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Samuel Tomczyk vom IFT-Nord über das Rauschtrinken Jugendlicher

Eine Studie unter 4.163 Jugendlichen zeigt, dass neben Verstärkungs- besonders Bewältigungsmotive Gründe für intensiven Alkoholkonsum sind.

Eine Studie unter 4.163 Jugendlichen zeigt, dass neben Verstärkungs- besonders Bewältigungsmotive Gründe für intensiven Alkoholkonsum sind.

Die Ergebnisse der “Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2014” der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigen, dass sich 12,9 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mindestens einmal im Monat in einen Rausch trinken; bei den 18- bis 25-Jährigen sind es 35,4 Prozent. Seit 2008 sind die Zahlen damit rückläufig. Rauschtrinken wird definiert als 4 bis 5 alkoholische Getränke pro Gelegenheit.

Samuel Tomczyk, Mitarbeiter am IFT-Nord Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel, hat in einer Studie mit 4.163 Jugendlichen der 10. Klasse in Schleswig-Holstein und Niedersachsen untersucht, welche Motive sie zum Rauschtrinken animieren. Bewältigungs-, Zugehörigkeit- und Verstärkungsmotive würden genauso eine Rolle spielen wie soziale Motive, erklärt Tomczyk. Eine Party durch Alkohol besser zu machen und mehr Spaß zu empfinden, ist eines der Hauptmotive. Langfristig würden insbesondere Bewältigungsprobleme – also rauschhafter Konsum von Alkohol, um Probleme zu verdrängen – ein Risiko mit sich bringen, dass daraus eine Alkoholabhängigkeit entsteht.