Hepatitis-A-Impfung: Macht Euch urlaubsbereit

Mit dem Sommer kommt auch die Reiselust. Besonders beliebt sind im Sommer die Mittelmeerländer. Damit aus dem Urlaub kein Horrortrip wird, sollte man einige Dinge beachten.

Mit dem Sommer kommt auch die Reiselust. Besonders beliebt sind im Sommer die Mittelmeerländer. Damit aus dem Urlaub kein Horrortrip wird, sollte man einige Dinge beachten.

Das Hepatitis-A-Virus ist weit verbreitetet und gehört zu den häufigsten Infektionen, die fäkal-oral übertragen werden können. In Ländern mit geringem Hygienestandard erleidet ein Großteil der Kinder bis zum 5. Lebensjahr eine Hepatitis-A-Infektion.  Diese verläuft meist ohne Anzeichen einer akuten Hepatitis und hinterlässt eine lebenslange Immunität: Es gilt: Je jünger die Patientinnen/Patienten, desto milder der Krankheitsverlauf. In solchen Ländern (Tropische Gebiete, Mittelmeerländer und Osteuropa) kommt es daher relativ selten zu Hepatitis-A-Virus-Epidemien aufgrund der hohen Herdenimmunität. In Ländern mit besseren Hygienebedingungen, wie bei uns in Westeuropa, bleibt die frühkindliche Infektion meist aus. Das hat verheerenden Folgen für die erst in späteren Lebensjahren infizierten Patienten: Eine Hepatitis-A-Infektion bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen kann durchaus mit dem kompletten Bild der akuten Leberbeteiligung und fulminanten Folgen verlaufen (0,01-0,1%).1

Der Sommer kommt, an alles gedacht?

Der Übertragungsweg ist hier meist die orale Aufnahme des Erregers über kontaminierte Lebensmittel, verunreinigtes Trink-/Badewasser, Muscheln, Austern, Salate oder kontaminierte Hände. Das Hepatitis-A-Virus ist relativ widerstandsfähig gegen äußere Umwelteinflüsse. Es kann wochenlang in der Umwelt überleben. Nur viruzide Desinfektionsmittel oder Erhitzung auf über 85°C  für mindestens 1 Minute vermögen es unschädlich zu machen.2 Auch sind nicht viele Viren für eine Infektion notwendig. Eine effektive Händehygiene ist daher äußerst ratsam. Die STIKO (Ständige Impfkomission) empfiehlt für Reisende in Risikogebiete frühzeitig vor Urlaubsbeginn eine Hepatitis-A-Impfung.1

Hepatitis-A-Impfung: Wer braucht sie noch?

Weitere Indikationen für eine Hepatitis-A-Impfung sind Patientinnen und Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung, mit einer substitutionspflichtigen Hämophilie, mit einem Sexualverhalten mit erhöhter Ansteckungsgefahr, sowie für verhaltensgestörte Personen in psychiatrischen Einrichtungen. Nicht zu vergessen sind natürlich das Personal im Gesundheitsdienst, im Labor, in Kitas sowie im Klärwerk.1 Und wieder müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Wer von Ihnen ist denn gegen Hepatitis-A geimpft?

Helfern helfen durch Hepatitis-A-Impfung

Zwischen Zeitpunkt der Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung können bis zu 50 Tage vergehen. Eine postexpositionelle Schutzimpfung für Personen, die mit infektiösen Patientinnen und Patienten in Kontakt standen ist daher durchaus sinnvoll. Einen Schutz bietet die Impfung in der Regel nach 12-15 Tagen. Die STIKO (Ständige Impfkomission) empfiehlt die Hepatitis-A-Impfung für die ,"ehrenamtlich Tätigen, für die ein Expositionsrisiko besteht, das mit dem von Personen mit beruflichem Expositionsrisiko vergleichbar ist." (14.6.2017) Eine aktive/passive postexpositionelle Immunisierung bietet jedoch nicht in allen Fällen Schutz vor einem Krankheitsausbruch. Schlecht sehen die Zahlen trotzdem nicht aus: Bereits nach der ersten Impfung mit dem monovalenten Impfstoff konnten bei über 90% der Patientinnen und Patienten Antikörper gegen das Hepatitis-A-Virus detektiert werden. Nach 6-12 Monaten sollte die Gabe der 2. Impfdosis erfolgen.1

Die WHO steckt hohe Ziele bis 2030

Die WHO hat sich natürlich auch bereits Gedanken gemacht zum Thema ,"virale Hepatitis". In ihren "Global Health Sector Strategy on Viral Hepatitis, 2016-2021" stellt sie ihre Strategie zur Vermeidung und Bekämpfung der viralen Hepatitis vor. Sie sieht vor, bis 2030 die Infektionsrate um 90% und die Mortalitätsrate durch virale Hepatitis um 65% zu reduzieren.4

Hepatitis-A-Virus: Ein Virus mit Geschichte

Seit nun mehr als 20 Jahren gibt es Impfstoffe gegen das Hepatitis-A-Virus. Eine schöne Übersicht bietet eine Tabelle auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Institus.3 Der erste Impfstoff wurde im Jahr 1995 in den USA zugelassen. Entwickelt wurde das Mittel von Maurice R. Hillemann, der in seinem Leben an der Entwicklung von rund 40 Impfstoffen beteiligt war.5,6 Seit Entwicklung des Formalin-inaktivierten Lebendimpfstoffs Vaqta hat sich einiges getan. Dieser wird innerhalb von Zellkulturen von humanen Fibroblasten gezüchtet. Die Firoblasten wurden zuvor mit dem Impfstamm HM 175 in Kontakt gebracht.7,8 Nach Isolierung des Virus, wird dieses mit Formalaldehyd inaktiviert. Nächstes Mal erfahren wir, was es mit "plant-based vaccines" auf sich hat.

Quellen:
1. 
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisA.html#doc2374552bodyText5.
2. Wasley A. et al. (2006). Hepatitis A in the Era of Vaccination. Epidemiologic Reviews, Volume 28, Issue 1, August 2006, Pages 101–111.
3. https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoff-impfstoffe-fuer-den-menschen/hepatitis-a/hepatitis-a-node.html.
4. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/hepatitis-a
5. Newman L. (2005). Maurice Hilleman. BMJ. 2005 Apr 30; 330(7498): 1028. 
6. Oransky I.(2005). Maurice R Hilleman. The Lancet. 2005 May 14-20;365(9472):1682.
7. Epidemiology and Prevention of Vaccine-Preventable Diseases.The Pink Book: Course Textbook - 13th Edition (2015).

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