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Latenter Eisenmangel + Befindungsstörung

Dr. ...
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Latenter Eisenmangel + Befindungsstörung

Eine junge Frau beharrt darauf, dass ein latenter Eisenmangel (Ferritinspiegel 10) bei normalem Serumeisen und Hämoglobin von 13,3 ihre Befindungsstörung verursacht. Die übrigen Parameter sind unauffällig!
Wie könnte dieser Zusammenhang rational erklärt werden?

Abstimmungsergebnis

Haben Sie die Symptomkonstellation latenter Eisenmangel und Befindungsstörungen ebenfalls beobachtet?

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Diskussion

2 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 39 Ärzte verfolgen diese Diskussion
2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Bezüglich des IDS (Iron Deficiency Syndrome) empfehle ich den Artikel : "Nicht die Anämie abwarten" von Dr.Beat S.Schaub (zB Der Allgemeinarzt 14/2007, Seite 36 -41). Kollege Schaub aus der Schweiz beschreibt die Symptome des IDS bei einem Ferritinwert < 50 "...Jahre vor dem Auftreten einer Anämie" und postuliert Eiseninfusionen.
Der schweizerische Kollege ist aber auch nicht geknebelt durch deutsche Arzneimittelrichtlinien.
in Deutschland ist eine entsprechende Therapie, sei sie peroral oder per infusionem wohl nur als Igel-Leistung möglich.

3 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Laboratoriumsmedizin

Ein erniedrigtes Ferritin (darunter dürften 10 µg/l sicher unabhängig von der verwendeten Methode fallen) beweist einen Eisenmangel. Falls MCV, Hb und Serumeisen dabei normal sind, liegt definitionsgemäß ein Speichereisenmangel (prälatenter Eisenmangel) vor.

Allerdings ist ein Ferritinwert von 10 µg/l schon sehr niedrig für eine prälatenten Eisenmangel. Da die Serumeisenbestimmung sehr unzuverlässig ist (hohe Tagesschwankungen, Nahrungsabhängigkeit), könnte es sich in diesem Fall auch bereits um einen latenten Eisenmangel handeln, der bereits symptomatisch sein kann.

Der prälatente Eisenmangel schreitet unbehandelt im Laufe der Zeit meist fort zum latenten Eisenmangel (Ferritin, Serumeisen und meist auch schon MCV erniedrigt). Erst im weiteren Verlauf sinkt auch das Hb ab (Eisenmangelanämie ist das Spätstadium, manifester Eisenmangel).

Was spricht denn dagegen, bei nachgewiesenem Eisenmangel (egal, in welchem Stadium) eine Therapie einzuleiten?

Trotzdem besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass die Symptomatik gar nicht durch den Eisenmangel verursacht wird, sondern durch eine andere Erkrankung.

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt), Hämatologie und Onkologie, Pathologie,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
hämoglobin, befindungsstörung, eisenmangel, ferritin

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04