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Prävention!

Dr. ...
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Prävention!

Ca. 1% der gesamten Ausgaben fließen ("höchstens") in die Gesundheitsfürsorge (Vorsorge!). Ca. 99% der Ausgaben werden zur Krankheitsbehandlung in verschiedenen Sparten (Krankenhaus, Ärzte, Medikamente, etc.) "verpulvert".
Welche Rolle kann bzw. soll ein "Präventionsgesetz" spielen? Oder ist der "sekundäre Krankheitsgewinn" für unsere Gesellschaft so groß, dass es gut ist, wie es ist?
Ich als allgemeinmedizinischer Hausarzt würde gerne mehr Prävention machen (theoretisch + (!) praktisch).
Was hindert uns Ärzte daran, Prävention zu machen? Es gibt viele DMP's aber noch kein PMP(Präventions Management Programm)!

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Diskussion

4 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 21 Ärzte verfolgen diese Diskussion
Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Ernsthafte Prävention muß in den Kindergärten und Schulen beginnen, um Einfluß auf Lebensführung, Ernährungsweise und körperliche Aktivitäten zu nehmen. Alles Weitere können wir selbst in den Sprechstunden durch Beratungen, Kontrollen und Motivation vermitteln, wobei wir auch z.Zt. die GU- u. CA-Vorsorge nutzen können, wenn diese Möglichkeit seitens des Gesetzgebers inzw. minimal ausgestattet wurde. Je nach Auslastung des eigenen Budgets u. medizinischen Hintergrundes bzw. auf IGEL-Basis können wichtige präventive Leistungen ergänzt werden. Ein "Präventivgesetz" wünsche ich mir nicht, denn die "Gesundheitspolitik" ist in unserem Lande nur darauf ausgerichtet Gelder im Bereich der sog. "Leistungserbringer einzusparen, uns zunehmend Leistungen unentgeltlich abzufordern, bzw. Gelder für unsinnige Verwaltungs- und Regulierungsmaßnahmen zu binden (siehe DMPs, Hausarztverträge, IV-Verträge,Koppelungen an den Risikostrukturausgleich, Budgetierungen, Regressierungen,19%-MwSt. usw.). Dort "verpulvern" wir die benötigten Gelder, nicht in der Krankheitsbehandlung. Ich benötige kein PMP (nochmehr Dokumentation und Verwaltung; keine kostenpflichtigen Lehrgänge und überflüssige Qualifikationsnachweise zu unseren Lasten).Warum nicht die GU wieder so ausgestalten, wie sie früher schon einmal bestanden hatte ?
Discender

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Prävention wäre Grundvorraussetzung für ein effizientes Gesundheitssystem; Mit Bonussystemen und dem Appellieren an das Einsehen der Patienten wird leider nur Geld und Energie verschwendet. Wie z,B. die segensreiche Anschnallpflicht im Auto zeigt, ist vernünftiges Verhalten nur durch spürbare Strafe zu erreichen. In unserem "sozialen" Gesundheitssystem würde dies problemlos funktionieren wenn bei nicht befolgen der Präventionsuntersuchungen der Kassenbeitrag empfindlich steigen würde - bis hin zum Ausschluß da solches Verhalten unsolidarisch ist; Kollegen die dies unzumutbar finden, bitte ich nur, sich kundzutun was mit ihnen geschieht, wenn sie den Fortbildungsvorschriften der KV nicht nachkommen!

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Ich weiß nicht was in den zu erwartenden (?) Präventionsgesetzt steht! Aber ich nutze die wenige Prävention - Vorsorgen - Impfungen sehr rege ! Dem steht nichts entgegen - nur vielleicht die eigene Einstellung dazu. Ich finde DMP´s klasse- alle meine Chroniker (Diabetiker- KHK, COPD und Asthmatiker) kommen jetzt regelmäßig. durch E-DMP (für alle mit Praxis Computer easy!) kaum logistischen Aufwand.- und v.a.eine deutliche Zunahme meines Einkommens ! -außerhalb jedes Budges - das ist meine Realität - auch wenn wirklich ALLe meckern - ICH nicht !

Dr. ...Dr. ...
FA für Öffentliches Gesundheitswesen

Liebe Kollegen!
Das Schlagwort Prävention beinhaltet mehr, als man vordergründig darin sehen kann. Alleine die Unterteilung und Definition macht die Vielschichtigkeit klar:
Letztendlich ist Prävention die Verhütung von Krankheiten (die gesundheitliche Schädigung)durch gezielte Maßnahmen / Aktivitäten zu verhindern, verzögern oder abzumildern.
-Primärprävention beinhaltet Aktivitäten zur Vermeidung von Krankheiten (z.B. Impfungen).
-Sekundärprävention umfasst Maßnahmen zur Entdeckung (symptomloser) Krankheiten (z.B. Vorsorge).
-Kuration sind Maßnahmen nach Eintritt einer Krankheit, die eine Verschlechterung hin zu bleibenden Defekten oder Tod verhindern, wobei Aktivitäten zur Verhinderung bleibender (auch sozialer) Einbußen als Tertiärprävention bezeichnet werden (Rehabilitation).
So gesehen sind Sie alle im Rahmen der Prävention tätig, wobei klar ist, dass Sie mehr Primärprävention betreiben möchten. Hier muß auch zukünftig der Ansatz liegen und das Präventionsgesetzt soll hier die gesetzliche Grundlage schaffen. Eine politische Verfälschung und Verwässerung ist jedoch zu erwarten.
Zur Prävention gibt es eine immer wieder gern erzählte Geschichte, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:
Ein Arzt geht am Fluß spazieren (OK, keine Diskussionen bitte, ich weiß, Sie haben keine Zeit für Spaziergänge...). Plötzlich hört er Hilferufe eines Ertrinkenden. Er springt ins Wasser, rettet den Menschen unter großem Kraftaufwand und reanimiert erfolgreich. Kaum sind die Vitalparameter stabil, hört er erneut Rufe einer Person im Wasser. Erneut erfolgt die mühselige Rettung. Er ist gerade fertig, da hört er wieder Schreie. Kurz: Es geht so immer weiter. Der Arzt hat überhaupt keine Möglichkeit, mal nachzuschauen, warum weiter flussaufwärts die Menschen ins Wasser fallen oder gestossen werden. Er kann keine Maßnahmen ergreifen, dies zu verhindern oder dafür zu sorgen, dass die Menschen schwimmen lernen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und mir ein schönes Wochenende und eine hohe Frustrationstoleranz!
Grüße

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Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Gesundheitspolitik, Allgemeines,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
gesundheitsfürsorge, präventionsgesetz, prävention, dmp

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04