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Erythema chronicum migrans - bei Wespenstich ??

Dr. ...


Erythema chronicum migrans - bei Wespenstich ??

Ein Patientin wurde an der rechten Brust von einer Wespe-später meinte sie eventuell auch einer Hornisse-gestochen.Die Lokalreaktion war zunächst relativ harmlos.Allerdings hat sie nach ca 7-10 Tagen ein m.E.relativ typisches Erythema migrans um die noch sichtbare Stichstelle entwickelt.Ein Zeckenbiss ist sicher auszuschließen-auch eine Bremse,als seltener Überträger einer Borreliose,schließt die Patientin aus-es war eine Wespe/Hornisse.Meine Frage: gibt es ein solches Erythema auch ohne Borrelieninfektion-einfach als ungewöhnliche Begleitreaktion auf Insektenstiche,oder Superinfektion durch andere Erreger- oder ist es absolut spezifisch für die Borrelieninfektion ?

Diskussion

6 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 31 Ärzte verfolgen diese Diskussion
0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Ja, war es denn ein Erythema migrans? Oder nicht vielleicht ein anderes Erythema? Haben Sie die Pat. einem Dermatologen vorgestellt? Wäre vielleicht doch ratsam gewesen.

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Ich selbst bin Neurologe und hab schon öfters ein Erythem nach Zeckenbiß gesehen-die Vorstellung beim Dermatologen erfolgte ntürlich auch-der bestätigte meine Vermutung,konnte aber die Sache mit der "Wespe" auch nicht klären-letzlich haben wir die Pat.sicherheitshalber mit Doxyciclin behandelt-nach ca. einer Woche war das Erythem fast vollständig verschwunden.Die Pat.ist bis heute beschwerdefrei.

0 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Dermatologie

Nach 7-10 Tagen kann man noch kein Erythema migrans diagnostizieren!

Wie der Name schon sagt, Wanderröte!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Zu Herrn Irion: Das stimmt nicht.Ein Erythema migrans kann schon nach wenigen Tagen auftreten-nach 10 Tagen ausreichend "gewandert" sein,um als solches erkennbar zu sein.In meinem Fall fiel es nach ca.7-10 Tagen auf,hat sich dann in kurzer Zeit ausgebreitet bis ca 15 cm Durchmesser,mit typischer zentraler Blässe.Meine eigentliche Fragen (siehe ersten Text) hat leider keiner beantwortet-kritische Bemerkungen oder Ratschläge fallen anscheinend leichter.

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Dermatologie

Sehr geehrter Herr Kollege Kunz,

ein Erythema chronicum migrans tritt tatsächlich erstmalig 7-10 Tage (bis 11 Monate! nach einem Zeckenstich auf und breitet sich dann zentrifugal aus, wie der Name jedoch schon sagt, sehr langsam: besser Erythema - chronicum - migrans: chronische Wanderröte! Nach Wochen blasst dieses dann tätsächlich auch zentral ab!

Wenn sich das Erythem nach kurzer Zeit ausbreitet, handelt sich allenfalls um eine Insektenstichreaktion mit mehrfacher Genese! Jedoch nicht um ein Erythema chronicum migrans!

Um Ihre Vermutung zu besätigen, bleibe nur eine Hautprobe, entweder mit histologischem Nachweis von Plasmazellen oder Anlegen einer Kultur oder PCR-Nachweis der Borrelien!

Zu Ihrer ursprünglichen Frage, ob Borrelien auch durch Wespen übertragen werden können, gibt es keine wesentlichen Hinweise in der Literatur. Auch wurden andere Insekten genannt! Ich kenne jedenfalls keinen wissenschaftlichen Beleg diesbezüglich! - Wenn Sie ein Erythema chronicum migrans nach Wespenstich mittels Borrelien-PCR belegt haben, bitte ich Sie um entsprechende Publikation! Bis dahin bleibt Ihre ziemlich "vorschnell" geäußerte Diagnose lediglich eine Vermutung!

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Die Differentialdiagnose zwischen allergischem Exanthem-Erythem und Borreliose-Erythem empfinde ich immer wieder als Herausforderung. Der frühe Beginn nach zunächst symptomfreiem Intervall spricht meines achtens eher für eine verzögerte allergische Reaktion, aber wenn Borrelien erwiesenermaßen auch durch Insekten übertragen werden können, warum dann nicht auch durch Bienen und Wespen (wurde das denn schon mal ausgeschlossen oder vielleicht noch garnicht genau untersucht?!).
Herr Kollege Kurz hat (wenn man es aufmerksam ließt!) keine "vorschnelle" Diagnose geäußert, sondern "sicherheitshalber mit Doxycyclin behandelt" und das ganze zur Diskussion gestellt, lieber vorschneller Herr Irion!

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Hallo Herr Irion,

können Sie auch Sätze ohne Ausrufezeichen schreiben??
;-))
Ich habe in Ihrem letzten Statement 9(!)gezählt. Aber ansonsten fand ich Ihren Beitrag nützlich.

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Dermatologie

Sehr geehrter Herr Kollege Hümmer,

ich hatte schon ausführlich unter dem "Kriebelmücken-Thread" darstellt, dass eine Antibiose im Rahmen einer Insektenstichreaktion vollständig unnötig ist, da es sich bei den allermeisten Fällen um eine lokal-toxische oder -allergische Reaktion handelt.

Stellt sich die Frage eines "unklaren" Erythema migrans würde ich zu einem differenzierteren Vorgehen raten.

1. Handelt es sich um eine typisches Erythema migrans, Beginn frühestens nach 3-5-7 Tage und ist insbesondere der Zeckenbiss erinnerlich: Behandlung mit Doxycyclin.

2. Bei lokalem Erythem unmittelbar nach erinnerlichem Zeckenstich (lokal-allergische oder -toxische Reaktion) Behandlung mit einem lokalen Steroid sofern erfoderlich (Jucken, Brennen).

2. Bei nicht erinnerlichem Zeckenstich und typischem Erytheme migrans, nach Wochen in aller Regel eine Blickdiagnose, insbesondere auch bedingt durch die Lokalisation axillar, inguinal und Kniebeugen: Behandlung mit Doxycyclin.

3. Bei unklarem Erythem zunächst Behandlung mit einer Steroidcreme über 2-3 Wochen, DD z.B. Erythema anulare zentrifugum, initiale Morphea, persistierende Stichreaktion, Stauungserythem (Pseudoerysipel) etc.; bei Persistenz Durchführung einer Probegewebsentnahme mit Histologie, bei einem Erythema migrans würden sich hier typischerweise Plasmazellen nachweisen lassen. Bei unklarer Histologie und weiterbestehendem Verdacht auf ein Erytema migrans Bestimmung der Borrelien-Serologie und ggf. anschließende Behandlung mit Doxycyclin.

4. Im Rahmen einer Stichreaktion nach Hymenopteren, Stechmücken etc. zunächst Behandlung mit einer Steroidcreme für 2-3 Wochen, bei Persistenz Durchführung einer Probegewebsennahme sowie bei dringendem V.a. ein Erythema migrans mit Bestimmung der Borrelien-PCR, ggf. zur wissenschaftlichen Veröffentlichung, da diesbezüglich keine Publikationen zu finden sind.

Die Behandlung "aus Sicherheitsgründen" mit Doxycyclin nach unklarer Wespenstichreaktion halte ich persönlich jedenfalls für wenig zweckdienlich!

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Neurologie, Allgemeinmedizin, Dermatologie, Infektiologie, Rheumatologie, Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
Insektenstich, Erythema migrans,

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04