Wirksamkeit von inhalativen Kortikosteroiden bei COPD-Patienten

WISDOM-Studie ausgewertet zur besseren Klassifikation von Patientensubgruppen. Das Absetzen inhalativer Kortikosteroide erhöht die Exazerbationsrate bei COPD-Patienten mit Eosinophilie und häufigen

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WISDOM-Studie ausgewertet zur besseren Klassifikation von Patientensubgruppen.

Das Absetzen inhalativer Kortikosteroide erhöht die Exazerbationsrate bei COPD-Patienten mit Eosinophilie und häufigen Exazerbationen im Krankheitsverlauf. Dies wirft ein neues Licht auf den Einsatz inhalativer Kortikosteroide bei COPD-Patienten, die diesen Kriterien nicht entsprechen.

Inhalative Kortikosteroide (inhaled corticosteroids / ICS) werden eingesetzt, um die Exazerbationsrate bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zu reduzieren, und es besteht eine kontinuierliche Debatte darüber, ob die Kontrolle der Eosinophilen im Blut als Vorhersageparameter für das Ansprechen auf ICS fungieren kann. Prof. Peter Calverley (Universität von Liverpool in Großbritannien) stellte am Montag, den 05. September, im Rahmen der Late-Breaker-Session die Ergebnisse einer Post hoc-Analyse vor, in der Daten aus der WISDOM-Studie ausgewertet wurden.

“Man geht davon aus, dass ein Cut-Off von ≥ 2% sinnvoll ist. Die WISDOM-Studie, in die Patienten mit schwerer oder sehr schwerer COPD eingeschlossen wurden, ergab, dass bei Patienten mit Eosinophilie die Exazerbationsraten höher waren, wenn die ICS abgesetzt wurden, als bei kontinuierlicher ICS-Gabe.”, erklärte Prof. Peter Calverley.

Calverley et al. analysierten die WISDOM-Daten stratifiziert nach zurückliegenden Exazerbationen und Eosinophilenwerten, um herauszufinden, ob die Gruppe der ICS-Responder besser klassifiziert werden könnte. Es wurde eine Post hoc-Analyse durchgeführt, die die Raten moderater und schwerer Exazerbationen nach Absetzen der ICS-Therapie unter Einsatz eines negativen Binominlaregressionsmodells untersuchte – mit dem Ziel, Exazerbationsraten unter Berücksichtigung zurückliegender Exazerbationen (< 2 und ≥ 2, basierend auf Behandlungszyklen mit Antibiotika und Steroiden im vergangenen Jahr) und Eosinophilenwerten abzuschätzen. Das mittlere Lebensalter der über 700 eingeschlossenen Patienten lag bei 64 Jahren und die mittlere vergangene Zeit seit der COPD-Erstdiagnose lag zwischen 6,1 und 7,8 Jahren.

Bei Patienten mit schwerer oder sehr schwerer COPD, die lang wirksame Muscarinantagonisten (long acting muscarinic antagonists / LAMA) und lang wirksame Beta-Agonisten (long acting beta agonists / LABA) als Erhaltungstherapie bekamen, beobachteten Calverley et al., dass das Absetzen der ICS-Therapie die Exazerbationsrate nur bei jenen Patienten erhöhte, die sowohl eine Eosinophilie aufwiesen (≥ 300 und ≥ 400 Zellen/μl) als auch häufige Exazerbationen im Krankheitsverlauf zeigten. Diese Effekte zeigten in der Subgruppe mit der ausgeprägtesten Eosinophilie die größte Evidenz.

Darüber hinaus waren die Veränderungen in der FEV1 in dieser Subgruppe stärker als in der gesamten Gruppe nach Absetzen der ICS. Außerdem waren die Veränderungen im St. George’s Respiratory Questionnaire (SGRQ) in dieser Gruppe weniger dramatisch als die Entwicklungen bezüglich der Exazerbationen oder der Lungenfunktion.

Prof. Calverley schlussfolgerte, dass diese Daten helfen könnten, für zukünftige prospektive Studien zur ICS/LAMA/LABA-Therapie eine kleine, aber wichtige Subgruppe zu identifizieren.

Text: Medicom

Foto: Timonina