Energie-Kick mit allergischen Folgen

In Europa konsumieren vor allem junge Leute zwischen 10 bis 18 Jahren Energy-Drinks. Sie machen rund 70% der Konsumenten aus. Sogar Kinder trinken Energy-Drinks in Europa (10% der Konsumenten). Korea hat seit der Einführung von Energy-Drinks 2010-2012 einen regelrechten Boom erlebt. Hier ist der Konsum von Energy-Drinks um 665% angestiegen- und das nicht ohne Folgen für die Gesundheit der jungen Menschen.

Energy-Drinks fördern das Auftreten von allergischen Erkrankungen bei koreanischen Jugendlichen

In Europa konsumieren vor allem junge Leute zwischen 10 bis 18 Jahren Energy-Drinks. Sie machen rund 70% der Konsumenten aus. Sogar Kinder trinken Energy-Drinks in Europa (10% der Konsumenten). Korea hat seit der Einführung von Energy-Drinks 2010-2012 einen regelrechten Boom erlebt. Hier ist der Konsum von Energy-Drinks um 665% angestiegen- und das nicht ohne Folgen für die Gesundheit der jungen Menschen.1

Big Data bestätigt Zusammenhang zwischen Energy-Drinks und Allergien

Eine koreanische Querschnittsstudie hat die Daten von insgesamt 129.809 Personen (rund 67.000 Männer und 63.000 Frauen) für den Zeitraum 2015-2016 ausgewertet, um der Sache auf den Grund zu gehen. Das Alter der Studienteilnehmer lag zwischen 12 bis 18 Lebensjahren. Erfragt wurde die Frequenz des Konsums verschiedener Energy-Drinks: Hot6®, Redbull® und Bacchus®. Gleichzeitig wurde der allergische Status der Studienteilnehmer erhoben. Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem häufigen Konsum (> 7 Mal pro Woche) von Energy-Drinks und der Entstehung von Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis. Verglichen wurde das Ganze mit Datensätzen von Probanden, von denen bekannt war, dass sie keine Energy-Drinks konsumierten.1

Gute Noten um jeden Preis

Aus welchen Gründen ist der Konsum von Energy-Drinks in Korea so drastisch angestiegen? Der hohe Leistungsdruck und die damit verbundenen Erwartungen die auf den jungen Menschen lasten drängen sie dazu, sich aufzuputschen um schulische Höchstleistungen zu erbringen. Der akademische Stressindex liegt in Korea bei fast 51%.1

Kopfschmerzen, Schlafstörungen und eine laufende Nase

Es wird viel zu wenig eingegangen auf die Folgen von Energy-Drinks auf den Organismus eines in der Entwicklung befindlichen Menschen. Verschiedene Werbeslogans vermitteln den jungen Menschen allein das Bild von einem Wundermittel, mit dem sie energiegeladen alles erreichen können, sogar fliegen. Die Kehrseite der Medaille bleibt -wie so oft in der Werbung- außen vor. Erinnern wir uns an die Zeit vor dem 1. August 1999 zurück: Damals wollte jeder so cool wie der verwegene Cowboy aus dem Fernsehen sein. Dem Tabakwerbeverbot ist dann auch das Alkoholwerbeverbot gefolgt, oder etwa nicht? Bisher wurde die Alkoholwerbung doch noch nicht verboten, obwohl bewiesen wurde, dass sie mit einem deutlich erhöhten Risiko des gesteigerten Alkoholkonsums -bis hin zum Komasaufen- bei Jugendlichen einhergehen kann.2 Bei der Energy-Drinks-Werbung wird es sich wohl ähnlich verhalten. Kommen wir nun -nach dem ganzen Ausschweifen- zur dunklen Seite der Energy-Drinks. Der exzessive Genuss von Energy-Drinks kann -einer finnischen Studie zufolge- zu Insomnie und Kopfschmerzen führen.3 Eine amerikanische Studie berichtet zudem noch von gastrointestinalen Beschwerden und Palpitationen.4

Wieso ist der häufige Konsum von Energie-Drinks mit Allergien assoziiert?

Energy-Drinks enthalten neben Koffein Zucker, Taurin, Aminosäuren, Kräuterextrakte, Vitamin A und B. 1 Vor allem die zuerst genannten Inhaltstoffe stehen im Verdacht für das Nebenwirkungsprofil von Energy-Drinks verantwortlich zu sein. Hochdosiertes Koffein kann in Kombination mit Zucker chronische Entzündungen anheizen. Eine griechische Studie konnte eine dosis-abhängige positive Korrelation zwischen Koffein und dem Interleukin-6, dem Tumornekrosefaktor-alpha und dem C-reaktiven Protein aufzeigen.5

Referenzen:
1. Wee J. H. et al. (2020). Energy-drink consumption is associated with asthma, allergic rhinitis, and atopic dermatitis in Korean adolescents. Eur J Clin Nutr (2020). 
2. Tanski S. E. et al. (2015). Cued recall of alcohol advertising on television and underage drinking behavior. JAMA Pediatr. . 2015 Mar;169(3):264-71.
3. Koivusilta L. et al. (2016). Energy drink consumption, health complaints and late bedtime among young adolescents. Int J Public Health. 2016;61:299–306.
4. Nordt S. P. et al. (2017). Reasons for energy drink use and reported adverse effects among adolescent emergency department patients. Pediatr Emerg Care. 2017;33:770–3.
5. Zampelas A. et al. (2004). Associations between coffee consumption and inflammatory markers in healthy persons: the ATTICA study. Am J Clin Nutr. 2004;80:862–7.

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