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Narkosekomplikationen

Dr. ...
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Narkosekomplikationen

Elektive Narkose Einleitung bei gesundem! 42 jährigen Patienten, 95 kg, Nichtraucher zur Wundrevision bei Z.n. Tibiafraktur III°

Nach i.v. Applikation von 0,2 mg Fentanyl und 500 mg Thiopental plötzliche Unmöglichkeit der Maskenbeatmung trotz Guedeltubus, Lagerungsmaßnahmen und Überprüfung und Optimierung sämtlicher Einstellung am Draeger Primus. Nach Gabe von 100 mg Succinycholin glatte Intubation und volatile Anästhesie mit Desfluran.
Bei der Ausleitung Hustenstoß und wieder Unmöglichkeit der manuellen Beatmung über den Tubus. Nach Vertiefung der Narkose war die manuelle Beatmung mit höheren Drücken (40mmHg) wieder möglich. Auskultatorisch keine pulmonale Obstruktion und beidseits vesikuläres Atemgeräusch, jedoch deutliche Hypersalivation. Applikation von 250 mg Solu-Decortin und vier Hüben Berotec. Danach erfolgte ein erneuter Ausleitungsversuch unter massivem Husten des Patienten, der erfolgreich war. Postoperativ starker Hustenreiz. Die vorrausgegangenen Narkosen waren laut Protokollen und Patient alle unauffällig
Nun stellt sich die Frage nach der Ursache der Komplikationen?
Laryngospasmus wäre eine Erklärung für die Probleme bei der Maskenbeatmung, jedoch nicht für die mit Tubus. Bronchospasmus bei bds. VAG eher unwahrscheinlich. Thoraxrigidität durch Fentanyl? Histaminliberation durch Thiopental bei hypersensiblen Bronchialsystem oder Asthma bronchiale?

Diskussion

9 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 190 Ärzte verfolgen diese Diskussion
3 von 8 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Patient war einfach -"wach"!

0 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Anästhesiologie

Von wach würde ich bei der beschriebenen Dosierung nicht sprechen. Auch unter der Anwendung von Sufentanil in gewichtsadaptierter Dosierung kommt es gelegentlich zu plötzlich eintretendem Reizhusten bzw. zu einer gesteigerten Thoraxrigidität. Versuchen Sie doch beim nächsten Mal eine Primingdose zu verwenden, oder sie präkurarisieren. MfG Arzt85151

1 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Intensivmedizin

Ich würde sagen, dass klingt nach einem typischen Raucher. (Dazu passt die Hypersalivation wunderbar.)
Wo kein Beatmung möglich ist, ist auch keine Obstruktion hörbar. Die NW von Thio dahingehend wurde schon benannt.
Der broncholytische Ausleitversuch war ja letztendlich erfolgreich....
Da muß man manchmal wegschauen, bis er sich wieder eingekriegt hat.
Es gibt halt nuicht nur Adaptationstörungen bei Neugeborenen....;-)

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Anästhesiologie

Welches Narkosegerät wurde benutzt und wurden an diesem externe Bakterienfilter verwendet ? Dräger empfiehlt diese (teuren) Filter gerne. Diese können ggf. schlagartig einen maximal erhöhten Atemwegswiderstand erzeugen, den man dann als vom Patienten verursacht annimmt. (Habe dies schon mehrfach erlebt). Beatmung über Ambubeutel ist dann stets problemlos möglich, wenn man den Patienten vom Gerät nimmt. Diese Filter sind überflüssig, wenn man patientennahe Atemgasfilter einsetzt.
Was die Verschleimung, Hypersalivation anbelangt, so ist dies fast eine regelhafte Begleiterscheinung von Intubationsnarkosen, wenn die Patienten nicht nach guter, alter Sitte mit Atropin (i.m.) prämediziert wurden.

Dr. ...Dr. ...
FA für Anästhesiologie

Erwägen Sie doch bei ähnlichen Operationen einfach alternative Narkoseverfahren wie Spinalanästhesie oder periphere Nervenblockaden.

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Anästhesiologie

Ich erlebe solche Probleme auch manchmal und schiebe sie meiner Ungeduld zu. Bis die Medikamente wirken vergehen 60 Sekunden und mehr. In dieser Zeit keine Manipulation im Mund vornehmen. In Ihrem Fall würde ich die Probleme in der Einleitung auf die Größe des Güdel zurückführen. Ich würde nicht intubieren mit einem Tubus, sondern mit einer Kehlkopfmaske oder ähnlichem. Sie haben doch wunderbar gehandelt und therapiert und der Patient ist ohne Schaden geblieben.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Anästhesiologie

Bronchospasmus bei zu flacher Narkose sehr wahrscheinlich.

Dr. ...Dr. ...
FA für Anästhesiologie allgemein

Am ehesten würde ich eine für diesen Herrn zu flache Narkose oder zu frühen Intubationsversuch vermuten. Gib Wirkung eine Chance: wenn Fenta unmittelbar mit Thio und Relaxans gegeben wird, hat das Fentanyl meist noch keine maximale Wirkung. Gib es doch mal vorweg und warte auf die Reaktion des Patienten .. mir wird so duselig...und dann erst weiter mit Thio/ Eto / Prop etc.

Dr. ...Dr. ...
Anästhesiologie allgemein

Mich würde interessieren, ob bei der 1. Einleitung auch Thiopental in gleicher Dosierung verwendet worden ist oder das Regime gewechselt wurde. Dann lässt sich zumindest eine zu flache Narkose ausschließen, was denke ich die wahrscheinlichste Ursache ist. Natürlich erlaube ich es mir nicht diese Situation aus der "Ferne" zu beurteilen.
Ich persönlich hätte denke ich bei so einer Einleitung dem Patienten gegen Ende der OP Remifentanil angehängt, dann das ganze Gas abfluten lassen(damit Patient sicher aus der Exzitation raus ist). Darauf hätte ich unter wenig Remi spontanisiert und nach nochmaliger Erniedrigung der Remi-Dosis dann extubiert, sobald der Patient die Augen aufmacht. Lidocain 1,5 mg/kg i.v. (event. sogar zusätzlich) wäre auch eine gute Option vor der Ausleitung. Das schirmt zusätzlich vor laryngealen Reflexen ab.
Ich persönlich mache oben geschildertes Verfahren immer öfters auch bei "normalen" Patienten, jedoch immer bei Asthmatiker (wenn man sie intubieren muss), COPDlern mit BMI im Nirvana und auch z.b. bei KHKlern oder sonstigen Patienten bei denen eine schonende Ausleitung erforderlich ist.
Nebenbeibemerkt gibt es bei uns auch Kalliber die man bei 1,3 g Thiopental und 0,5 mg Fenta ohne Relaxans noch nicht beatmet bekommt, weil sie noch mit den Beinen wackeln ;)...

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04