DGP: Leitlinien-App in der Pipeline

Eine gute Nachricht für alle, die sich nach einer pneumologischen Leitlinien-App sehnen: Die DGP hat gerade verlauten lassen, dass sie eine fächerübergreifende Leitlinien-App entwickelt. Die App mit dem Namen Leila soll ab Dezember als kostenfreie Beta-Version für Android und iPhones in den jeweiligen App-Stores zur Verfügung stehen.

Eine gute Nachricht für alle, die sich nach einer pneumologischen Leitlinien-App sehnen: Die DGP hat gerade verlauten lassen, dass sie eine fächerübergreifende Leitlinien-App entwickelt. Die App mit dem Namen Leila soll ab Dezember als kostenfreie Beta-Version für Android und iPhones in den jeweiligen App-Stores zur Verfügung stehen.  

Die mobilen Applikationen werden ja nicht nur für den privaten, sondern auch für den beruflichen Gebrauch immer interessanter. In einer Serie des Deutschen Ärzteblatts werden seit Anfang 2018 regelmäßig medizinische Apps vorgestellt. Dabei geht es zwar nicht um eine "offizielle" Empfehlung oder gar Zertifizierung, sondern um eine orientierende Auswahl aus dem breiten Spektrum an Anwendungen, basierend auf Empfehlungen von Ärzten. Immerhin "durchleuchtet" das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin nach eigener Aussage die vorgeschlagenen Apps "nach vorab festgelegten Kriterien", wozu u. a. die Funktionalität, der Status als Medizinprodukt und der Datenschutz gehören. Pneumologisch interessant im Rahmen der Patientenschulung sind z. B. Kata – Deine Inhalationshilfe oder Smoke free.

Noch keine Evidenz zum Nutzen von Apps, wohl aber von Leitlinien-Treue

Neben privatwirtschaftlichen Anbietern und Patientenorganisationen treten jetzt zunehmend auch die Fachgesellschaften auf den Plan. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) hat auf ihrer Jahrestagung in Mannheim im vergangenen Jahr eine Reihe von neuen Apps für den Krankenhausbetrieb vorgestellt. Mit der Darstellung der Leitlinien-basierten Behandlungspfade für die wichtigsten akuten kardiologischen Erkrankungen soll die optimierte klinische Entscheidung unkompliziert unterstützt werden.

Evidenz, ob das klappt, ist bislang rar. Profunde Evidenz gibt es laut der Fachgesellschaft allerdings für den entscheidenden Einfluss auf die Behandlungsqualität, den die akkurate Einhaltung von Leitlinien haben soll. Die DGK hofft dementsprechend auf eine App-Nutzung auf breiter Basis und verweist auf den Digitalisierungsreport 2018, demzufolge bei mehr als  600 befragten Ärzten digitale Lösungen für Leitlinien auf Platz eins standen.

Bei der Frage, wer Apps für die Versorgung empfehlen soll, etwa über leitlinienähnliche Listen, sprach sich die ärztliche Mehrheit klar für die Medizinischen Fachgesellschaften aus (70%), gefolgt von der Selbstverwaltung wie Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (38%) und Institutionen wie dem Gemeinsamen Bewertungsausschuss (33%). Der aktuelle Digitalisierungsreport hat übrigens ergeben, dass einige digitale Anwendungen im Gesundheitswesen unter den Kollegen bekannter geworden sind.

Hälfte der Rheumatologen nutzt Apps

Über den Einsatz von mobilen Apps in der Rheumatologie wurde vor wenigen Wochen beim Jahreskongress der rheumatologischen Fachgesellschaft berichtet, wie wir einem Beitrag auf esanum entnehmen. Der Umsatz mit den digitalen Applikationen hat demnach in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt "rasant zugenommen und dürfte 2019 bei 1,6 Millionen Euro liegen". Medical Health Apps richten sich dabei zur Hälfte an chronisch kranke Patienten als die hauptsächliche Zielgruppe, dahinter folgen gesunde und fitnessbewusste Menschen (33%), Ärzte (32%), Krankenhäuser (26%), Krankenversicherungen (17%) und Pharmaunternehmen (14%). Im Jahr 2018 nutzte nach Eigenangaben bereits die Hälfte der Rheumatologen medizinische Apps, 2016 war es noch gut ein Drittel (37%). Studienautoren vom Universitätsklinikum Erlangen entdeckten im Google Play Store 63 und im Apple App Store 128 Apps. Die Qualität der Apps war insgesamt heterogen und klinische Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit nicht auffindbar.

DGP-App: Beta-Launch im Dezember geplant

Die DGIM hat auf ihrer Website übrigens schon eine Unterrubrik DGIM-Apps, wobei das Angebot noch recht übersichtlich ist. Neben einer Kongress- und News-App gibt es, schon seit ein paar Jahren,  die DGIM Leitlinien App. Die Pneumologie ist dort allerdings nur mit der längst abgelaufenen (!) Version der S3-Leitlinie Lungenkarzinom vertreten.

Gut also, wenn sich die DGP jetzt um ein fachspezifisches Leitlinien-App-Angebot kümmert, wobei der interdisziplinäre Ansatz charmant und praxisrelevant erscheint. Man darf gespannt sein, wie die Umsetzung gelingt. Wer sich für den Beta-Launch registrieren möchte, kann das hier tun.

Abkürzungen:
DGIM = Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V.
DGP = Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.

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