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Sensibilitätseinbußen bei einer 19 jährigen

Dr. ...
Bewertung:


Sensibilitätseinbußen bei einer 19 jährigen

Kasuistik:

Patientin, 19 jahre, kommt mit Brustschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm. Sie hat viel Stress. Sonst keine Begleiterkrankungen.
Raucherin.

Die PAtientin hat ein normales EKG, normale Herzenzyme.

Bei der Untersuchung fällt jedoch auf, dass sie die komplette rechte Seite sensibilitätsgemindert empfindet. Keine Kraftminderung. Der Patientin selbst ist dies gar nicht aufgefallen.
Hirnnerven intakt. Reflexe seitengleich...

Die Frage ist:
ist dies eine Notfallindikation für ein Schädel MRT oder CT. Kann man zuwarten?
Kann dies auch einfach stressbedingt auftreten?
Freue mich auf Anregungen.
MFG

Diskussion

10 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 152 Ärzte verfolgen diese Diskussion
1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Wenn der klinisch-neurologische Befund unauffällig ist muss man meiner Meinung nach keine notfallmäßige Bildgebung durchführen. Häufig findet man bei Sensibilitätsstörungen keine fassbare Ursache. Differntialdiagnostisch denke ich in erster Linie an eine MS. Aus diesem Grunde würde ich zeitnah eine MRT-Schädel durchführen, ggf. (in jedem Fall bei Auffälligkeiten) Lumbalpunktion und weitere Diagnostik (Elektrophysiologie).

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Lieber Herr Dr. Wendt,

letzlich habe ich die Patientin aufgrund der Symptomatik in die Neurologie geschickt. Sie erhielt ein MRT des Schädels. -- Zum glück zunächst keine Auffälligkeiten. Dennoch kann wahrscheinlich eine MS sich bildmorphologisch auch später manifestieren denke ich.
MFG

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Ich denke solche Patienten müsste man auf jeden Fall zumindest telefonisch beim Neurologen gleich vorstellen und sogar einweisen.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Brustschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm könnten auch auf die HWS zurückzuführen sein. Wenn sich neurologisch nichts weiter findet, sollte in diesem Bereich weitergesucht werden. MFG

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Hier kommt es sicher auch darauf an, ob einem die Pat. bekannt ist. HWS-Anamnese oder Vorbefunde? Sollte dies die erste Episode der Symptomatik bei sonst leerer Anamnese sein, würde ich eine solch junge Patientin - auch wenn der Bauch an die HWS als Ursache denkt - schon aus juristischen Gründen als Notfall behandeln und sofort zum CCT/Neurologen schicken.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Die Patientin ist Raucherin und steht unter Streß. Auch wenn EKG und Herzenzyme normal sind, würde ich das Herz dennoch nicht aus den Augen verlieren. Nitropositiv? Weitere EKG-Kontrollen und zeitnahe Bestimmung von Herzenzymen wären weiterhin ratsam.

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Neurologie

Entscheidend für weitere Diagnostik ist letztlich genauere Informationen zum neurologischen Befund. Was ist mit "komplette rechte Seite sensibilitätsgemindert" genau gemeint?
Ist auch der Kopf betroffen oder nur Rumpf und Extremitäten rechts und sind alle sensiblen Qualitäten oder beispielsweise nur Schmerz- und Temperaturempfinden (diese dissoziierte Sensibilitätsstörung bemerkt der Pat. oft selbst nicht sofort)? Je nachdem müsste dann zusätzlich zum Gehirn auch das Halsmark abgeklärt werden (z.B. auch Richtung Syringomyelie).
Letztlich kann dieses Forum eine differenzierte neurologische Untersuchung durch einen Facharzt nicht ersetzen. Diese ist wichtiger als sofort irgendeine Schnittbildgebung.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Sehr geehrter Dr. Luckas,
ich stimme ihrem Kommentar absolut zu. Eine neurologische Untersuchung ist bestimmt in erster Linie - und dann eventuell die Schnittbildgebung wichtig.
In meiner Frage hatte ich die neurologische Untersuchung quasi vorraussgesetzt und gleich nach der Bildgebung gefragt.
MFG

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Brustschmerz in Kombination mit Armschmerz, wenn links dann selbstverständlich kardiologisch abklärne, schon um nichts zu versäumen, wenn rechts, dann situs inversus ausschließen, dann aber die HWS per MRT abklären. Es kann ein zervikaler Bandscheibenvorfall sein, der durch Kompression des Myelon auch eine rechtsseitige Symptomatik verursachen kann. Eine MS, habe ich einmal gelernt, fängt in aller Regel mit Augenmuskelkoordinationsstörungen an, und nicht mit Schmerzen!

Dr. ...Dr. ...
Neurologie, Allgemeine Psychiatrie

Weibliches Geschlecht und solche Beschwerden - zumindest ein Mal auch an Herzproblem denken und entsprechend abklären (wird krass unterdiagnostiziert und behandelt).Sonst siehe Koll. Luckas (9.11.08).

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04