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Panzytopenie bei Leberzirrhose

Dr. ...
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Panzytopenie bei Leberzirrhose

Heute hoffe ich Antwort auf folgende Frage zu bekommen.
Kürzlich habe ich eine Patientin mit fortgeschrittener Leberzirrhose auf dem Boden einer Hepatitis B behandelt. Auffallend war neben einer Thrombopenie um 60 (x10^9/l) bei Splenomegalie eine deutliche Leukopenie 0,9 (x10^9/l), also "900 Leukos". Eine Beckenkammbiopsie blieb ohne nennswerten Befund.
Erklärt die Leberzirrhose alleine diese niedrigen Werte? Wie erklärt sich die Leukopenie.
Vielen Dank für jede hilfreiche Antwort.

Diskussion

9 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 137 Ärzte verfolgen diese Diskussion
0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Geehrter Kollege,
Wenn Sie sich ein Zugang einrichten (oder schon haben) könnten die beiden folgenden Artikel für Sie interessant sein:


http://www.springerlink.com/content/x6285 ... 0516l /

http://www.springerlink.com/content/57184 ... 25170 /

Mit freundlichen Grüßen

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Eine Panzytopenie unterschiedlichen Ausmaßes ist eine nicht selten bei Lebercirrhose mit portaler Hypertension und Splenomegalie beobachtete Laborauffälligkeit. Sie wird u.a. mit einer gesteigerten Sequestration von Thrombozyten und Leukozyten in der vergrößereten Milz erklärt. Zusätzlich ist, je nach Genese der Zirrhose, eine tox. Knochenmarksschädigung möglich. Therapeutische Konsequenzen: keine.

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Innere Medizin

Diese Konstellation kann man bei Leberzirrhotikern mit Splenomegalie oft beobachten, splenomegale Markhemmung. Ich habe allerdings noch keinen Patienten mit solch starker Leukopenie gesehen.

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Der Begriff "splenogene Markhemmung" (= lösliche humorale Faktoren aus der Milz mit Wirkung auf die Hämatopoese im Knochenmark) ist veraltet und ist pathophysiologisch nicht haltbar(vgl. http://www.springerlink.com/content/t321j ... 55m53 /), obwohl er noch durch viele Lehrbücher geistert.

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Die "splenogene Markhemmung" über humorale Faktoren ist sicher keine akzeptierte Erklärung mehr. Unbestritten ist jedoch die "mechanische" Wirkung der Splenomegalie, manchmal auch als "Hypersplenismus" bezeichnet. Dabei wird eine größere Filterkapazität der vergrößerten Milz als Ursache für die Zytopenie angesehen. In erster Linie sind Thrombozyten davon betroffen, gelegentlich jedoch auch Leuko's oder Ery's. Daher wäre es interessant zu wissen, wie groß die Milz ist. Bis zu 500 ml würde ich die leberzirrhose als alleinige Ursache akzeptieren, oberhalb sollte auch an eine Pfortaderthrombose gedacht werden. Ist diese ausgeschlossen, halte ich ein noch nicht erkanntes Lymphom mit splenischer Hauptlokalisation auch bei negativem Knochenmark für eine plausible Möglickkeit. Darüber hinaus können alle Viren eine Leukopenie induzieren (auch Hep B, aber auch Hep C, EBV und HIV); ist danach gesucht worden?

Freundliche Grüße!

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Innere Medizin

Die Leberzirrhose (nach Angabe im fortgeschr. Stadium) erklärt die Panzytopenie i. R. des Hyperspleniesyndroms.
Eine Beckenkammbiopsie ist nicht erforderlich, da die Werte vermutlich nicht akut abgefallen sind und seit Jahren? im unteren Bereich liegen.

Extrem wichtig ist die HBV DNA quantitativ mit einem hochsensitiven Test z.B. Taqmen um evt. eine antivirale Therapie zur Zirrhosehemmung und Prophylaxe des hepatocell. Karzinoms einzuleiten.
Jede Leberzirrhose infektiöser Genese (also bei chron. hepatitis B/ C) gilt als Präkanzerose

Mit freundlichen Grüßen

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin

Eine Leukopenie dieser Ausprägung habe ich auch bei terminalen Cirrhosen noch nie beobachtet. Wie bereits oben erwähnt denke ich einerseits auch an ein Lymphom oder auch Leukose, andererseits könnte auch eine Autoimmunleukopenie vorliegen!

0 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Da die Beckenkammpunktion unauffällig war ist, ein Lymphom bzw. eine Leukämie als Ursache der Neutropenie ausgeschlossen!!
Es handelt sich um einen peripheren Abbau, der sehr wohl auf die Splenomegalie bei portalen Hypertension zurückzuführen ist, s.a. obige Stellungnahmen.

0 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Vielleicht liegt die Erklärung für eine gemeinsame Ursache für
die Zirrhose. Pestizideinwirkung führt zu Zirrhose und Knochenmarksdepression. Bei bekannter aethyl.Zirrhoseäthiologie wäre die potenzierende Wirkung von H2O5OH auf Pestizide wahrscheinlich.
M.f.G.
Dr.Gerhard Frömel

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Die Genese der Zirrhose in diesem Fall ist doch klar definiert. Es handelt sich um eine chronische Hepatitis B!
@Drs. Schütz und Frömel: Lesen sich die Kollegen eigentlich die vorherigen Stellungnahmen durch?
Die Formel für Ethanol lautet übrigens C2H2OH.

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Ethanol: C2H5OH!!

