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Paracetamol-Kumulation

Dr. ...
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Paracetamol-Kumulation

Gibt es bei Paracetamol eine "Lebens-Höchstdosis", wie einige Schmerztherapeuten behaupten, oder ist das Unfug? Angeblich sollen 500g so eine Grenze darstellen!

Diskussion

4 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 95 Ärzte verfolgen diese Diskussion
Dr. ...Dr. ...
FA für Anästhesiologie

klingt für mich wie Unfug

1 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

An die Warnung vor einer Lebenszeit-Höchstdosis erinnere ich mich bei den Phenacetinen hinsichtlich renaler Toxizität - vor etwa 20 Jahren. Paracetamol (syn. im Angelsächsischen Acetaminophen) hat im Metabolismus gewisse Überschneidungen zu den Phenacetinen. Eine kumulative Lebenszeit-Grenzdosis für Paracetamol ist mir aber noch nicht untergekommen.
In den "Gebrauchsinformationen für die Fachkreise" findet sich auch bei Paracetamol als Monosubstanz die Warnung vor einer "Analgetika-Nephropathie bei gewohnheitsmäßiger Einnahme von Analgetika, insbesondere in Kombination mehrerer Substanzen". Hilft in dieser Gummiformulierung zu Ihrer Frage also auch nicht konkret weiter.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Arbeitsmedizin

Sehr geehrte Kollegen,
ich habe während meines Studiums im Biochemie- Unterricht ( das war 2000), eine Lebenszeitdosis von 1000g gelernt. Das haben Biochemiker und auch Pharmakologen behauptet. Das habe ich bisher immer als richtig hingenommen, es seitdem also nicht mehr hinterfragt. Ich werde das nochmals recherchieren und sie auf dem Laufenden halten.
Liebe Grüße

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Physiologie, Pharmakologie und Toxikologie

Paracetamol ist der erste Metabolit des Phenacetins. Da Phenacetin selbst wirksam ist, sogar wirksamer als sein Metabolit wären die Zahlen von 500 - 1000 g Lebenszeitdosis entsprechend zu korrigieren.

Wir wissen heute das der Schaden an der Niere durch den erwünschten Effekt dieser Substanzen (Hemmung der Prostaglandinsynthese) entsteht. Es kommt zu einer Mangeldurchblutung, durch Störung der Autoregulation des Renalen Blutflusses.

Die genannten Zahlen beziehen sich auf Arbeitsmedizinische Erkenntnisse aus der Schweizer Uhrenindustrie, bei der durch die Überlastung des Auges (permanente starke Akkomodation) sich bei den Arbeitern generell starke Kopfschmerzen einstellten. Diese wurden von den betroffenen Behandelt, in dem zu jeder Tasse Kaffee ein bis zwei Phenacetin Tabletten zu je 500 mg eingeworfen wurden.
Das führt zu rechnerischen Tagesdosen von 1-2 Gramm.

Auch nach 1,5 bis 2 Jähriger Tätigkeit wurden bereits irreparable Nierenschäden gesehen, wenn gleich die typische Phenazetinniere erst nach 5 bis 15 Jahre in der Mehrzahl der Fälle auftrat.

Die Noxe ist offensichtlich die permanente Blockierung der
Prostaglandinsynthese über Jahre hinweg.

CAVE so etwas dürfte bei den hochwirksamen ...coxiben
Auch zu erwarten sein bei vergleichbaren Einnahmebedingungen.

Die Lebenszeitdosis ist also nicht in Sinne der Masse zu verstehen sondern in Form der Anwendungstage mit weitgehend vollständiger PGE Synthesehemmung.

Natürlich treten die Schäden an anderen Organen ebenso auf, die Nierenschäden bei jungen Menschen waren nur besonders auffällig, über Gastritis klagt man eben besser nicht, wenn einem der (gutbezahlte) Job lieb ist.

Wer sagte da, die Gesundheit sei des Menschen höchstes Gut???

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Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Innere Medizin (ohne Schwerpunkt), Klinische Pharmakologie, Pharmakologie und Toxikologie, Schmerztherapie,

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04