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Kirche oder Kaufhaus: Hauptsache kühl …

Willkommen in den Hundstagen, deren Temperaturen gerade für Lungenkranke zur besonderen Tortur werden können. Welche Empfehlungen geben Sie hitzegeplagten Patienten so mit auf den Weg?

Willkommen in den Hundstagen, deren Temperaturen gerade für Lungenkranke zur besonderen Tortur werden können. Welche Empfehlungen geben Sie hitzegeplagten Patienten so mit auf den Weg?

Wie wäre es damit: "Wenn Sie nichts anderes zu tun haben und auch nicht zu Hause bleiben wollen, dann suchen Sie zwischendrin bewusst kühle Orte auf. Dies kann eine Kirche oder z. B. die Kühlwarenabteilung eines Supermarktes sein."

Zum Abkühlen ins Einkaufszentrum

Dieser coolen Empfehlung sind wir auf dem Selbsthilfe-Portal Netzwerk-Lunge.org begegnet, das seinen Lesern diverse "COPD-Tipps für die Hundstage" offeriert. Im WHO-Guide Public health advice on preventing health effects of heat lautet einer von 16 allgemeinen Ratschlägen für das Verhalten bei Hitzewellen: "Verbringen Sie, wenn es Ihnen nicht möglich ist, Ihr Heim kühl zu halten, 2–3 Stunden am Tag an einem gekühlten Ort (z. B. in einem klimatisierten öffentlichen Gebäude)."

Entsprechende Hinweise für Patienten – und ihre Angehörigen (!) – sind sehr wichtig, auch wenn sie teilweise etwas banal anmuten mögen. Ein praxiseigenes Infoblatt lässt sich leicht dazu erstellen. In der erwähnten, im Jahr 2011 aktualisierten WHO-Publikation, die es anscheinend nur auf Englisch gibt, sind auch Informationen für die Versorgungsprofis enthalten. Etwa zu Risikofaktoren für Hitzeerkrankungen und -sterblichkeit, medikamentösen Nebenwirkungen bei heißem Wetter oder auch zum ubiquitär erhältlichen Ratschlag, "ausreichend" zu trinken.

Trinkempfehlung: Wie viel ist "ausreichend"?

Laut WHO-Guide sollte die Trinkmenge annähernd 150 %, also etwa das Eineinhalbfache, des Flüssigkeitsverlusts (v. a. über Urin und Schweiß) betragen. Zu beachten ist dabei:

Gemeinhin wird Erwachsenen ja ein Trinkvolumen von 2–3 Litern empfohlen. Alkohol, Limo und (zu viel) Koffein sind zu meiden, Mineralwasser plus Frucht- oder Gemüsesaft dagegen gut, ebenso ungezuckerter Kräuter- und Früchtetee, warme Getränke sind besser als kalte.

Sterberisiko für Lungenkranke deutlich erhöht

Die Empfehlungen zum Trinkverhalten sind natürlich individuell anzupassen. Im Kontext des letztjährigen DGP-Kongresses hat die Fachgesellschaft empfohlen, "Frühwarn- und Interventionssysteme zu erarbeiten und Lungenpatienten während der Sommermonate telemedizinisch zu betreuen". Denn die sommerlichen Hitzewellen sollen das zusätzliche tägliche Sterberisiko bei Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen um bis zu 14 % erhöhen, bei längeren Hitzewellen sogar bis zu 43 %.

Die präventiven Ratschläge sollten sich wohl auch auf das Badeverhalten beziehen, wie eine aktuelle Meldung auf esanum.de zeigt: "Senioren unterschätzen häufig die Gefahren beim Schwimmen", heißt es da.

Patienten-Tipp: Mutmach-Blog

Wie ihm beim ersten Schwimmversuch nach mehreren Jahren die Luft wegblieb, beschreibt der Österreicher Eberhard Jordan im aktuellen Beitrag auf seinem myCOPD-Blog – unter der Überschrift "… nur nicht stehen bleiben …". Der COPD-Patient befindet sich im Stadium 3 (zuvor 4) und hat bereits eine Ventilimplantation hinter sich. Er schreibt den Blog, "um Menschen, die auch COPD und Lungenemphysem haben, Mut und Zuversicht zu geben". Und er plädiert dafür, "die Krankheit nicht einfach nur hinzunehmen und den Verlauf abzuwarten". Vielleicht ist die Blog-Lektüre für den ein oder anderen Patienten ja auch ein lohnender Patienten-Tipp.

Abkürzungen:
DGP = Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V.