Dermatologie, Homöopathie, Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Allgemeines

Kriebelfliege/Kriebelmücke Insektenstichreaktion 11 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 214 Ärzte verfolgen diese Diskussion

Dr. ...
Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin
Malsch
Wer hat Erfahrungen mit der Behandlung von Bissen durch die Kriebelmücke?
Diese beißen vorallen in die Unterschenkel und die Bisse infizieren sich sehr schnell, bilden Hämatone und Blasen und teilweise solche Schmerzen, dass der Patient nicht mehr laufen kann.
Ich wüßte gerne wie andere Kollegen diese Bisse behandeln.

Dr. ...
Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Ich sehe, dass 23 Ärzte meinen Beitrag gelesen haben und verfolgen, hat denn keiner den Mut mir seine Erfahrungen mitzuteilen?


Sehr geehrter Herr / Frau Schmidt!

Solch schlimme Erfahrungen habe ich mit den Biestern noch nicht gemacht.
Meinen sie eigentlich ganz spezifisch eine Kriebelmückenspezies, oder im Groben alle Arten, die klein sind und furchtbar beissen/stechen (im Volksmund oft auch Gnitzen genannt)?
Ich denke, daß wie allgemein bei Insektenstichen der Prävention eine vorrangige Position zukommt. Lange Kleidung und Insektenschutzmittel.
Persönlich habe ich gute Erfahrungen in Skandinavien mit Mitteln mit hohem DEET (Diethyltoluamid)- Anteil (können gern 50% sein). Wenn man vorher noch belagert wurde, lassen auch Gnitzen sofort von einem ab!
Allerdings soll es nicht unbedenklich bei Kindern und in der Schwangerschaft sein.
Hoffe, ich konnte etwas helfen,

Viele Grüße!


Dr. ...
Dr. ...
FA für Innere Medizin

Also ich persönlich habe viele Erfahrungen mit den Biestern gemacht, mich hat mal ein Dutzend in einen Fuß gestochen.
Bei Infektionszeichen würde ich auch Behandeln wie Erysipel, evtl. noch etwas breiter antiobiotisch (z.B. Augmentan).
Sonst hat mir Fenistil-Gel und Fußhochlagern geholfen.
Hatte damals (ist gute 18 Jahre her) gewaltig geschwollenen Fuß, knallrot und fieber von 39° - ist aber ohne Antibiotikum wieder gut geworden.

Ein andermal hatte ich ein klassisches Erysipel von den Tieren.

Seit ich zum Beach-Volley Autan schmiere, hatte ich keine Probleme mehr.


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Dr. ...
Dr. ...
FA für Urologie

Meine Erfahrungen sind ähnlich. Analog der Anzahl der Stiche nehmen die klinischen Beschwerden massiv zu. Vermeidung ist durch entsprechende dichte Kleidung und/oder großzügige Anwendung von Autan zu erreichen. Mir erscheint die Aktivität der Mücken gegen Abend ( Luftfeuchtigkeit ? ) massiv zuzunehmen.


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Dr. ...
Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

"No Byte" benutzen. Die vektoren meiden!
Die Patientin sollte die Brutstätten der Insekten meiden. Da es proteinhaltige Substanzen sind, die die Lokalreaktion hervorrufen, sollte die Patientin itze über 42 Grad und Essiglösung nach Biss/Stich benutzen!
Grüße aus München
AD


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Dr. ...
Dr. ...
Dermatologie 1

Sehr geehrter Herr/Frau Schmidt,

leider is aus ihrer Beschreibung nicht ganz klar geworden wie Sie auf die Diagnosestellung überhaupt gekommen sind.

Nach zahlreichsten Patienten in meiner dermatologischen Praxis schließe ich Stichreaktionen (nachdem ich diese in der Anfangszeit meiner Tätigkeit in der Praxis tatsächlich auch vermutet habe, mittlerweile nahezu sicher aus. Meine Diagnosestellung fällt daher insbesondere in den pruriginösen Formenkreis wie Prurigo simplex subacuta.

An den Unterschenkeln wäre vielleicht allenfalls noch an (Menschen-)flöhe zu denken. - Wieso sollten diese Kriebelmücken denn auch nur die Unterschenkel befallen?

Und bitte, bitte niemals mit einem internen Antibiotikum behandeln, denn bei den gesamten Stichreaktionen handelt es sich nahezu ausschließlich um lokal toxische bzw. lokal kontaktallergische Reaktionen. Daher Behandlung mit lokalen Steroiden. Ich behandele bei stärkeren Schwellungen und Rötungen immer mit fett-feuchten Umschlägen mit einer Betamethasonsalbe und Chinosol-Lösung.

Bei einer ganz ausgeprägten Schwellung könnte man auch die kurzfristige orale Gabe einer mittelhohen Steroiddosis überlegen.

Jedoch ist niemals ein Antibiotikum notwendig. Oder hat schon jemand tatsächlich erhöhte Temperatur oder Fieber nach einem Insektenstich erlebt? Ich jedenfalls noch nicht.

Viele Grüße


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Dr. ...
Dr. ...
FA für Dermatologie

Da es sich in den meisten Fällen nicht um infizierte Stiche, sondern um protrahierte allergische Lokalreaktionen auf die Mückenstiche handelt, sind orale Antihistaminika, potente topische Kortikosteroide, eventuell auch kurzfristig orale Kortikoide indiziert.

In manchen Fällen fällt die Abgrenzung zu einem Erysipel jedoch schwer, so dass ich im Zweifel die zusätzliche Gabe eines Antibiotikums für sinnvoll halte.

Freundliche Grüße!