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Therapieresistente Muskelverletzung der Wade

Dr. ...
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Therapieresistente Muskelverletzung der Wade

Ein 45-jähriger Triathlet hatte im Mai einen Muskelfaserriss der Wade. Trotz mehrwöchiger Laufkarenz, Fersenerhöhung, Gabe von Vitamin E und Magnesium, sowie diversen Friktionsmassagen und Eisanwendungen bricht die Verletzung immer wieder auf. Der Patient berichtet über eine zunehmende Verhärtung der Wade ("die Wade macht nach einigen Kilometern immer zu") mit Abbruch des Lauftrainings. Klinisch zeigt sich ein rezidivierendes lokales Faszikulieren des Wadenmuskels. Wer hat einen Tipp?

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Diskussion

4 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 54 Ärzte verfolgen diese Diskussion
0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Phys. u. reh. Med., Allgemeinmedizin

Aus meiner Sicht sollte an eine neurologische Erkrankung gedacht werden. Faszikulieren wird oft bei Denervierung von Muskulatur beobachtet. Ebenso sollte eine Stoffwechselerkrankung ausgeschlossen werden (Glykogenose etc.) Ein mir bekannter ähnlicher Fall wurde durch eine Muskelbiopsie diagnostiziert, allerdings durch konträre weitere Untersuchungen (Spiroergometrie) dann wieder unwahrscheinlicher. Aber eine Biopsie sollte man mal in Betracht ziehen.

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin

Man sollte hier nach einem "Verkettungssyndrom" suchen. Nicht ganz unwahrscheinlich ist, daß der betroffene Muskel nach wie vor einer Fehlbelastung unterliegt. Möglichweise liegt die Ursache in einer Fuß- oder Unterschenkeldysfunktion, z.B. Mittelfußblockierungen oder Fibuladysfunktionen, die Marathonläufer häufig bieten. Manchmal liegt die Ursache aber auch in Beckenfehlhaltungen, die nach Verletzungen häufiger auftreten.
Der Patient sollte einem manualtherapeutisch oder osteopathisch geschultem Arzt vorgestellt werden.

4 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Orthopädie und Unfallchirurgie

Wie groß war denn die Läsion und wie lange war denn die "mehrwöchige Pause" dynamisch relevanter Belastungen der verletzten Wade?
Kleine Zerrungen mit lokaler Faserdichteminderung (i.S. Ödem) im Sono ohne Lücke oder erkennbare Einblutung brauchen für eine halbwegs zuverlässige Heilung der Läsion etwa 6 Wochen.
Sichtbare Lücken brauchen länger. Ein persistierendes Hämotom/Serom sollte ausgeschlossen werden (Punktion/ Ausräumung je nach Größe).
Eine Läsion mit Unterbrechung der Faserstrukturen braucht a priori länger für eine stabile Vernarbung hinsichtlich dynamischer Lastspitzen (Lauf). Dies kann bis zu drei Monate dauern. In diesem Fall bei "immer wieder Aufbrechen" ist eine 12 Wochen Laufkarenz anzuraten. In dieser Zeit schonend exzentrisches Training unterhalb der Schmerzgrenze beim Üben (und auch kein Nachschmerz !), leichtes Durchbewegen auf dem Fahrradergometer (ohne Fußarretierung!) und im Wasser sinnvoll zum Erhalt der Muskelgeschmeidigkeit. Krafttraining ebenfalls erst nach definitivem Ausheilen.
Die anamnestische Angabe der irrationalen Zusatzbehandlungen (Mg / Vit E) legt allerdings den Verdacht nahe, dass auch andere Heiler und Betreuer (ausserhalb einer fundierten an der Biologie von Heilung und Regeneration orientierten Medizin) beteiligt sein könnten?

2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Orthopädie und Unfallchirurgie

Ich würde mir ebenfalls das OSG/USG und den Fußwurzelbereich anschauen, außerdem beide ISG. Denn ich sehe häufig, dass die Ursache nicht da liegt, wo es weh tut.

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Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Orthopädie und Unfallchirurgie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Sportmedizin,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
muskelfaserriss, friktionsmassage, verhärtung, wade

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letzte Änderung: 18.11.2011 0:04