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Condylärer Kniegelenksersatz

Dr. ...


Condylärer Kniegelenksersatz

Wie hoch ist die "Dunkelziffer" unzufriedener Patienten nach condylärem Kniegelenksersatz?

Eine niederländische Autorengruppe hat erst kürzlich über 20% unzufriedene Patienten nach KTEP berichtet. Diese Zahlen stehen ganz im Widerspruch zu den veröffentlichten US-Daten. Schwierig stellt sich in diesem Zusammenhang die Befundinterpretation dar. Sehr häufig wird von einer hohen Diskrepanz zwischen funktionellem Outcome und unauffäligen klinischen Parametern einschließlich bildgebender Befundung berichtet. Auch der zunehmende Einsatz kinematischer OP-Hilfen (Navigation) scheint hierfür noch keine allumfassende Problemlösung darzustellen.

Diskussion

3 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 54 Ärzte verfolgen diese Diskussion
Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Kann ich nur bestätigen.

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

langjährige Beobachtung der Schwierigkeiten nach TEP des Knies führen zu der Erkenntnis,dass viele Patienten nach der Operation erst recht behandlungbedürftig bleiben.Allerdings sind häufig uneinsichtiges Verhalten,insbesondere Übergewichtigkeit,Asymmetrien der Belastung,Arthrosen der Nachbargelenke usw.erschwerend.Jedenfalls ist die Begeisterung f.die Möglichkeit dieser Therapie und den Nachfolgebeschwerden sehr diskrepant.

Dr. ...Dr. ...(1)
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

Die Probleme differieren in 3 Richtungen: zum einen unmittelbar op- technisch bedingte Probleme - Infekt und Frühlockerung (eine rel. kleine Gruppe von ca. 5% der unzufriedenen Patienten), zum anderen die Gruppe der Patienten, die objektiv oder subjektiv ein schlechtes funktionelles Outcome haben und 3. die Gruppe der Patienten, bei denen die Gelenkschmerze persistieren oder erst mit Prothese neu auftreten.
Bei letzten sind es meist Patellaprobleme, wobei Studien zeigen, dass es egal ist, ob die Patellarückfläche ersetzt wurde oder nicht. Es sollte stets eine sorgfältige peripatellare Denervierung erfolgen, damit haben wir unsere Zahl an schmerzbedingten Problemen postoperativ halbieren können.
Funktionelle Probleme lassen sich entscheidend reduzieren, wenn der Gelenkersatz nicht erst dann erfolgt, wenn durch Zuwarten die Gelenkfunktion bereits präoperativ deutlich reduziert und Kapsel und Seitenbänder rigide geworden sind. Wir versuchen die patienten bereits präoperativ zu entsprechenden Übungen anzuhalten und sind uns auch nicht zu schade, bereits präoperativ einen Physiotherapeuten einzuschalten. Nicht alle Reha-Kliniken sind in der lage , die Patienten so zu motivieren und zu führen, dass nach den 3-4 Wochen ein brauchbares funktionelles Ergebniss erreicht wird, auf das dann ambulant aufgebaut werden kann. Diese Kliniken sollte man gezielt auf solche "Fehlergebnisse" ansprechen, da diese Einrichtungen ansonsten völlig unkontrolliert und ohne Feedback die Rehabilitanten durchschleusen und ei Entlassungsbriefe aufgrund der Textbausteine in der Datenverarbeitung von tollen Ergebnissen nur so strotzen!!

Insgesamt eine interessante Fragestellung, die viele Forschungsansätze bietet, zumal die meisten Operateure meinen, es beträfe viel öfter die auswärts operierten Patienten und deutlich seltener die eigenen !!i

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23