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Vaginismus

Dr. ...


Vaginismus

Ein Tabuthema: Ich bin Psychiaterin und Neurologin, habe eine liebe, nicht neurotische Patientin, 27 Jahre alt, der erste späte Geschlechtsverkehr missglückte wiederholt. Jetzt glaubt sie, sie leide unter Vaginismus. Eine Gynäkologin fand keine Besonderheiten, sie solle es erneut versuchen. Diese Antwort ist für die junge Frau unbefriedigend.
Welcher Experte beschäftigt sich mit diesem Thema und geht entsprechend sensibel mit den Patientinnen um?
Ich bitte um Kontaktaufnahme und evtl. Angabe entsprechender Anschriften derartiger Spezialisten.
Danke!

Diskussion

11 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 256 Ärzte verfolgen diese Diskussion
3 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Wohl ein wirklich sensibles Thema. Ich denke hier müssen Psychotherapeut und der bekannte Gynäkologe eng zusammen arbeiten. Es muss, denke ich, kein Spezialist auf gynäkologischem Gebiet gefunden werden - an erster Stelle steht hier eine effiziente Psychotherapie.

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Gynäkologie, Allgemeinmedizin

Bevor die Patientin zu einem Psychotherapeuten geschickt wird, sollte zweifelsfrei geklärt werden, ob der "missglückte Geschlechtsverkehr" nicht durch den Partner bedingt ist. Hier kämen zahlreiche Ursachen infrage.

2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Neurologie

Bitte abklären, ob in der Vorgeschichte eine Episiotomie erfolgt war.

Dr. ...Dr. ...
Allgemeinmedizin, Pathologie

Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Psychosomatiku. Psychotherapie sowie Gynäkologie erscheint dringend indiziert - Erhebung der biographischen Anamnese wegweisend - Mißbrauchserfahrung?
Achten auf Komorbiditäten.

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Die Patientin ist "nicht neurotisch". Wie wurde das evaluiert?
Nach meinen eigenen therapeutischen Erfahrungen kann dies exakt nur durch tiefenpsychologische Klärung, z. B. durch psychotherapeutische Hypnose, erfolgen. Da erlebt man manche Überraschung, mit Glück manchmal auch gleich die Lösung.

0 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Pathologie

wenn nicht neurotisch, was denn? Psychotisch? Dies könnte den Zusammenhang abklären helfen, zwischen tatsächlichem Missbrauch und ödipalen Wünschen, die mit dem dargestellten Symptom abgewehrt werden.

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Innere Medizin (ohne Schwerpunkt)

Meinen Sie, Herr Kollege August, dass alle Menschen mit sexuellen Dysfunktionen (ohne feststellbarer organischer Erkrankung), es aufgrund von einer kranken Psyche haben??
Ich habe meine Zweifeln. An soziokulturellen Hintergründe, falsche Erwartungen aufgrund mangelhafte Aufklärung (heuzutage nicht unüblich), nicht anerkannte Homosexualität, kein echtes sex. Interesse an den aktuellen Partner (kann ganz nett sein, aber nicht erotisch genug zB), Partner mit sex. nicht erkannten Funktionsstörungen (die Pat. hier scheint nicht, erfahren zu sein, hat vielleicht keinen Vergleich) etc...denken, bevor man die arme Frau als neurotisch bezeichnet, oder die Kompetenz unserer Kollegin Arzt-3555 (immerhin Psychiaterin) in Frage stellt.
Was die KOllegin eingentlich fragt: gibt es Fachleute für solche Bilder? Sexologen, oder etwas in der Richtung?
Das Zusammenarbeit von vielen versch. Fachrichtungen in solchen Fällen scheint in meine Augen ungeeignet. Nicht viele Leute würde mit 3 verschieden Ärzte (+Vertreter) seine Sexualität regelmäßig überprüfen?

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Pathologie

Ich habe wissenschaftlich und praktisch zum Thema Vaginismus gearbeitet. Genau wie Herr Moll halte ich eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen einer Psychosomatikerin und dem behandelnden Gynäkologen für entscheidend, um die genaue Symptomatik, Schwere, Ursache abzuklären. In diesem Zusammenhang kann ich Frau Dr. med. Ulrike Brandenburg, Leiterin der sexualmedizinischen Ambulanz am Unikklinikum Aachen, und ihre Arbeitsgruppe empfehlen.

