin,Roxithromycin), und generische Cephalosporine (Cefuroxim).
Discender

0 von 10 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Begleitend oder -fallabhängig -auch anstatt einer AB Therapie setze ich zur Stärkung des Immunsystems mit VitaminC-Hochdosis-Therapie (Igel-Leistung) ein. Die Nebenwirkungen von AB ( Diarrhoe) können gut durch die Gabe von Milchsäurepräparaten verhindert oder gemildert weden.

6 von 7 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

In Bezug auf die Gesamtverordnungsmenge einer Praxis dürften Antibiotika (hoffentlich) nicht den Löwenanteil ausmachen. Viel wichtiger ist die Frage nach dem Preis m.E. bei der Dauermedikation unserer Kulturkrankheiten Diabetes mellitus, Hypertonie, Fettsucht und COPD. An dieser Stelle auf den Preis zu achten, dürfte das Arzneimittelbudget der Praxis wesentlich besser schonen, selbst wenn es im Einzelfall nur ein paar Cent sind.

2 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Anästhesiologie allgemein, Allgemeinmedizin

Warum nicht gleich ein Makrolid - letzendlich ist es billiger als frustane Langzeittherapie mit gängigen Antibiotika (Generika) ...? Behandle (KV-Notfalldienst) oft solche Fälle und habe positives feed back ! Auch in der Praxis macht es Sinn....wenn nicht das wäre.... Ich wandere aus oder suche mir einen "anständigen" Beruf von dem ich Leben kann !

9 von 11 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Klinische Pharmakologie

Die Vitamin C-Hochdosis-Therapie ist nicht nur IGEL, sondern auch medizinisch völlig unhaltbar. Bis vor kurzer Zeit konnte man noch sagen: sie nützt nichts, macht aber auch keinen Schaden. Das ist überholt.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Amoxicillin als Breitspektrumpenicillin ist m.E.( je nach zu erwartetem Keimspektrum) das Mittel der Wahl. Insbesonder um Resistenzen gegen die moderneren Antibitika zu vermeiden sind wir Ärzt in der Pflicht. In Spanien/Italien z.B. sind Makrolide die großzügig verschrieben werden und auch frei in der Apotheke verkauft werden oft nicht mehr wirksam. Urlauber die sich mit resistenten Keimen aus diesen Ländern infizieren sind deutl. schwerer zu therapieren.
Selbstverständlich erhalten chron. Bronchitiker, Asthmapatienten oder andere Patienten mit entsprechender zu erwartender Antibitikaanamese weden i.d. Regel direkt z.B. ein Makrolid. Der Preis spielt hierbei kaum eine Rolle.

0 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Also wenn Sie tatsächlich nur diese zwei Möglichkeiten haben, dann sollte doch wohl klar sein, was getan werden muß. Im Sinne unserer Patienten und unserem sozialen Verhalten sorgen wir doch hoffendlich für eine schnelle und wirksame Genesung des Patienten.
Aber es gibt bei bakteriellen Bronchitiden durchaus Alternativen zur oralen Antibiose. In Abhängigkeit der Höhe der Leukozyten (kapillar z.B.) sowie der Körpertemperatur und des auskultatorischen Befundes können auch Phytotherapeutika gegeben werden. Z.B. Umckaloabo Tropfen 3x15 Tpf. tägl. + Soledum Kps. 3x2 tägl. + Minzöl gurgeln ( 3Tpf im Wasserglas) + 1 Liter Yogi Tee Marke Classik mit Honig tägl. trinken. 1 Woche AU. Engmaschige Kontrollen in der Praxis. Die Patienten fühlen sich in der Regel gut damit und bezahlen die Mittel gerne alle selbst. Bei Verschlechterung dann z.B. Azithromycin 500mg 3 Tage 1x1.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

"Engmaschige Kontrollen" in der Praxis- pardon das klingt jetzt vielleicht blöd- macht Nr 2 nach EBM sind 35 Punkte mal 0,8 Cent.... mir wird grad schlecht, wenn ich an meine steigenden Praxiskosten denke

