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Molekularen Mechanismus bei der Streuung von Brustkrebs

Forscher entdecken neuen molekularen Mechanismus, der an der Streuung von Brustkrebs beteiligt ist Ein Team von Forschern des Cancer Science Institute of Singapore (CSI Singapore) der National University of Singapore (NUS) hat herausgefunden, dass die Regulierung eines Tumorsuppressor-Proteins namens TIP60 möglicherweise die Streuung von Brustkr

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Forscher entdecken neuen molekularen Mechanismus, der an der Streuung von Brustkrebs beteiligt ist

Ein Team von Forschern des Cancer Science Institute of Singapore (CSI Singapore) der National University of Singapore (NUS) hat herausgefunden, dass die Regulierung eines Tumorsuppressor-Proteins namens TIP60 möglicherweise die Streuung von Brustkrebszellen verhindern kann.

Das Forscherteam stellte im Rahmen ihrer Arbeit, die in der Fachzeitschrift Journal of Molecular Cell Biology veröffentlich wurde, fest, dass TIP60 unter physiologischen Bedingungen mit zwei anderen Proteinen, DNMT1 und SNAIL2, interagiert, um die Ausbreitung von Krebszellen im Körper zu unterbinden. Es handelt sich um die weltweit erste Studie, die die bisher unbekannte Rolle von TIP60 bei der Regulierung der DMNT1-SNAIL2-Achse beschreibt.

Man fand heraus, dass die Abwesenheit von TIP60 die Spiegel von DNMT1 erhöht, was wiederum zur Aktivierung von SNAIL-2 führt. Wenn dieses molekulare Programm aktiviert wird, erlangen Epithelzellen – die ansonsten unsere Organe schützend umgeben – invasive Eigenschaften sowie die Fähigkeit zur Migration. Dies führt letztendlich zur Ausbreitung von Krebszellen in Regionen fern ab des Primarius. Im Verständnis dieses Mechanismus könnte, so die Hoffnung der Autoren, der Schlüssel für die Unterdrückung der Metastasierung von Krebszellen liegen.

Insbesondere für Brustkrebspatienten mit schlechten Prognosen bezüglich ihres Gesamtüberlebens (OS) und krankheitsfreiem Überleben (DFS), stellen die neuen Erkenntnisse eine wichtige Entdeckung dar. Bei ihnen wurde im Rahmen früherer Forschungsarbeiten nämlich festgestellt, dass ihre Konzentrationen von TIP60 besonders niedrig waren und somit zu einer Anfälligkeit gegenüber Krebszellmetastasen führten.

Die Entdeckung des Teams könnte auch bedeutende Implikationen für andere Krebsarten haben. So fand man beispielsweise bei Patienten mit Colon- und Cervixkarzinom ebenfalls irreguläre Spiegel von TIP60. Daher könnten die neuen Erkenntnisse der Studie zukünftig eine ganze Reihe von Türen zu potenziellen Behandlungsmethoden für Krebs eröffnen.

Die Wissenschaftler geben an, dass ihre Arbeit auch darauf hindeute, dass der individuelle Spiegel von TIP60 möglicherweise als prognostischer Marker für die Progression einer Brustkrebserkrankung dienen könnte. Die Normalisierung von TIP60 könnte darüber hinaus eine vielversprechende Strategie zur Behandlung von Krebs darstellen. Das Team beschäftigt sich derzeit mit der Entwicklung von Inhibitoren, welche die TIP60 Spiegel erhöhen. Möglicherweise gelingt es mit ihrer Hilfe eine Metastasierung zu verhindern.

Für die etwas fernere Zukunft strebt die Gruppe darüber hinaus eine Zusammenarbeit mit klinischen Wissenschaftlern von der nationalen Universität an. Zusammen möchte man klinische Studien entwickeln, um DNMT1-Inhibitoren zur Behandlung von Brustkrebspatienten sowie zur gezielten Prävention von Metastasierungen testen. Ein solcher Inhibitor würde sich an Zellen richten, die niedrigere Konzentrationen von TIP60 vorweisen und sich deshalb mit größerer Wahrscheinlichkeit invasiv verhalten.

Text: pvd

Foto:  Sebastian Kaulitzki / Shutterstock.com