Dr. ...Dr. ...
Pathologie

Ich habe wissenschaftlich und praktisch zum Thema Vaginismus gearbeitet. Genau wie Herr Moll halte ich eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen einer Psychosomatikerin und dem behandelnden Gynäkologen für entscheidend, um die genaue Symptomatik, Schwere, Ursache abzuklären. In diesem Zusammenhang kann ich Frau Dr. med. Ulrike Brandenburg, Leiterin der sexualmedizinischen Ambulanz am Unikklinikum Aachen, und ihre Arbeitsgruppe empfehlen.

Dr. ...Dr. ...
Neurologie, Allgemeine Psychiatrie

bin " alter " nervenarzt mit reichlich berufserfahrung bis
hin zu fünf jahren als forensischer oberarzt und ( fast )20 jahren praxis.
habe in der ausbildung ( lindau ) frau prof.dr.kaplan ( new
york ) / gelernte psychoanalytikerin / jetzt SEXUALTHERAPIE / uni-ambulanz bzw. privat-praxis ( s.o.) in einem seminar kennen gelernt.
in new york kommt noch " multikulti " dazu !
z.t. groteskes verhalten ( für unsere mehr oder weniger aufgeklärten verhältnisse ) bei ethnischen minderheiten etc.
also : sexualtherapeutische ambulanz ( uni ) , wenn vorhanden , sonst ein seröses institut oder praxis ( falls erreichbar ).
mit kollegialen grüßen !

1 von 1 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Allgemeine Psychiatrie

Liebe Verfasserin,

Vaginsimus ist wie beschrieben ein bio - psycho - soziales Problem, dessen Ursachen individuell zu sehen sind, Gründe reichen tatsächlich von einer ungeschickten Sexualpraxis des Partners über mentale Vorstellungen von Sexualität über spezielle Bindungsinvarianten bis hin zur Frage nichtvaginaler /vaginaler Sexualerfahraung usw..
Aus parktischer Sicht erscheint hier die Klärung aller drei Aspekte notwendig, sei es interdiszipliär, sei es durch einen Gynäkologische oder Sexualmed. Ambulanz (z.B. Univ Halle, Frankfurt/M, Hamburg usw.). Dankenswert ist der Hinweis nicht präjudikativ Ursachen anzunehmen sondern mit der Frau völlig offen umzugehen. Dyspareunie ist häufiger als bekannt, da viele nicht darüber sprechen. Daneben sollte auch die Möglichkeit einer Paartehrapie erwogen werden, insbesondere bereits bei der Diagnostik, da auch hier beide Seiten Betrachtung finden müssen.

Erst dann sollte nach klarer Zielsetzung erwogen werden welche organische Therapie (Dilatoren, etc. MEdikamentös usw.), psychotherapie usw. eingesetzt wird. Gerade als Psychoanalytiker erlebe ich oft zu frühen therapuetischen Eifer, bei dem dann später aus meiner psychosomatischen Sicht die soziale Seite maßgeblicher gewesen wärde. Dies muss gerade oft keine "Neurose" sein.

2 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeine Gynäkologie

Obwohl das Thema bereits alt ist, doch noch meine Reaktion.
Der erste Geschlechtsverkehr missglueckte mehrmals, obwohl die gynaekologische Untersuchung unauffaellig war. Das heisst dass anatomisch alles stimmt.
Die Frage ist hier m.E. WAS missglueckte eigentlich:
Die Penetration? Schmerzen=Angst: Ist der Partner unerfahren, nicht einfuehlsam.
Orgasmuserlebung? Zeitpunkt bzw Erreichen des Orgasmus.
Meiner Erfahrung werd mit der Frage oft etwas anderes gemeint.

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Pathologie, Allgemeine Gynäkologie, Allgemeine Psychiatrie,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
vaginismus, geschlechtsverkehr

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23