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WECHSELJAHRE DES MANNES

Dr. ...
Dr. ...
FÄ für Pathologie


WECHSELJAHRE DES MANNES

Als Psychotherapeutin werde ich sowohl von Patienten, als auch von Patientinnen immer wieder darauf angesprochen, ob es auch Wechseljahre des Mannes gibt.
Eine Vermutung dahin gehend liegt wohl nahe.
Schwieriger ist, was im Einzelnen diese Wechseljahre ausmachen könnte. Wahrscheinlich sind die Faktoren ähnlich wie bei den Wechseljahren der Frau. Dahin gehende Fortbildung erbrachte noch wenig weitere Erkenntnis, da die beobachteten Stichproben äußerst klein sind.
Vielleicht könnten Kollegen / Kolleginnen unterschiedlichster Fachrichtungen sich hier zu diesem Thema austauschen oder Kenntnisse übermitteln?

Diskussion

3 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 50 Ärzte verfolgen diese Diskussion
4 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
Pathologie, Allgemeine Gynäkologie

Sehr geehrte Kollegin,
beim Mann gibt es sicherlich Wechseljahre, die aber im Gegensatz zur Frau nicht abrupt, sondern allmählich beginnen. Man kann diesen Abschnitt auch als Andropause oder Somatopause bezeichnen. Es ist mit dem Älterwerden des Mannes ein signifikantes Abfallen aller Hormone feststellbar, wie z.B. Testosteron, aber auch DHEAS. Einzig der Cortisol- Spiegel bleibt konstant.
Ist nun eine Symptomatik vorhanden, wie Schweißausbrüche, innere Unruhe, Nervosität, Libidoverlust, Schlafstörungen, eventuelle Sinnentleerung und Nachlassen im Beruf, so ist, wenn der Mann etwa im 50. Lebensjahr ist, auch nach einer Hormonmangelsituation zu fahnden. Kommt es durch Hormonsubstitution zu einer Verbesserung der Symptomatik, so ist der Nachweis eines Hormonmangels in den Wechseljahren des Mannes offensichtlich.
Vor allem sollte man aber vor einer Hormontherapie maligne Erkrankungen ausschließen, da Hormone eine Proliferation des Gewebes provozieren können. (Prostata!)
Dies ist aber bei strikter Hormonsubstitution im Falle einer Mangelsituation unwahrscheinlich.
Das metabolische Syndrom, welches einen Taillenumfang von mindestens 94 cm beim Mann beinhaltet, ist gut mit DHEAS therapierbar. Das heißt, man sollte bei einem metabolischen Syndrom daran denken, den DHEAS- Spiegel zu kontrollieren und gegebenenfalls zu substituieren.
Liebe Grüße

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Urologie

Sicherlich macht auch der Mann eine Art Wechseljahre durch, da, wie Fausto schon richtig bemerkte, mit fortschreitendem Alter die Hormonproduktion absinkt.

Die Frage ist: Ist das krankhaft oder ein natürlicher Prozeß des Alterns?

Es wird gar viel vom "aging male" geschrieben und noch mehr auf Kongressen geschwafelt. Aber sind wir Ärzte geworden, um natürliche Prozesse des Alterns hinauszuzögern und zwar nur bei dem, der über genügend Kleingeld verfügt (die Krankenkassen zahlen solche "Anti-Aging-Medizin ja nicht)?

Oder ist es vielmehr unsere Aufgabe, dem Patienten zu vermitteln, daß diese Prozesse nun einmal dem natürlichen Verlauf entsprechen und die Werbung vom "ewig jungen dynamischen 100-jährigen mit der Haut und der Spannkraft eines Pubertierenden" ein Trugbild ist?

Ich kann dazu nur Midas Dekkers beipflichten, der sinngemäß sagt: Wir finden alte knorrige Bäume und verfallene Ruinen romantisch und schauen sie wehmütig und ergriffen an, einen alten Menschen mit seinen Falten und allen Zeichen, die ein langes Leben und Arbeit hinterlassen haben, finden wir abstoßend? Warum denken wir so? Warum erkennen wir nicht die Erotik des Alterns?

