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Therapie der eosinophilen Ösophagitis

In dem heutigen Blog-Beitrag liegen die neuen Leitlinien der EUREOS im Fokus. Eine Phase-II- und eine Phase-III-Studie zu Budenosid als topische Therapie zeigen vielversprechende Ergebnisse.

In dem heutigen Blog-Beitrag liegen die neuen Leitlinien der EUREOS im Fokus. Eine Phase-II- und eine Phase-III-Studie zu Budenosid als topische Therapie zeigen vielversprechende Ergebnisse.

Leitlinien der EUREOS (europäische Studiengruppe Eosinophile Ösophagitis)

Mithilfe des GRADE-Systems (Grading of Recommendations Assessment, Development, and Evaluation) und einer intensiven Literaturrecherche hat die EUREOS die aktuellen Leitlinien erarbeitet. Verschiedene Fachdisziplinen nahmen an der Erstellung der Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der eosinophilen Ösophagitis bei Erwachsenen und Kindern teil: Gastroenterolgen, Allergologen, Pädiater, HNO-Ärzte, Pathologen sowie Epidemiologen.1-2

Folgende therapeutischen Maßnahmen wurden empfohlen:

Überblick der Therapie der eosinophilen Ösophagitis

Das Ziel der Therapie ist die Induktion der Remissionsphase (klinisch und histologisch) sowie ihr Erhalt. Die medikamentöse Therapie der eosinophilen Ösophagitis basiert auf Protonenpumpeninhibitoren und topischen Kortikosteroiden. Zusätzlich wird die Eliminitationsdiät empfohlen. Der Therapieerfolg sollte nach 6 bis 12 Wochen geprüft werden. Die Therapie ist erfolgreich, wenn sich nach diesem Zeitraum endoskopisch sowie in den Biopsien keine Entzündungsaktivität zeigt. Kommt es zu Strikturen oder Stenosen mit persistierender Dysphagie so kann hier mit einer endoskopischen Dilatation Abhilfe geschaffen werden. Dieser sollte eine antiinflammatorische Langzeittherapie folgen.1,2,3,4

Eliminationsdiäten

Bei der empirischen 2-Food-Eliminationsdiät sollte Weizen und Milch für mind. 6 Wochen vom Nahrungsplan gestrichen werden. Die empirische 4-Food-Eliminationsdiät sieht für mind. 6 Wochen den Verzicht folgender Nahrungsmittel vor: Eier, Milch, Weizen und Hülsenfrüchte. Die empirische 6-Food-Eliminationsdiät verzichtet für mind. 6 Wochen auf folgende Nahrungsmittel: Eier, Milch, Weizen, Soja, Meeresfrüchte und Nüsse.3

PPI-responsive eosinophile Ösophagitis

Die "PPI-responsive eosinophile Ösophagitis", die womöglich eine eigene Entität darstellt oder auch ein spezieller Subtyp der eosinophilen Ösophagitis sein könnte, spricht sehr gut auf eine Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren an. Das PPI-Therapieregime sieht vor initial für den Zeitraum von 4-8 Wochen PPI zu verabreichen, um anschließend endoskopisch/histologisch ihre Wirksamkeit zu prüfen.4

Budenosid: Orodispersible Tablette vs. visköse Suspension

In der topischen Kortikosteroidtherapie zeigte Budesonid in Tablettenform (orodispersibel) sowie als Suspension die beste histologische Remission. Im Jahr 2016 wurde eine Phase-II-Studie veröffentlicht, welche die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil von unterschiedlichen Budesonid Darreichungsformen untersucht. Die orodispersible Schmelztablette wurde mit der viskösen Suspension verglichen. Die Studienpatienten erhielten zur Kurzeittherapie der eosinophilen Ösophagitis die beiden Darreichungsformen in verschiedenen Dosierungen. Insgesamt nahmen 76 Erwachsene mit eosinophilen Ösophagitis an der Studie teil. Sie erhielten für 14 Tage die unterschiedlichen Therapieregime oder ein Placebo. Die BET1-Gruppe erhielt 2x1mg Budenosid in Tablettenform pro Tag. Der BET2-Gruppe wurde die doppelte Dosierung gegeben. Die BVS-Gruppe bekam eine visköse Suspension in der Dosierung 2x5ml pro Tag.5

Orodispersible Tablette von 80% der Patienten der viskösen Suspension vorgezogen

Der primäre Endpunkt der Studie war das Erreichen einer histologischen Remission. Zu den sekundären Endpunkten zählten der Endoskopie-Score, der Dysphagie-Score, das Sicherheitsprofil sowie die subjektive Präferenz des Patienten bezüglich der Darreichungsform. Die BET1-Gruppe zeigte eine 100%-ige, die BET2-und die BVS Gruppe eine 95%-ige histologische Remission. In der Placebogruppe konnte wie zu erwarten keine Remission erreicht werden. Alle Budesonid-Therapiegruppen zeigten eine Besserung der Dysphagie, jedoch konnte nur in der BET1-Gruppe ein bleibende Verbesserung der Dysphagie beobachtet werden. Als Nebenwirkungen traten bei 10% der Patienten lokale Pilzinfektionen auf. Der Großteil der Patienten präferierte die Schmelztablette.5

In einer Phase-III-Studie (Budesonid vs. Placebo) mit 88 Studienteilnehmern konnte ebenfalls eine histologische Remission von 93% und eine klinische Remission von 59% bei 58% der Studienpatienten nach 6-wöchiger Therapiedauer erreicht werden. Die Patienten erhielten für den Zeitraum von 6 Wochen 2x1mg Budenosid in Tablettenform pro Tag.6

Aktuell wird in Studien untersucht, ob sich Budenosid in Tablettenform zur Langzeittherapie eignet.

Referenzen:
1. Lucendo A. J. et al. (2017). Guidelines on eosinophilic esophagitis: evidence-based statements and recommendations for diagnosis and management in children and adults. United European Gastroenterol J. 2017 Apr;5(3):335-358. doi: 10.1177/2050640616689525.
2. http://eureos.online/new-evidence-based-guidelines-on-eoe-the-pillars-for-clinical-practice-in-2017
3. Asher W. W. et al. (2016). The Six-Food Elimination Diet for Eosinophilic Esophagitis Increases Grocery Shopping Cost and Complexity. Dysphagia. 2016; 31(6):765-70.
4. Eluri S. et al. (2015). PPI-responsive esophageal eosinophilia and eosinophilic esophagitis: More similarities than differences. Curr Opin Gastroenterol. Curr Opin Gastroenterol. 2015 Jul; 31(4): 309–315
5. Miehlke S. et al. (2016). A randomised, double-blind trial comparing budesonide formulations and dosages for short-term treatment of eosinophilic oesophagitis. Gut. 2016 Mar;65(3):390-9. doi: 10.1136/gutjnl-2014-308815.
6. Lucendo A. et al. (2017). Budesonide Orodispersible Tablets are Highly Effective for Treatment of Active Eosinophilic Esophagitis: Results from a Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Pivotal Multicenter Trial (EOS-1). Gastroenterology. Volume 152, Issue 5, Supplement 1, Page S207.