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Zwangsfortbildungen für DMPs und CME

Dr. ...
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Zwangsfortbildungen für DMPs und CME

Die Zwangsfortbildungen für DMPs (Disease-Management-Programme) bzw. CME (Continuing Medical Education) führen dazu, dass die Industrie als Financier im Hintergrund relevante Fragestellungen zugunstem firmeneigenem Marketing zurückstellt. Wie können wir den unsinnigen Druck durch übertriebenes Qualitätsmanagement verhindern?

Diskussion

3 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 43 Ärzte verfolgen diese Diskussion
4 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Die Frage müsste man sich eigentlich zu einem viel früheren Zeitpunkt stellen. Wozu brauchen wir überhaupt DMPs ? Gesünder oder besser versorgt werden sollte dadurch kein Patient, denn in der Regel nehmen sowieso nur Patienten teil, die bisher schon relativ regelmäßig ihren Arzt aufgesucht haben bzw. sich um ihre Behandlungen kümmern. Der subtile Aktionismus der Gesundheitspolitik drängt uns Ärzte in die Defensive, in dem sie etwas völlig Überflüssiges mit einer "Pseudoqualifikation" aufwertet, noch mit dem Köder von €-Beträgen versieht, die Kassen mit üppigen Beträgen aus dem Risikostrukturausgleich "korrumpiert" und fertig ist der gefügige "Leistungserbringer". Als nützlicher Nebeneffekt entzieht man auch noch der ambulanten Medizin Geld, so daß unsere "schönen" Punktwerte weiter in den Keller rutschen können.
Ich verweigere bisher jegliche Teilnahme an DMPs und Hausarztverträgen, die wiederum durch die Hintertür DMPs installieren sollen (Kleingedrucktes).
Discender

1 von 4 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Ich empfinde mich nicht wie "Discender" als gefügigen Leistungserbringer" sondern als Arzt bzw Ärztin ! obwohl ich DMP Fan bin- Da er noch nie daran teilgenommen hat. spreche ich ihm jede Qualifikation zur Mitrede ab ! Tja so radikal bin ich mit meinen Ansichten - aber wenn ich nie etwas versucht habe - Erfahrung damit machen konnte .-frage ich mich wo diese populistische Meinungsbildung herkommt. Meine Chroniker (Diabetiker- KHK, COPD und Asthma)Patienten kommen regelmäßig, DMP Diabetes gibt es jetzt seit 7/03 und meine Erfahrungen sind wirklich gut, denn der logistische Aufwand hätten wir eh und die Dokumentation ist mit Paxissoftware nur noch Minutensache ! das Wegschicken der Daten geschieht mittesl E-DMP und ist noch einfacher geworden . Verweigerer haben keine Perspektive und v.a,keine Kreativität ! Wo sehen wir und in 5 Jahren z.b. was sind unserer Ziele ! als Ärzte und Seelsorger ! -- ..... diese populistische Verweigerermentalität hängt mir -gelinde gesagt. -zum Halse heraus !

2 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Das Schöne an einem solchen Forum ist,daß man eben auch unterschiedlicher Meinung sein kann. Meine fehlende Teilnahme an den DMPs liegt nicht daran , daß ich einer "populistischen Meinungsbildung" unterlegen bin, sondern dies aus Überzeugung wegen fehlendem medizinischen Sinn ablehne. Ich habe an den Einführungsveranstaltungen zu den DMPs teilgenommen und war darüber sehr verwundert, wie unkritisch sich ein großer Teil der Kollengenschaft ohne intensivere Auseinandersetzung mit diesen Programmen sofort eingeschrieben hat. Hier konnte offenbar der €-Betrag und die Angst evtl. verunsicherte und von ihren Kassen aufgeforderte Pat. zu verlieren, jegliche kritische Auseinandersetzung oder Bedenken beseitigen. Wenn man die von "oben" verfügten Strukturierungen als "außerbudgetären Heilsbringer"ohne Bedenken umsetzt, dann hat das mit der beschworenen Kreativität nichts zu tun, sondern man bezeichnet dies als "Opportunismus". Genau aus diesem Grunde empfinde ich mich eben nicht als "gefügiger Leistungserbringer". Wenn Ihre chron.kranken Pat. unter den erzwungenen DMP-Maßgaben jetzt regelmäßig zu ihnen kommen,frage ich mich, warum diese nicht auch vorher, insbes. aus medizin. Notwendigkeit ,gekommen sind. Schön, wenn Sie so eine bequeme und erträgliche Regelung für sich gefunden haben. Die Perspektive Ihrer Grundhaltung sehe ich in einem regulierten Angestelltenverhältnis nach Maßgabe der Krankenkassen.
Discender

0 von 2 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FÄ für Allgemeinmedizin

Wenn Sie Ihre Kassenzulassung behalten - droht Ihnen das heraufbeschworene "regulierte Angestelltenverhältniss nach Maßgebe der KK" mit oder ohne DMP , Hausarzt modell.....etc.

Dr. ...Dr. ...
FA für Innere Medizin

Gerade weil ich diese Entwicklung befürchte, versuche ich mich dagegen zu wenden. Wenn einzelne Ärzte für sich entschieden haben ihre Vertragsarztzulassung zurückzugeben, dann kann man das unter den derzeitigen Verhältnissen nur zu gut verstehen, jedoch wird es der überwiegenden Mehrheit der Niedergelassenen aus vielerlei Gründen (insbes. Existenzgründen) nicht möglich sein. Ich halte die Einführungen von DMP u.A. als Testläufe für die Politik, inwieweit wir manipulierbar und führbar sind und wie leicht wir durch Vorspiegeln von Honorarzuwachs den Solidargedanken und das gemeinsame Frontmachen über Bord werfen.
Die Abwertung unserer Arbeit ist offenbar erklärtes Ziel der Politik und aufgrund der demographischen Entwicklung unserer Bevölkerung stören wir Ärzte erheblich in den finanzpolitischen Planungen.
Discender

3 von 3 Mitgliedern fanden folgenden Kommentar hilfreich:

Dr. ...Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Ich bin ein Mitläufer und mache bei den DMP-Programmen, Hausarztverträgen und anderem bürokratischen Schnickschnack mit, obwohl ich der Meinung bin, daß es sich lediglich um Kopfgeburten der GKVen handelt, um auf die politische Regelungswut der letzten 10 Jahre zu reagieren. Da meine Familie und meine Mitarbeiter von unserer Arbeit leben müssen, sehe ich mich gezwungen, auch medizinisch unsinnige, aber "populäre" Dinge mitzumachen. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, daß der Aufruf zum Widerstand mangels politischem Weitblick des Gros der Kollegen überhaupt keinen Sinn macht und das große Klagen immer erst kommt, wenn alles gelaufen ist. Inzwischen werden wir sowieso schon von der KBV verramscht, also was soll´s?

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



Informationen zum Beitrag

Dem Beitrag wurden folgende Fachgebiete zugeordnet:
Gesundheitspolitik, Praxismanagement, Allgemeines,

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
dmp, cme, qualitätsmanagement, zwangsfortbildung

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23