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TED-Fragen der speziellen Sorte: Hätten Sie’s gewusst?

TED-Kasuistiken sind eine feine Sache: unterhaltsam, anregend und informativ, denn es werden ja immer ein paar besondere Fälle dargestellt, wie man sie nicht alle naselang in der Praxis sieht.

Von der unklaren Raumforderung bis zum paradoxen Broncholyse-Test

TED-Kasuistiken sind eine feine Sache: unterhaltsam, anregend und informativ, denn es werden ja immer ein paar besondere Fälle dargestellt, wie man sie nicht alle naselang in der Praxis sieht. Andererseits werden auch alltagsrelevante Einschätzungen abgefragt und da möchte man nicht so gerne daneben liegen. Ein bisschen spannend ist es also auch, Anonymität hin oder her.

Etablierte TED-Kasuistik-Konferenz beim DGP-Kongress

Folglich stand letzte Woche die TED-Kasuistik-Konferenz "Spannende Fälle – hätten Sie es gewusst?" auf unserem Besuchsplan beim DGP-Kongress in Dresden. Schon seit zehn Jahren bietet das schwedische Unternehmen MEDA Pharma (das sich vor zwei Jahren der US-Generikahersteller Mylan im dritten Anlauf einverleibt hat) dieses Format bei der pneumologischen Jahrestagung an. Fortsetzung folgt, wie zu erfahren war.

Für die Nicht-Anwesenden stellen wir hier mal fünf Fragen und die dazugehörigen Abstimmungsergebnisse aus der Session zusammen, die besonders hängengeblieben sind. Die Referenten sorgten für gute Stimmung im Saal, Sie werden es merken …

Im ersten Fall ging es um die pulmonale Verschattung bei einem COPD-Patienten. Sie war im Thorax-CT im rechten Oberlappen deutlich erkennbar. Weiterer Befund: zentrale Lungenembolie beidseits bei tiefer Beinvenenthrombose rechts.

Frage: Welche Diagnose (betreffend der Raumforderung im rechten OL) halten Sie für am wahrscheinlichsten?

Tja, wir waren ehrlich gesagt bei der Mehrheit dabei, aber die hat halt nicht immer recht, auch wenn’s bei "Wer wird Millionär?" meistens so scheint. Am Ende stellte sich die unklare Raumforderung als ein Aspergillom heraus.

Der nächste Referent hatte eine sehr spezielle Frage zum Warm-up für seinen Fall "Böse Kiwi, guter Smoothie": Welche Punkband gibt es nicht?

  1. Betontod
  2. Schließmuskel
  3. Genitalpilz
  4. Blut-Hirnschranke
  5. Die Ärzte

Das Abstimmungsergebnis haben wir vor lauter Verblüffung nicht bildlich festgehalten, die richtige Antwort aber mitbekommen: Genitalpilz.

Fachlich interessant war die folgende (Ab-) Frage: Eine Aussage ist falsch!

 

Auch hier hat die von uns unterstützte Mehrheit falsch getippt: Der im Supermarkt angebotene Smoothie wird zwecks besserer Haltbarkeit tatsächlich gekocht, besser gesagt pasteurisiert. Das Kiwi-Allergen ist dagegen hitzelabil und so wird – aus Sicht des Allergikers – die böse Kiwi zum guten Smoothie. Um eine ernährungsphysiologische Bewertung ging es an dieser Stelle nicht …

Zum Cool-down hatte der Vortragende, Dr. Jan Baltsch aus Frechen, noch eine witzige Frage zu einem lokalen Vorfall in Köln-Kalk parat: In einer Wohnung nahe des Evangelischen Krankenhauses gab es eine schwere Explosion, bei der ein Mann verletzt wurde. Was war die Ursache der Explosion?

  1. Rauschgiftlabor
  2. Kühlschrank
  3. Gasleitung
  4. Handgranate aus dem 2. Weltkrieg
  5. Pneumotox

Ein faszinierender Befund bei diesen ärztlichen TED-Umfragen besteht ja darin, dass – auch bei streng fachlichen Fragestellungen – meistens jede noch so schräge Antwort irgendjemanden findet, der an sie glaubt. Bei dieser Frage war das auch so. Die Mehrheit tippte allerdings nach dem Prinzip der größten Wahrscheinlichkeit auf die Gasleitung. Dabei hätte man sich als Teilnehmer in einem pneumologischen Symposium denken können, dass die richtige Antwort die fünfte war: Beim Versuch eines 50-Jährigen LOT-Patienten, "Sauerstoff aus einer Vorratsflasche in ein transportables Gerät umzufüllen", kam es "aus noch ungeklärten Gründen" zur Explosion …

Abschließend noch ein Fallbeispiel aus der Praxis, das Ihnen so ähnlich vielleicht auch schon mal passiert ist. Bei einem 32-jährigen behinderten Patienten mit schwerem Asthma kommt es zu einem paradoxen Broncholyse-Test. Was ist die Ursache?

  1. Mitarbeit
  2. Metacholin statt Salbutamol gegeben
  3. Pendelnder Polyp in der Trachea
  4. Gerätefehler (Filter verstopft)
  5. Obstruktive Reaktion auf Salbutamol

Drücken Sie jetzt!

Gegen die von manchen Kollegen vermuteten Fehlerquellen beim Praxispersonal bzw. der gerätetechnischen Ausstattung verwahrte sich der Referent, Dr. Knut Löck aus Kiel. Tatsächlich lag es am Patienten, der sich einen Spaß daraus machte, beim Atmen die Zunge vorne ins Mundstück zu stecken – und das "enorm gut, zeitgerecht und wirklich sehr eindrucksvoll. Nur durch intensive Beobachtung einer unserer MFAs ist uns das aufgefallen", so Löck. Beim anschließenden Selbstversuch, eine nur annähernd so hohe Obstruktion im Broncholyse-Test zustande zu bringen, ist der Pneumologe nach eigenem Bekunden kläglich gescheitert …

Übrigens: Der esanum-Stand beim Kongress war wieder sehr gut besucht. Geduldig warteten die Kolleginnen und Kollegen in der Pausenschlange auf ihren frisch gepressten Orangensaft (330 kg bzw. über 2.000 Orangen an drei Tagen). Und für alle, die nicht vor Ort waren oder nicht an allen Symposien gleichzeitig teilnehmen konnten, bietet esanum eine video- und textgestützte Kongressberichterstattung, die in diesem Umfang ihresgleichen sucht.

Haben Sie auch etwas aus Dresden zu berichten? Dann her damit, die Community freut sich darüber!

Quelle:
Forum Lunge TED-Kasuistik-Konferenz: Spannende Fälle – hätten Sie es gewusst? Industriesymposium der MEDA Pharma GmbH & Co. KG beim 59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Dresden, 15. März 2018.