Der Zaire-Ebola-Impfstoff Ervebo macht die Welt zu einem besseren Ort

Das Ebolavirus ist ein behülltes Einzelstrang-RNA-Virus. Es kann sich in fast allen Zellen des Wirtsorganismus replizieren und bei den betroffenen Personen das hämorrhagische Fieber auslösen. Der Impfstoff Ervebo könnte Abhilfe schaffen.

Das Ebolavirus ist ein behülltes Einzelstrang-RNA-Virus. Es kann sich in fast allen Zellen des Wirtsorganismus replizieren und bei den betroffenen Personen das hämorrhagische Fieber auslösen. Die Inkubationszeit liegt bei 2-21 Tagen. Die Symptomatik reicht von grippeähnlichen Symptomen mit Erbrechen und Durchfall bis hin zum kardiopulmonalen Schock. Für die Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist ein direkter Körperkontakt oder ein Kontakt mit den Körperflüssigkeiten einer infizierten Person notwendig. Kontaminierte Gegenstände stellen ebenfalls eine Infektionsquelle dar. Eine Infektion mit dem Ebolavirus geht mit einer hohen Mortalität einher. Das Zaire-Ebolavirus hat die höchste Sterblichkeitsrate mit 60-90%.1

Die Ebolafieber-Epidemie hat große Opfer gefordert

In den Jahren 2014 und 2015 kam es zum größten Ebolafieber-Ausbruch Westafrikas. Mehr als 28.000 Menschen infizierten sich mit dem Zaire-Ebola-Virus. Ein Großteil der Erkrankten -rund 11.000 Menschen- verstarb an den Folgen dieser Virusinfektion.1 In Sierra Leone sind 4.000 Menschen an dieser Virusinfektion verstorben. Ärztinnen und Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpfleger sowie Techniker/-innen haben ihr Leben gelassen, um ihre Mitmenschen zu retten. Das bekannteste Opfer dieser Zeit ist der Virologe Dr. med. Sheik Umar Khan. Die Folgen der Epidemie zeichnen die Region noch heute.2 Seit August 2015 werden noch Einzelfälle der Zaire-Ebola-Virusinfektion registriert. Doch wer das Glück hat diese Infektion zu überleben, der ist noch lange nicht aus dem Schneider. Überlebt man eine Infektion, so kann das Virus noch monatelang im menschlichen Organismus verbleiben. Dies birgt das Risiko für das erneute Auftreten von Ebolafieber-Fällen.1

Ervebo® hat in 4 afrikanischen Staaten die Zulassung erhalten

Ende 2019 wurde der erste Ebola-Impfstoff Ervebo® in Europa zugelassen. Seit Februar 2020 hat Ervebo® auch eine Zulassung in der Demokratischen Republik Kongo, in Burundi, in Ghana und in Sambia erhalten.3 Ende Juli gab es in der Demokratischen Republik Kongo über 3.400 Zaire-Ebola-Virusinfektionen. Davon sind 2.200 Menschen verstorben.4 Laut dem Robert-Koch-Institut ist "ein Kernelement der Bekämpfungsmaßnahme" der neue Impfstoff Ervebo®. Bisher wurden 300.000 Menschen geimpft. Der Impfschutz liegt bei über 97% und eine Impfung ist selbst nach Exposition noch möglich, wenn sie denn nur frühzeitig genug gegeben wird. In einer Vakzinierungsstudie in Guinea betrug die Vakzine-Effektivität sogar 100%. Dies lässt das medizinische Personal wieder etwas aufatmen. Doch die Impfung allein reicht nicht aus in der Seuchenbekämpfung. Das geimpfte medizinische Personal muss auch weiterhin die bisherigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen beibehalten. Aktuell wird noch ein weiterer Ebola-Impfstoff erprobt. Hinzukommen noch zwei experimentell angewendete Antikörperpräparate (REGN-EB3 und mAb114), welche bei frühzeitiger Gabe bis zu 90% der Erkrankten heilen können. Die passende wissenschaftliche Studie hierzu lernen wir nächstes Mal kennen. 4-8

Ervebo® rettet Menschenleben

Kommen wir nun zu dem ersten zugelassenen Ebola-Zaire-Impfstoff Ervebo®. Ervebo® ist zugelassen für die aktive Immunisierung von Personen ≥ 18 Jahren. Bei dem neuen Impfstoff handelt es ich um ein rekombinantes Vesikuläres-Stomatitis-Virus (rVSV). Das Oberflächenglykoprotein des Zaire-Ebola-Virus wurde in die Virushülle des auf diese Weise gentechnisch modifizierten Trägervirus eingebaut. Zu den häufigsten Impfnebenwirkungen gehören Lokalreaktionen an der Injektionsstelle, Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Der Impfstoff wurde bereits an über 16.000 Menschen erprobt. Er zeigt bis dato eine sehr gute Wirksamkeit gegenüber einer Infektion mit dem Zaire-Ebola-Virus. Die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung wurde bisher noch nicht geprüft. Auch ist noch nicht ganz klar, für wie lange Ervebo® vor einer Zaire-Ebola-Virusinfektion schützen kann. Ein weiteres Problem ist, dass bisher keine sicheren Daten vorliegen, ob auch im Falle einer Immunschwäche eine Immunisierung mit Ervebo® erfolgen darf und ob diese einen ausreichenden Schutz bieten kann. Eine Impfung mit Ervebo® sollte auch bei Vorliegen einer Schwangerschaft vermieden werden. Für die Altersgruppe 1-17 Jahre liegen bisher nur Daten aus einer Phase-I-Studie vor.8

Referenzen:
1. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Kurzinformation_Ebola_in_Westafrika.html 2. https://www.medico.de/ebola-sierra-leone-16416/ -
3. https://www.mrknewsroom.com/news-release/ebola/ervebo-ebola-zaire-vaccine-live-now-registered-four-african-countries-within-90-d 4. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Infos_zu_Ebola_im_Kongo_Mangina_08-2018.html
5. ClinicalTrials.gov Identifier: NCT03478891. VRC 608: A Phase I, Open-Label, Dose-Escalation Study of the Safety and Pharmacokinetics of a Human Monoclonal Antibody, VRC-EBOMAB092-00-AB (MAb114), Administered Intravenously to Healthy Adults.
6. Gaudinski M. R. et al. (2019). Safety, tolerability, pharmacokinetics, and immunogenicity of the therapeutic monoclonal antibody mAb114 targeting Ebola virus glycoprotein (VRC 608): an open-label phase 1 study. Vol. 393, Issue 10174, p889-898.
7. Levine M. M. et al. (2019). Monoclonal Antibody Therapy for Ebola Virus Disease. N Engl J Med 2019; 381:2365-2366.
8. https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/ervebo-epar-product-information_de.pdf

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