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Leitlinien für kardiovaskuläre Gesundheit für Kinder nötig

Jugendliche Adipositas und Begleiterkrankungen kennzeichnen ungünstige Lebensführung im Kinder- und Jugendalter – frühen KHK muss entschiedener entgegengewirkt werden.

Jugendliche Adipositas und Begleiterkrankungen kennzeichnen ungünstige Lebensführung im Kinder- und Jugendalter – frühen KHK muss entschiedener entgegengewirkt werden.

Laut einer im Journal Circulation erschienen Pressemitteilung erfüllen Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 19 Jahren in den USA die kardiovaskulären Richtlinien der “American Heart Association” (AHA) nicht.

Das Strategie-Papier der AHA für 2020 enthält Richtlinien und Empfehlungen, die darauf abzielen, die kardiovaskuläre Gesundheit auf Populationsebene und über die Zeit zu optimieren.

Ein wichtiges Ziel des Programms ist, eine optimale Gesundheit des Herzens von Geburt an aufrechtzuerhalten. Dafür wurde eine Klassifikation bereitgestellt, die die kardiovaskuläre Gesundheit in “schlecht”, “mittel” und “gut” einstuft.

Laut dem Centers for Disease Control (CDC, das äquivalent zum Robert-Koch-Institut), ist die Prävalenz des Übergewichts bei Kindern und Jugendlichen dramatisch gestiegen, sodass heutzutage 15% übergewichtig und 17% adipös sind!

“Anstatt abzuwarten, sollte eine Gewichtskontrolle bei übergewichtigen Kindern so früh wie möglich angestrebt werden” sagt Frau. Prof. Dr. Julia Steinberger, die Chefärztin der Kinderkardiologie an der Universität of Minnesota in den USA.

Um die kardiovaskuläre Gesundheit zu evaluieren, wurden 7 Indikatoren entwickelt:

“Eine optimale Ausgangsposition für die kardiovaskuläre Gesundheit spielt eine sehr wichtige Rolle für das gesamte Leben” führt Dr. Steinberger aus.

Für die Studie wurden die Daten vom “National Health and Nutrition Examination Survey” für 2007/2008 ausgewertet: Etwa ein Drittel der Jugendlichen (zwischen 12 und 19 Jahre) sind regelmäßige Raucher, davon war die Anzahl der Jungs leicht höher, als die von den Mädchen. Am höchsten war die Prävalenz unter den mexikanisch-amerikanischen Jugendlichen. Die Prävalenz von Übergewicht/Adipositas war höher bei Jugendlichen als bei Kindern, sie lag bei 11% bei den 2-5 jährigen gegenüber 19% bei den 12-19 jährigen.

Auch bei der körperlichen Tätigkeit waren die Jugendlichen von der täglich empfohlenen Sportstunde weit entfernt: nur die Hälfte der Jungen und ein Drittel der Mädchen erfüllten die Richtlinie.

Als das ernsthafteste Problem erwies sich jedoch die Ernährungsweise, insbesondere der Konsum gesüßter Getränke. Solche Produkte sind äußerst günstig und bei den Kindern beliebt, Familien mit schwachem Einkommen kaufen zudem deutlich mehr Fast Food und stark verarbeitete Lebensmittel, als frische Lebensmittel (z. B. Gemüse, Fisch und Obst), ein bekanntes US-Problem.

Schließlich zeigen diese alarmierende Zahlen wie wichtig es ist, die Kinder von früh an gut aufzuklären und betreuen, damit sie sich gesund ernähren und leben, und somit weniger Faktoren für Herzkreislauferkrankungen entwickeln.

Auch in Deutschland zeichnet sich die Notwendigkeit solcher Maßnahmen ab, nachdem die Angleichung an den amerikanischen Lebensstil bereits seit 30-40 Jahre andauert. Der Anstieg der Jugendadipositas und entsprechender Morbiditäten (früher Diabetes, KHK) schreitet auch bei uns stetig voran.