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Herzschwäche nach Pneumonie: nicht nur alte Patienten sind gefährdet

Nach einer ambulant erworbenen Pneumonie ist das Herz der Patienten im Auge zu behalten. Denn das Risiko für Herzversagen ist danach relevant erhöht – und das über alle Altersgruppen hinweg.

Nach einer ambulant erworbenen Pneumonie ist das Herz der Patienten im Auge zu behalten. Denn das Risiko für Herzversagen ist danach relevant erhöht – und das über alle Altersgruppen hinweg.

Diese Erkenntnis liefert eine große kanadische Kohortenstudie, die gerade im British Medical Journal publiziert wurde.

Die Gefährlichkeit der ambulant erworbenen Pneumonie (CAP) ist bekanntlich nicht zu unterschätzen. Unter den Infektionskrankheiten, die tödlich ausgehen, liegt sie bei uns in Führung. Ein relevanter Teil der CAP-Patienten ist im weiteren Verlauf von einer chronischen Herzinsuffizienz bedroht. Dabei denkt man typischerweise vor allem an alte und hospitalisierte Patienten, die bisher auch im Fokus entsprechender Untersuchungen standen. Die Nachbeobachtungszeit war dabei mit höchstens 30 Tagen üblicherweise recht kurz.

Prospektive Kohortenstudie mit Follow-up über 10 Jahre

Kanadische Wissenschaftler haben sich deshalb die Situation in einem Follow-up über 10 Jahre genauer angeschaut. Sie schlossen prospektiv fast 5.000 CAP-Patienten ab einem Alter von 17 Jahren und ohne Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte in ihre Studie ein. Jeder Teilnehmer wurde mit bis zu 5 Kontrollpersonen bezüglich Alter, Geschlecht und Versorgungssetting abgeglichen, sprich gematcht. Die Behandlung erfolgte in 63% der Fälle ambulant. Das Durchschnittsalter betrug 55 Jahre.

Statistisch ermittelt wurde das Risiko für  die stationäre Aufnahme wegen Herzinsuffizienz. Und das kam dabei heraus:

Bei Patienten unter 65 Jahren doppelt bis dreifach erhöhtes Risiko

Relative Risikoerhöhung für CAP-Patienten gegenüber den Kontrollpersonen:

Absolute Risikoerhöhung für CAP-Patienten gegenüber den Kontrollpersonen:

Bei einem beträchtlichen Teil der Studienteilnehmer wurde der kombinierte Endpunkt aus Herzinsuffizienz oder Tod jeglicher Ursache erreicht: zu 41% bei den CAP-Patienten, zu 26% bei den Kontrollpersonen.

In der Gruppe der jüngeren Pneumonie-Patienten war also das relative Risiko für ein Herzversagen fast verdoppelt, bei den Hospitalisierten unter ihnen sogar verdreifacht. Für die Betagteren lag zwar die relative Risikoerhöhung gegenüber Lungengesunden niedriger, dafür waren hier die absoluten Zahlen erwartungsgemäß deutlich höher.

Fazit für die Praxis

Ein kausaler Zusammenhang kann mit einer Kohortenstudie zwar nicht nachgewiesen werden. Die Implikationen für den Arzt sind dennoch ziemlich praxisrelevant:

Referenz:

Eurich DT et al. Risk of heart failure after community acquired pneumonia: prospective controlled study with 10 years of follow-up. BMJ 2017;356:j413.