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Heparinisierung mit Marcumar

Dr. ...
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Heparinisierung mit Marcumar

Ein neuer Patient in unserem Pflegeheim, 75 Jahre, wurde wegen Vorhofflimmern marcumarisiert; darunter Hirnblutung, bleibende Hemiparese li ;
bisher ASS100 und Heparin (Mono-Embolex 8000 I.E. 1x tgl.)

Ist der Heparineinsatz wissenschaftlich gesichert oder eine überflüssige Belastung von Patient und Budget?

Diskussion

8 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 183 Ärzte verfolgen diese Diskussion
2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Die erste Frage ist,war die Antikoagulation primär überhaupt indiziert?Falls der Pat.isoliertes Vorhofflimmern hatte ohne andere CRF-war sie es nicht!Hier hätte ASS alleine schon genügt.Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist,halte ich die vermeintliche Prophylaxe eines cardio-embolischen Ereignisses mit Aggregationshemmung plus Gerinnungshemmung für mindestens genauso gefährlich wie die Marcumarisierung.
Ich würde das Heparin absetzen-wissenschaftlich gesichert ist hier m.W.gar nichts.......

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Chirurgie + Visceralchirurgie, Allgemeinmedizin

Die Antwort auf Ihre Frage läßt sich nach Durchsicht der Produktinformation des Herstellers leicht beantworten. Hiernach ergibt sich keine Indikation zum Einsatz des niedermolekularen Heparins im Sinne einer präventiven antikoagulatorischen Therapie, es handelt sich somit um einen off-label-use, der weder medizinisch noch forensisch gedeckt ist.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Sind denn atriale Thromben vorhanden? Wenn nein kann man auf eine aufwendige Maßnahme wie die Heparinisierung verzichten und eventuell ASS verwenden.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt), Neurologie

Vorhofflimmern, das keine "lone atrial fibrillation" ist hat mit zunehmendem Alter ein hohes embolisches Schlaganfallrisiko. Nach Hirnblutung ist eine orale Antikoagulation eine befristete Zeit lang kontraindiziert (Einzelfallentscheidung, ggf. Expertenmeinung), die hier sehr wahrscheinlich indizierte Antikoagulation (bereits eine Hypertonie oder das Lebensalter definieren eine Risikogruppe) also nur mit einem LMWHeparin praktikabel und auch in Studien wissenschaftlich als wirksam erwiesen: also sehr wahrscheinlich eine wichtige Schlaganfallprophylaxe und keine Resourcenverschwendung!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Urologie

Vielleicht sollte man die Frage anders stellen?

Ein durch eine Hirnblutung, die durch eine therapeutische Maßnahme nicht unerheblich bedingt ist, nunmehr hemiparetischer und somit schwer pflegebedürftiger Mensch (deutlich herabgesetzte subjektive Lebensqualität) wird mittels massiver Antikoagulation vor weiteren Schlaganfällen, Hirnblutungen etc. "geschützt".

Ist dies ethisch vertretbar oder ebenso unsinnig, wie die Reanimation eines Patienten mit infauster Prognose, oder ist hier eine therapia minima durch ledigliche Gabe von ASS nicht humaner?

Ich erinnere mich immer wieder gern an den Namen meines Studiums "HUMAN-Medizin" nicht "INTENSIV-Medizin"

Dr. ...Dr. ...
Kardiologie

Für eine Vollantikoagulation wäre Monoembolex 8000 2x/die indiziert. Es handelt sich somit am ehesten nur um eine gedachte low dose Antikoagulation zur Prophylaxe von Thrombosen bei doch bewegunseingeschränktem Patienten.

Fand die Hirnblutung denn unter einer im therapeutischen Range eingestellten Antikoagulation mit Marcumar statt oder etwa bei Quick <9 bzw INR >5?

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Ich dachte, Heparin und ASS wären nach diesem Ereigniss sogar kontraindiziert?! Frage mich warum der Patient im PH überhaupt auf Falithrom eingestellt wurde.

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Der Heparineinsatz ist off label!
Mit Marcumar haben Sie richtig gehandelt, ASS macht jetzt keinen Sinn!

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt), Kardiologie, Neurologie,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
heparinisierung, marcumar, ass, heparin

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23