5 von 5 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Pulmologie

Die unkomplizierte akute Bronchitis wird gar nicht mit Antibiotika behandelt. Hier gilt (auch evidenzbasiert) die alte Regel, dass die Erkrankung mit und ohne Arzt (und Antibiotikum)genauso lange dauert. Bedauerlicherweise fordern viele Patienten ein Antibiotikum, anderenfalls nehmen sie schnell an, der Arzt nehme die akute Erkrankung nicht ernst. Tatsächlich verbessert die unkritische Antibiotikagabe nichts, verschlechtert aber höchstens die (in Deutschland noch sehr gute) Resistenzlage. Indikationen für eine Antibiose ergeben sich nur bei der Exazerbation einer COPD, allerdings auch nur unter bestimmten Voraussetzungen, Asthma Exazerbationen verlangen fast nie nach Antibiotika. Unstrittig hingegen der Einsatz bei ambulant erworbener Pneumonie, die gegen die "unkomplizierte" akute Bronchitis abgegrenzt werden muss.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Nach den Leitlinien der deutschen Atemwegsliga ist bei ambulant erworbenen Pneumonien Amoxicillin evtl. in Kombination mit Betalaktamaseinhibitor zu bevorzugen. Das in Deutschland vorhandene Keimspektrum reagiert hierauf noch sensibel. Auch Cephalosporine (bevorzugt Cefuroxim) können eingesetzt werden. Bei Allergien, älteren, multimorbiden,bzw. Risikopatienten kommen auch Gyrasehemmer zum Einsatz.
Makrolide sollten nur im Notfall z.B. bei Exazerbationen einer COPD mit bakterieller BEteiligung bzw. bei Unverträglichkeit eingesetzt werden, da sie als Reservemedikament für die Behandlung von Kindern benötigt werden, bei denen es nur wenig therapeutische Alternativen gibt.

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Woher kommt die Diagnose BAKTERIELLE Brochitis?
Wie schon die Vorredner sagten: diese wären die Ausnahme und nicht die Regel. Die Diagnose des Verursachers ist bekanntlich auch schwierig, früher propagierte Dinge wie Sputumfarbe nutzlos.
Welche Antibiotika vergleich Sie in ihrem provokativen Beitrag eigentlich? Woher nehmen Sie die Daten zu Wirksamkeit?
PS: zum Glück sind die neuen Gyrasehemmer nun offziell Reserveantibiotika: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp

In 20 Sekunden Mitglied werden!

„esanum - Ihre Ärzteplattform im Internet


Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



Falls sie einen DocCheck-Zugang besitzen, melden Sie sich hier an:

DocCheck



DocCheck-Passwort vergessen?
Bitte Klicken Sie hier!

Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Infektiologie, Pulmologie, Klinische Pharmakologie, Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
bakteriellen bronchitis, antibiotikum, sozialmedizinisch

Andere interessante Beiträge

neuer BeitragTherapie der Epicondylitis radialis
Bei der Infiltrationsbehandlung der Epicondylitis radialis kommt es auch bei korrekter Inj...
neuer BeitragPatientin mit erosiv-mutilierender rheumatoider Arthritis
56jährige Patientin mit erosiv-mutilierender rheumatoider Arthritis. TNF alpha-Inhibitoren...
neuer BeitragVermeidung von Narbenkeloiden
Liebe Kollegen, was sind Ihrer Meinung und Erfahrung nach die wirksamsten Mittel Narben...
neuer BeitragAntidepressiva wie Fluoxetin (= Prozac) wirkungslos?
Liebe Esanum- Mitglieder! Wie Spiegel-Online berichtet wollen Forscher der Universität ...
neuer BeitragSekundäre Arthrose Grad 4 nach offener Meniskektomie vor 20 Jahren. Ist eine Umstellungsosteotomie notwendig?
Eine jetzt 41 Frau (meine Schwester) erlitt vor mehr als 20 Jahren einen Sportunfall. Es w...
Kontakt | AGB | Datenschutz | ihre Fragen | Hilfe | Presse | Impressum
blog (de) | esanum.de | esanum.at | esanum.ch | esanum.es | esanum.it | esanum.fr | esanum-dent.de | esanum-dent.at | esanum-dent.ch
letzte Änderung: 18.11.2011 0:04