>

Neues Gebärmutterhalskrebs-Screening: GenoGyn warnt

Zytologische Untersuchung oder HPV-Test? Demnächst kommen gravierende Änderungen bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs auf Frauen zu. Gynäkologen und die Ärzteorganisation GenoGyn warnen davor. „Solange die Nutzenbewertung wissenschaftlich nicht geklärt ist, können wir die Entscheidung nicht auf die Frauen abwälzen und sie in einen Versuch mit ungewissen Konsequenzen schicken“, warnt GenoGyn-Vorstand Dr. Jürgen Klinghammer.

Liebe Kollegen, was meinen Sie dazu?

Der PAP Test hat sich sehr bewertet und hat seit >als 40 Jahren für die Reduktion des CervixCa sehr viel gebracht. Ich sehe oft in der Praxis pos. HPV aber PAP unauffällig und seit Jahren kein Krebs somit. Im Gegenteil beim auffälligen PAP nicht selten HPV negativ und somit könnte Krebs verpasst werden. Also, ich bleibe bei PAP und empfehle diesen meinen Patientinnen.

Ich kann die Begeisterung für PAP nur bedingt nachvollziehen. Auch hier haben wir es mit nicht hochspezifischen Ergebnissen zu tun, die Überdiagnostik bedeuten KÖNNEN, dann werden eben oft bereits niedriggradige Vorstufen behandelt, die sich in den meisten Fällen von allein zurückbilden würden.

Ipso facto ermöglicht das diagnostische Verfahren kaum Aussagen zum Gesamtüberleben, zur Sterblichkeit oder zur Lebensqualität

Schäden, die unnötige diagnostische Maßnahmen (z.B. die Gewebeentnahme) oder psychische Belastungen aufgrund falsch positiver Test-Ergebnisse hervorrufen schon mal gar nicht.

Insofern plädiere ich hier für eine fachliche fundierte Diskussion innerhalb der gynäkologischen Fachgesellschaften, wie eine sinnvolle Diagnostik mit verschiedenen Verfahren eingeführt werden kann. Eine Friß-oder-Stirb-Lösung wie von der GKV gerade vorgeschlagen kann ich demensprechend nicht gutheißen.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen einen kostengünstigen HPV-Test, allerdings nicht unter Ausschluss anderer Methoden.

Ketzerisch fragt man sich, ob die clevere patientin nicht einfach die Gelegenheit wahrnimmt, bei Arzt eins den einen und bei Arzt zwei den anderen Test zu machen..;)

PAP, da die Anwesenheit von HPV letztlich eine diagnostische Fata Morgana ist. Die zytologische Untersuchung gibt uns ein viel breiteres diagnostisches Spektrum als die Feststellung eines Vorhandenseins bestimmter Viren.

Ich persönlich bleibe beim PAP. Besonders pikant finde ich, dass bei diesem Optionsmodell keine Kombination beider Testverfahren möglich ist, noch ein Wechsel innerhalb des Screening-Intervalls von 5 Jahren möglich ist.

Die G-BA legt also erst NACH diesem Zeitraum fest, welches Prüfverfahren überlegen ist und missbraucht somit die Patientinnen quasi als Versuchskaninchen.

Ich finde das gesamte Prozedere sehr fragwürdig und werde meinen jungen Patientinnen bis auf weiteres den PAP-Test empfehlen, weil sich dieser eben seit über 40 Jahren bewährt hat.