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Erhöhter HbA1c ohne Diabetes?

Dr. ...
Bewertung:


Erhöhter HbA1c ohne Diabetes?

Liebe Kollegen,

eine klitzeklein Frage an die Diabetologen unter uns. Ich habe in einer Routinekontrolle einer Nicht Diabetikerin einen HbA1c von 6, 3% - also gerade so erhöht. Sie hat keine Medikamente diesbezuglich - im OGTT hat sie eine geströrte Glucosetoleranz.

Soll man jetzt behandeln - oder reicht zunächst eine Belehrung über Bewegung, Zuckerreduktion etc. ?
Handelt es sich nun doch um einen Diabetes?
Vielen Dank und ein schönes Wochenende

Diskussion

7 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 149 Ärzte verfolgen diese Diskussion
3 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Eine gestörte Glucosetoleranzstörung würde ich immer behandeln, wenn auch zunächst nicht medikamentös.

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Hallo Zusammen
mich würde zuerst interessieren ob weitere Risikofaktoren im Sinne eines Metabolischen Syndroms vorliegen. Wenn ja bin ich mit der Gabe von Metformin recht großzügig.Zugelassen ist es aber erst bei bestehenden Diabetes also 2 werte über 11 mmol/l.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Sozialmedizin, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Bei einem pathologischen OGTT ist von einem Diabetes mellitus auszugehen. Im vorliegenden Fall "latent", also nicht mit Tabletten oder gar mit Insulin, aber mit Lifestyle-Änderung zu behandeln. Dazu können auch diätetische Maßnahmen gehören.

0 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

scheint sich um eine genetische Variante (MOBI 1 oder MOBI 3) zu handeln; Eltern und Kinder per OGT mittesten und
Sitagliptin(OFF LABEL-Therapieversuch) probieren, wenn kein Übergewicht und keine
Hypertriglyceridämie vorliegen; sonst eher METFORMIN

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

zu erhöhten HBA1C-Werten kann es auch bei gestörtem Erythro-
zytenumsatz bei bestimmten Anaemieformen kommen ( verlänger-
te Erythrozytenlebenszeit, z.B. bei Eisenmangelanaemie mit
hohem Anteil älterer Erythrozyten, nach Eisengabe schneller
Abfall des HBA1C).Zu falsch niedrigen Werten kann es bei
hämolytischen Anämien kommen.In jedem Fall würde ich die ge-
störte Glucosetoleranz beratend begleiten (Ernährung und Be-wegung.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Diese Konstellation ist sehr häufig. Kein Wunder, weil die Leute immer adipöser werden. Also: welchen BMI hat die Patientin und welchen Bauchumfang? Sind auch die TG erhöht?
Das metabol. Syndrom ist doch ein erhebl. Gesundheitsrisiko, also spreche ich gegenüber meinen Patienten oft von "Prädiabetes" oder "Schleichzucker". Dabei kann auch schon PNP bestehen... also mal die Stimmgabel für die Füsse gezückt.

5 von 5 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Sehr geehrter Herr Mauthe,
Ihr Kommentar hat mich erschüttert. Wem soll ein Off-Label Therapieversuch mit Sitagliptin nutzen?

Die Pharmaindustrie freut sich, das ist klar. Der Patient wird an ihre Praxis gebunden - hervorragend.
Ansonsten gibt es leider nur Nachteile, aber die hat ja jemand anderes.

Mit freundlichen Grüssen,

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt), Allgemeinmedizin, Gastroenterologie,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
hba1c, diabetes mellitus, ogtt

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04