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Pathologie

Vielen Dank zunächst an Fausto und Arzt_4140.
Der Kommentar von Fausto ist für mich sehr informativ, vermittelt viele Fakten, die ich gut in ein Gespräch einbauen kann. Die Erscheinungen der Wechseljahre des Mannes verwirren sowohl Patienten, wie Patientinnen. Ich wollte mich hier nicht auf Spekulationen verlassen. Insofern sind mir Hinweise meiner lieben Fachkollegen / -kolleginnen wichtig.
Arzt_4140 benennt den natürlichen Alterungsprozess, der ja gut nachvollziehbar ist und hier auch angesprochen wird. Ich stimme ihm da sicher zu, nicht ganz uneigennützig. Wir sammeln ja alle eifrig unsere Fältchen. Den spaßigen Kommentar zu uns als Ruinen und das Verzücken bei dem romantischen Anblick habe ich lieber wieder heraus genommen.
Aber ernsthaft: Altern ist ja hoffentlich Reifung. Tragen wir es, so gut es geht, in Würde ... :-)

Dr. ...Dr. ...
FA für Urologie

Sehr geeehrte Frau Schmidt,

schade, den spaßigen Kommentar hätte ich gern gelesen, da Altern und Reifen nicht nur ein würdevoller, sondern auch lustiger, ja lebenslustiger (von Lebenslust) Prozeß ist.

Ich persönlich fühle mich jeden Tag von Bette Davis' Ausspruch "Getting old is not for sissies" motiviert und gebe den auch so manchem mit seinen mit dem Alter auftretenden Zipperlein hadernden Patienten weiter. Die Wirkung ist oft verblüffender als die Substitution von Hormonen.

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Pathologie

Naja, es ist die Produktion von Hormonen, Arzt_4140, wie wir klugen Köpfchen ja wissen, eben über dasselbe auf die Reise geschickt. Und es ist schon richtig, dass es dem Patienten besser hilft, zum einen, wie sicher richtig erkannt, er selbst den Zugang dazu hat und zum anderen keine schädlichen Nebenwirkungen erzeugt.
Vielleicht sollte ich mein weiter gehendes fachliches Anliegen aber noch etwas genauer definieren, nachdem Fauso klare Fakten benannt hat. Wir wissen ja, dass das männliche Wesen sich oft schwer tut, Empfindungen zu benennen die in den selischen Bereich gehen. Daher unterscheiden sich nach den bisher gewonnenen Erkenntnissen, wie gesagt, bei der Fortbildung wurde eine Angabe mit extrem kleiner Stichprobe gemacht, die Symptome bei den vermuteten Wechseljahresbeschwerden der Frau zunächst von denen des Mannes. So wurde z. B. angenommen, dass die aufgrund von welchen auch immer gleichzeitig aufgetretenen Umständen geäußerten Erscheinungen einer Depression beim Manne eher in Richtung somatischer Beschwerden ginge. Wir kennen die depressiven Aspekte bei den Wechseljahresbeschwerden der Frau. Die Diskussion ging dann sogar dahin, unter dem Gender Aspekt die Depression beim Manne anders zu definieren. Das würde jedoch den Begriff der Depression verwässern. Immerhin haben wir ja die Kategorie Somatisierung.
Also unter fachlichem Aspekt würde ich gerne die Kolleginnen / Kollegen fragen, - ob sie in diesem spektakulären Zeitraum spezifische Verhaltens- und Wesensänderungen beim Manne beobachten, - welcher Art diese beobachteten Veränderungen ihrer Meinung nach sind und / oder ob sie u.U. durch andere, z. B. Soziofaktoren, die sich gleichzeitig ereignen (Kinder verlassen das Haus, Partnerschaft muss sich neu definieren, Rückblick auf das bisherige Leben, berufliche Probleme, neue Zielsetzungen, ...)ihrem Eindruck oder ihrer Kenntnis nach ausgelöst oder mit verursacht werden. Da Männer weniger häufig einen Psychotherapeuten aufsuchen, müßten sie eher als Patienten in einer ärztlichen Praxis erscheinen und wahrscheinlich eher über somatisch geäußerte Beschwerden Hilfestellung suchen. Eine klassisch geäußerte Beschwerde sind hier z. B. auch Herzsymptome.
Nun, Arzt_4140, habe ich wieder ein Schmunzelfältchen dazu bekommen und der ruinöse Prozess schreitet fort.

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Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Allgemeinmedizin, Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Endokrinologie und Diabetologie,

Dem Beitrag wurde folgendes Schlagwort zugeordnet:
wechseljahre männer altersp

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23