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EBV....EKG Veränderungen

Dr. ...
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EBV....EKG Veränderungen

Kürzlich hatten wir eine jungen Patienten, 17 Jahre alt mit einer aktiven EBV Infektion.
Klassisch: Tonsillitis, Hepatosplenomegalie, Bauchschmerzen, etw. Durchfall, Kopfschmerzen, subfebrile Temperature, ein bisschen CRP....

Zusätzlich präsentierte er sich mit T Negativierungen über der Brustwand – ohne ST Streckenveränderungen. – Haben Sie dies schon öfter beobachtet bei EBV – die EKG Veränderungen waren im Verlauf nicht mehr nachweisbar – jedoch zunächst erschreckend, bzw. bemerkenswert.
MFG

Diskussion

9 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 148 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Ja, bei viralen Infekten habe ich schon öfter reversible EKG-Veränderungen (ERBS) gesehen.

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Haben Sie ein Echo gemacht?

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Leider nein.Die EKG Veränderungen waren rueckläufig.
MFG

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Kinder- und Jugendmedizin

Letztlich muss man wohl von einer leichten viralen Myocarditis ausgehen. Diese ist bei EBV-Infektionen gar nicht so selten. Ich würde empfehlen eine Echocardiographie und ein Langzeit-EKG durchzuführen.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Wieso wurde bei der 17-jährigen überhaupt ein EKG gemacht? Ist doch eigentlich unnötig. Und dann sowas. Es folgen vielleicht noch Echo und Langzeit- EKG (siehe oben) und schon fühlt sich das arme Mädel herzkrank. Weichen gestellt für psychosomatische Entwicklung. Nicht vergessen: Die EBV- Infektion ist ein eher harmloses Krankheitsbild! Und es bestätigt sich wieder mal: Es gibt keine gesunden Menschen, sondern nur Menschen, die noch nicht genau genug untersucht worden sind...

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

...oh pardon, war kein Mädel, sondern Junge.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

Wieso wurde überhaupt ein EKG gemacht? ...
Gute Frage, Frau Kollegin Werrmann.

Da ich als Orthopäde die Frage "EKG, ja oder nein" aus dem Stehgreif klar mit ja beantwortet hätte, wurde ich durch Ihren Kommentar doch kurz verunsichert und habe in die Literatur gesehen.
Da muss man gar nicht in die internistische Fachliteratur gehen, schon Wikipedia reicht:
Myokarditis kann durch EBV allein hervorgerufen werden.
Darüber hinaus sind dort auch die oft im Schlepptau einhergehenden Sterptokokken-Infekte genannt, die mir noch aus der Pädiatrie-Propädeutik mit folgendem Merksatz in Erinnerung sind: "Das rheumatische Fieber beleckt die Gelenke und beisst das Herz".

Mit freundlichem Gruß
NM

0 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Lieber Kollege Müller, es geht hier nicht um die Tatsache, dass eine EBV- Infektion möglicherweise eine Myokarditis machen kann. Es geht um die Frage, ob es notwendig ist, bei jeder EBV- Infektion routinemäßig ein EKG durchführen zu lassen und diese Frage ist eindeutig mit NEIN zu beantworten. NEIN und nochmals NEIN!
Wenn man das nämlich konsequent weiterdenkt, müsste man bei jedem Virusinfekt ein EKG machen lassen, denn es könnte ja...

Freundliche Grüße von der Kollegin Werrmann

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Liebe Kollegin Werrmann, warum sollte darauf verzichten,routinemäßig ein EKG Befund bei EBV-Infekt durchzuführen, dann kann ich auch darauf verzichten, jede andere Routineuntersuchung bei viralen Infekten durchzuführen.
Was soll denn das jetzt?

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Liebe(r)dok19738, ich weiß nicht, was Sie mit "jede andere Routineuntersuchung bei viralen Infekten" meinen. Wenn Sie wollen, können Sie doch bei jedem Jugendlichen mit EBV- Infektion ein EKG machen. Notwendig ist es aufgrund der geringen Auftretenswahrscheinlichkeit ("selten") trotzdem nicht. Bei "Verdacht auf" (Schwäche, Leistungsknick, Palpitationen, Herzstolpern, Herzrasen...)kann man es immer noch machen.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Kardiologie

Liebe Frau Kollegin Werrmann,
es ist mittlerweile durch moderne Bildgebung (Cardio-MRT) bekannt, dass die Myokarditis (wie auch im beschriebenen Fall) eine häufige (!) Begleiterkrankung bei viralen Infektionen ist. Wenn dies nicht diagnostiziert wird und entsprechende Maßnahmen (wie absolute körperliche Schonung)nicht empfohlen werden, kann dies auch mal in einer relevanten Herzinsuffizienz enden, was man einem 17 jährigen Patienten nicht wünscht. Wir sehen in der Klinik leider immer wieder solche Fälle; möchte damit sagen, wenn eine entsprechende Klinik vorliegt ("verschleppte Grippe") ist es absolut wichtig auch ein EKG zuschreiben; dies gilt natürlich nicht für jeden banalen Virusinfekt.

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

...und genau diesen "jeden banalen Virusinfekt" meinte ich mit meiner EKG- Auffassung.

Mag sein, dass die Myokarditis eine häufige Begleiterscheinung eines Virusinfektes ist. Nur wussten wir vor Cardio- MRT davon nichts oder ahnten es nur...
Zumindest ist die resultierende relevante Herzinsuffizienz NICHT häufig, sondern sehr sehr selten. Also scheinen die meisten Myokarditen folgenlos auszuheilen.

Sie als Kardiologe sehen die selektierten Fälle, wir Allgemeinmediziner sehen den Rest oder nicht mal den ganzen Rest, denn nicht jeder mit einem Virusinfekt geht zum Arzt.

Am Ratschlag "körperliche Schonung" ist etwas dran und diesen Ratschlag gebe ich jedem Patienten mit einem banalen Virusinfekt. Ist die Sache heftiger, dann strenge körperliche Schonung (evtl. Bettruhe bis EKG- Normalisierung) und natürlich bei Bedarf auch kardiologische Vorstellung.

Freundliche Grüße

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Kinder- und Jugendmedizin

Als Kinderarzt kann ich nur empfehlen bei EBV Infektion und Müdigkeit, Niedergeschlagenheit sowie andere cardiolog. Symptomatik ein EKG und Herz-Echo durchzuführen. Obwohl "selten", die Konsequenzen für Adoleszenten können verheerend sein. Was die psychosomatische Hygiene angeht, es weitaus besser ein unauff. Echo Befund zu liefern als Ungewissheit in Raum stehen zu lassen.

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Ich gebe der Kollegin vollkommen recht. Wenn keine Beschwerden bestehen; und Müdigkeit,Niedergeschlagenheit sind Beschwerden, die im Rahmen des Infektes auftreten können, gibt es keinen Grund für ein EKG. Klar,man kann bei jedem Patienten alles mögliche durchdeklinieren. Damit tut aber weder dem Patienten nichts gutes noch den Kosten im Gesundheitssystem. Wir sind nicht Ärzte damit wir ein Rechnerprogramm alles mögliche von DD´s abarbeiten sondern uns auf das wahrscheinliche beschränken. Leider werden wegen solchem Verhalten wichtige Sachen bei anderen Patienten übersehen. Das ist die Falle der Unfehlbarkeit. Manch einer sollte vom Thron seiner Eitelkeit herabsteigen ;)
Und klar kommen in der Klinik schwere Fälle vor.

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23