Stärke Dein Immunsystem

Was können wir - außer zuhause zu bleiben - tun, um das medizinische Personal die nächsten Wochen zu unterstützen: Wir können versuchen, gesund zu bleiben. Der heutige Beitrag befasst sich daher mit immunologischen Studien, die mit verschiedenen Methoden die Stärkung des Immunsystems anvisieren.

Was können wir - außer zuhause zu bleiben - tun, um das medizinische Personal die nächsten Wochen zu unterstützen: Wir können versuchen, gesund zu bleiben. Der heutige Beitrag befasst sich daher mit immunologischen Studien, die mit verschiedenen Methoden die Stärkung des Immunsystems anvisieren. 

Online glaubt die Welt an die Macht von Diäten

Die erste Studie, mit der wir uns heute befassen, hat sich die im Internet erhältlichen Ratschläge zur Stärkung des Immunsystems mal genauer unter die Lupe genommen. Die Forschungsgruppe fand heraus, dass die Google-Suchmaschine zur Stärkung des Immunsystems eine ganze Reihe von Dingen anbietet. An erster Stelle kommen die Diätkonzepte, gefolgt vom Verzehr von Obst, der Zufuhr von Vitaminen, Probiotika, Mineralstoffen und Vitamin C. Erst an 27. Stelle wurde die Durchführung von Impfungen zur Stärkung des Immunsystems erwähnt. Fast die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung konsumiert Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung des Immunsystems. Nur 12% der in der Studie untersuchten Internetseiten empfahlen die Durchführung von Impfungen zur Stärkung des Immunsystems, obwohl dies ja eigentlich auf der Hand liegt.1 Woran kann das nur liegen? Die beste Stärkung des Immunsystems gegenüber Krankheitserregern erhält man doch durch die Immunisierung. Gerade zum aktuellen Zeitpunkt wird einigen Menschen erst wieder die Wichtigkeit eines gut geführten Impfpasses und die Verfügbarkeit von Impfstoffen bewusst.

"Du bist, was Du isst"

Die Worte des deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach könnten aktueller nicht sein. Eine weitere Studie, mit der wir uns heute befassen, visiert die Stärkung des Immunsystems über die Ernährungsschiene an. Eine Mangelernährung führt bekanntlich zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern. Ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen spiegelt sich in einer Beeinträchtigung des Immunsystems wider. Solche Mikronährstoffe sind die Vitamine A, D, E und die Mineralstoffe Eisen, Zink und Selen. Auch das Mikrobiom – vor allem bestimmte probiotische Darmbakterien- scheint einen entscheidenden Einfluss auf unser Immunsystem zu haben.2

Gesteigerter Energie-und Mikronährstoffbedarf nach Immunaktivierung

Wird das Immunsystem bei Kontakt mit einem Krankheitserreger aktiviert, so ist für diesen Prozess Energie notwendig. Die Mineralstoffe sind an der Energiegewinnung der Immunzellen beteiligt. Das Eisen zum Beispiel ist wichtig für den Elektronentransfer in der mitochondrialen Atmungskette. Selen dient dem antioxidativen Schutz der Mitochondrien. Auch die Proteinversorgung des Menschen ist essentiell für eine funktionierende Immunantwort. Bei Aktivierung des Immunsystems wird die Proteinsynthese angekurbelt: Es werden Immunglobuline, Zytokine, verschiedene Rezeptoren und Akute-Phase-Proteine aus den verfügbaren Aminosäurequellen gebildet. Im Rahmen der Immunantwort kommt es zu einem oxidativen Burst: reaktive Sauerstoffspezies werden durch die Immunzellen freigesetzt. Um eine Schädigung des Wirtsorganismus zu verhindern, müssen antioxidative Substanzen ans Werk. Hier kommen die Vitamine E und C ins Spiel. Die antioxidativen Enzyme benötigen für ihre Arbeit die Mikronährstoffe Eisen und Selen. Vitamin A ist wichtig für den Reifungsprozess von Neutrophilen. Ein Vitamin-A-Mangel führt zu einer gestörten Phagozytosefähigkeit dieser Immunzellen. Auch die Aktivität von Natürlichen Killerzellen ist reduziert bei einem Vitamin-A-Mangel.2

#stayathome und lass die Sonne rein

Vitamin D hat immunregulatorische Eigenschaften und kann in Makrophagen die Synthese von antimikrobiellen Peptiden induzieren. Bindet Vitamin D an seinen Rezeptor an den verschiedenen Immunzellen, so kann es Phagozytose-fördernd wirken oder auch die Superoxidsynthese und die Abtötung von Bakterien unterstützen. In wissenschaftlichen Studien konnte beobachtet werden, dass ein Vitamin-D-Mangel mit einem häufigeren Auftreten respiratorischer Infekte assoziiert sein kann. Ein Vitamin-E-Mangel beeinflusst die Impfantwort negativ, schwächt das Immunsystem durch verminderte Lymphozytenproliferation sowie durch eine Reduktion der Aktivität der Natürlichen Killerzellen. Zink beeinflusst unter anderem die Bildung von Immunzellen im Knochenmark. Bei einem Zinkmangel kommt es zu einer beeinträchtigen Phagozytosefähigkeit sowie einer Abnahme der Aktivität der Natürlichen Killerzellen.2

In diesem Sinne: Bleibt zuhause, ernährt Euch gesund und lasst ab und zu ein bisschen Sonne rein. In den kommenden Beiträgen befassen wir uns mit den Pneumokokken- und Herpes-Zoster-Impfstoffen.

Referenzen:
1. Macedo A. C. et al. (2019). Boosting the Immune System, From Science to Myth: Analysis the Infosphere With Google. Front Med (Lausanne). 2019; 6: 165.
2. Calder P. C. et al. (2013). Feeding the immune system. Proc Nutr Soc. 2013 Aug;72(3):299-309.

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