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Deutsche haben deutlich bessere Zähne als vor 20 Jahren

Mehr als 80 Prozent der zehn- bis zwölfjährigen Kinder sind kariesfrei. Parodontitis bleibt Herausforderung. Die Deutschen pflegen ihre Zähne heute wesentlich besser als noch vor 20 Jahren.

Mehr als 80 Prozent der zehn- bis zwölfjährigen Kinder sind kariesfrei. Parodontitis bleibt Herausforderung.

Die Deutschen pflegen ihre Zähne heute wesentlich besser als noch vor 20 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie, die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) am Dienstag in Berlin vorstellten. Danach sind acht von zehn der 12-jährigen Kinder (81,3 Prozent) heute völlig kariesfrei. Damit habe sich der Anteil der 12-Jährigen ohne Zahnfäule in den Jahren 1997 bis 2014 praktisch verdoppelt.

Allerdings müsse Parodontitis noch entschiedener bekämpft werden, hieß es. Denn den Daten zufolge steige der Behandlungsbedarf bei Entzündung des Zahnhalteapparats an – eine Folge der demografischen Entwicklung.

Bei den älteren Menschen sei heute jeder achte völlig zahnlos. Im Jahr 1997 sei es noch jeder vierte gewesen, so die Studie. Unter pflegebedürftigen älteren Menschen sei Karies allerdings weiter verbreitet und sie hätten auch weniger eigene Zähne.

Die umfängliche Untersuchung durch das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) zeige, “dass die Vorsorge funktioniert und die Bedeutung der Mundgesundheit bei den Patienten steigt”, erklärte BZÄK-Präsident Peter Engel. Insgesamt zieht sich eine bessere Zahngesundheit durch alle sozialen Schichten. “Prävention erreicht aber noch nicht alle Bevölkerungsgruppen in derselben Weise – Menschen mit Pflegebedarf oder in sozial schwierigen Lebenslagen profitieren nicht im gleichen Maße davon wie die Breite der Bevölkerung. Das ist ein Handlungsauftrag für die Zahnärzteschaft.”

KZBV-Chef Wolfgang Eßer unterstrich: “Die Mundgesundheit ist so gut wie nie.” Aufgrund des demografischen Wandels müsse jedoch die Versorgung noch stärker auf Ältere und Menschen mit Pflegebedarf konzentriert werden.

Von Oktober 2013 bis Juni 2014 wurden deutschlandweit mehr als 4.600 Menschen an 90 Standorten sozialwissenschaftlich befragt und zahnmedizinisch untersucht.