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

BIN NUR EIN KLEINER "PRAKTIKER", DIE INFOS ÜBER DIESE CIRRHOTISCHE PROBLEMATIK - DIE, NICHT SO AUSGEPRÄGT, SICHER OFT BEI UNS PRAKTIKERN VORKOMMT, SIND FÜR MICH SEHR AUFSCHLUSSREICH. IM ÜBRIGEN FREUE ICH MICH ÜBER DIE - ENDLICH - RICHTIGGESTELLTE C2 SUMMENFORMEL. HABE NACH LANGEM WIEDER DIE STRUKTURFORMEL AUFGEMALT..., GRAD NOCH GELUNGEN...! DANKE!

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

H H
I I
H-C-C-OH war seit Jahrtausenden
I I
H H
Aphrodisiacum,Seelentröster,Narkoticum und neben der Beherrschung des Feuers sicher auch ein hohes Kulturgut der Menschheit - bis er in der Nachkriegszeit durch seine potenzierende Wirkung von Pflanzenschutzmitteln zur Belastung wurde.Ich meine gerade die immundeprimierende Wirkung der biociden Substanzen sind schuld am Ungleichgewicht zu den Krankheitskeimen, der mangelnden Abwehr der entarteten Zellen und der aus Hilflosigkeit resultierenden Rundumschläge des Immunsystems in Form der Allergie und der Autoimmunerkrankung.Ich finde eine medizinische Ächtung der Pestizide für überaus wichtig und den Zeitpunkt-Weltwirtschaftskrise- für erfolgversprechend.
Hepatitis B,Zirrhose,Panzytopenie...wegen Immunschwäche !

1 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Wie bei allen chronischen Erkrankungen mit ausgeprägter
immunologischer Komponente, so dürfte auch bei diesem Patienten eine massive psycho - neuro - endokrino - immunologische Störung vorliegen, die dann auch zum Bild des CFS führt. Beweisbar ist die dann dadurch
bedingte Regulationsstörung durch einen einfachen und sehr
aussagesicheren Labortest (Matrix - Regulationstest nach PISCHINGER, früher als Leukozytentest bezeichnet).

Die Ursache der BB - Veränderungen bei diesem Patienten dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit durch die krankheitsbedingten massiven Veränderungen des biokybernetisch einregulierten Zytokinnetzwerkes der
Extrazellulären Matrix des kranken Organs mit pathologischer Expression hoher Konzentration einzelner Zytokine in der Matrix bedingt sein.
(Veränderung des "local talk" des Immunsystems in der Matrix der Leber.)

Jede einzelne Matrixeinheit des Organismus steht durch einen parasympathischen und einen sympathischen Nerv mit den vegetativen Steuerungszentralen des ZNS (Hypophyse, Hypothalamus etc.) in Verbindung und wird so ständig über den immunologischen Ist-Zustand jeder einzelnen Matrix informiert. Diese Information geschieht durch
Resorption der in der einzelnen Matrix vorhandenen Zytokine - ein Vorgang, der erst seit kürzerem bekannt ist, denn Zytokine können auf Grund ihrer Größe die Bluthirnschranke nicht überwinden. ("tele - talk") - in
den blind in der Matrix endenden vegetativen Nerv.

Ist nun ein Zytokin oder sind mehrere Zytokine In höherer Konzentration vorhanden, so werden diese auch in höherer Konzentration in die Nervenendigung der Matrixnerven resorbiert und über die Neuronenketten des vegetativen Nervensystems zentriptal in das ZNS transportiert.

In der Folge wird der immunologische "local talk" des ZNS verändert und wird zentrifugal diese Zytokinveränderung allen Organen wieder über Transport durch die vegetativen Nerven "mitgeteilt". Jenes Zytokin, das zuerst durch eine Erkrankung (z.B. Leberzirrhose nach Hepatitis B) in
einem Organ in höherer Konzentration gebildet wird, erscheint in dieser erhöhten Konzentration im ZNS und wird bei ausreichender Konzentration in den Matrixeinheitan aller anderer Organe wieder in höherer Konzentration aufscheinen. Je nach Zytokin wird dann eine entsprechende Veränderung von Organfunktionen die Folge sein - im
vorliegenden Fall eine Depression der Bildung der genannten Zellarten im Knochenmark.

Einerseits zählt die Leberzirrhose zu den Krankheiten mit einer hohen neuroimmunen Potenz und stellen andererseits aggressive Virusinfekte auch nach scheinbarer "Ausheilung" immer eine große Belastung dar, da Viruspartikel und/oder energetische Informationen der Viren in der Matrix sehr gut gespeichert werden können und dann bei ausreichender
Konzentration und Intensität eine ständige Belastung darstellen. (Dies ist immer wieder zu erleben, wenn deutliche Erscheinungen nach Anwendung von jenen Virusnosoden in Form eines Potenzakkordes auftreten, die in der Anamnese eines Patienten eine Rolle gespielt
haben.)

Ich habe in meiner kurz gerafften Antwort keine Literaturstellen angegeben, sollte jener Kollege diese benötigen, werde ich gerne eine umfassende Literaturliste übersenden. Ebenso wäre es sicher interessant, eine diese Störungen betreffende Therapie zu diskutieren - ganz
aussichtslos scheint mir eine Behandlung hier nicht zu sein.

Ich hoffe, mit meiner Antwort einen Beitrag im Sinne der Fragestellung des Kollegen gegeben zu haben!

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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Gastroenterologie, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt),

Dem Beitrag wurde folgendes Schlagwort zugeordnet:
leberzirrhose leukopenie thrombopenie

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04