Schlafapnoe: deutliche Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit

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Nach den Ergebnissen einer Fahrsimulations-Studie, haben Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe ein erhöhtes Risiko in Verkehrsunfälle verwickelt zu werden

In dieser Studie wurde die Abweichung der Fahrspurposition im Fahrsimulator genutzt, um potentielle Risiken zu identifizieren und ein Modell für zukünftige Fälle zu erstellen. Insgesamt 129 Patienten mit unbehandelter obstruktiver Schlafapnoe (OSAS) (mittleres Alter 53 Jahre, BMI 36, Jahre mit Fahrerlaubnis 31) wurden mit 79 Kontroll-Probanden mit gleichem Alter, Gewicht und Fahrerfahrung (mittleres Alter 56, BMI 28, Jahre mit Fahrerlaubnis 34) verglichen. Alle Teilnehmer füllten einen Fahr-Fragebogen aus, bevor sie den Simulator nutzten. Zusätzlich wurden verschiedene weitere Daten gesammelt, unter anderem der “Epworth Sleepiness Score” (ESS) – ein validierter Schläfrigkeits-Score um subjektiv empfundene Müdigkeit den Sauerstoffentsättigungsindex (ODI) zu erfassen. Kontrollprobanden führten die Simulation einmal durch, während OSAS-Patienten an 2 verschiedenen Terminen die Simulation durchführten. Das Simulator-Ergebnis wurde in 3 Ergebnisse unterteilt – bestehen, durchschnittlich und durchgefallen.

Verglichen mit den Kontroll-Probanden berichteten OSAS-Patienten über mehr Episoden des Einnickens, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit von Müdigkeit während der Fahrt, bestanden weniger häufig die Simulation (31% vs. 53%) und fielen öfter komplett durch (20% vs. 0%). Bei den Kontroll-Probanden bestanden 53%, 47% waren durchschnittlich und keiner fiel durch. Bei den OSAS-Patienten bestanden 31%, 49% waren durchschnittlich und 20% fielen durch. Spurabweichungen waren deutlich schlimmer bei denen, die durch den Test fielen. Nach Ansicht der Autoren Dr. Akshay Dwarakanath, Dr. Mark Elliott und Kollegen (St. James Universitätskrankenhaus, Leeds, Großbritannien), ist die Spurabweichung ein Marker für schlechtere Fahrleistung und diese Abweichungen waren größer bei den OSAS-Patienten, die durch die Simulation fielen, Vergleichen mit den Kontroll-Probanden.

Simulator-Test als Basis für eine objektive Fahrempfehlung

Wie beurteilt man, ob Patienten ein erhöhtes Unfallrisiko haben? Nach Ansicht der Autoren, ist die Definition eines Normbereichs basierend auf Echtzeit-Ereignissen, Leistung im Simulator und Endergebnis vielversprechend und ein Schritt Richtung Entwicklung eines objektiven Tests des Risikos für OSAS-Patienten. In der Studie hatten unbehandelte OSAS-Patienten ein 2-6-fach erhöhtes Risiko für einen Verkehrsunfall verglichen mit den Kontroll-Probanden.

“Wir konnten auch zeigen, dass das Einnicken und Schläfrigkeit am Steuer häufiger bei den Patienten waren, als bei den Kontroll-Probanden.” – Dr. Mark Elliot (St. James Universitätskrankenhaus Leeds, Großbritannien)

Da 2-4% der Bevölkerung an OSAS leiden, ist es wichtig objektive Tests zu haben, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

“Im Moment gibt es deutliche Unterschiede in den Empfehlungen der Kliniker. Einen objektiven Test zu haben, wäre ein großer Vorteil.” – Dr. Elliot.

Quelle: Dwarakanath A. Establishing a normal range model using real time events, driving simulator (MiniUoLDS) outcome and performance based on standard deviation of lane position (SDLP) in untreated OSAS patients and controls. OA4793. ERS 2016 meeting, 7 September 2016.

Text: Dr. Susanne Kammerer. All rights reserved by Medicom Medical Publishers.

Foto: andras_csontos / Shutterstock.com