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Umstellung auf Leponex

Dr. ...


Umstellung auf Leponex

Sehr geehrte Kollegen,

17-jähriger Patient mit schwer einstellbarer Psychose, bekommt seit 6 Wochen atyp. Neuroleptikum plus Haldol. Darunter kaum Rückgang der Plussymptomatik. Über welchen Zeitraum ist es ratsam diese Medikation fortzuführen, bevor ich auf Leponex umstelle?

Vielen Dank

Diskussion

4 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 36 Ärzte verfolgen diese Diskussion
Dr. ...Dr. ...
FÄ für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Hallo! Ich finde die Frage ist so schwer zu beantworten, ohne die jetzige Medikation auch in ihrer Dosierung zu kennen. Wie ausgeprägt sind die Symptome des Patienten? Da sie "schwer einstellbar" schreiben, was wurde schon ausprobiert?

Dr. ...Dr. ...
Pathologie, Allgemeine Psychiatrie

Zur Zeit bekommt der Pateint 21 mg Haldol und 8 mg Akineton.
(was ja schon viel ist)trotzdem besteht weiterhin Rigor und Tremor. Optische, akustische und olfaktorische Hallus bestehen weiterhin, lediglich die Angst tritt nicht mehr auf.
Vorherige Medikation:
Abilify, darunter hypoman. Später Seroquel, dann aktuelle Medikation.

Viele Grüße

Dr. ...Dr. ...(1)
FA für Allgemeinmedizin, Allgemeine Psychiatrie

hallo, wie sieht es mit der Patientencompliance aus? wieviel raucht der Patient? Blutspiegelbestimmung von Haloperidol mehrfach durchführen. 20 mg Haldol sind viel!
Drogenmissbrauch? Urindrogenscreening!
cCt?
EEG wegen geplanter Leponexmedikation?

Haldol und Akineton kann und darf nicht die Lösung für einen jungern Menschen sein!!!

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Psychiatrie und Psychotherapie

Hier handelt es sich ja um eine zum Glück seltene Konstellation - was aber wiederum zur Folge hat, dass es wenig "harte Daten" gibt, auf die man sich stützen kann und dass eigene Erfahrungen sehr subjektiv gefiltert sind. In solchen Situationen lässt sich der Bias ("Sehe ich was ich sehen will?") nicht eliminieren und ich halte mich dann - im Wissen um deren Beschränktheit - trotz (oder wegen?) langer Erfahrungen an Leitlinien. Die S3-Leitlinie zur Schizophrenie gibt zu dieser Situation einige Empfehlungen:

1.
Medikamentöse Behandlungsresistenz wird angenommen bei fehlender oder unbefriedigender Verbesserung der Zielsymptome trotz Behandlung in empfohlener Dosierung und Dauer jeweils zwischen 6 und 8 Wochen mit mindestens 2 Antipsychotika, wovon eines ein Atypikum sein sollte. Die Compliance sollte, gegebenenfalls mittels Spiegelkontrolle, gesichert sein. Daher:
a) Spiegel kontrolliert? -> wegen Compliance und individuellem Metabolismus
b) Dosis angemessen? Bei Haldol ja. Beim Atypikum?
c) Dauer Haldol: Hier würde ich (persönliche Tendenz) noch die vollen 8 Wochen abwarten. Dauer Seroquel und Abilify - auch über je 8 Wochen ausbehandelt?

Wenn alle Fragen mit ja beantwortet werden, gibt es zwei potenzielle Vorgehensweisen: Augmentation mit Lithium oder mood stabilizer, wenn ausgeprägte affektive Begleitsymptome bestehen. Clozapin, wenn keine ausgeprägten affektiven Begleitsymptome bestehen.

S3-Leitline:
http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/038 ... 9.htm

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeine Psychiatrie, Pathologie, Allgemeine Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
Haldol, Umstellung, leponex

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23