esanum is an online network for approved doctors

esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

esanum est un réseau social pour les médecins. Rejoignez la communauté et partagez votre expérience avec vos confrères. Actualités santé, comptes-rendus d'études scientifiques et congrès médicaux : retrouvez toute l'actualité de votre spécialité médicale sur esanum.

Widerstehe doch der Sünde …

Deutschland schneidet im europäischen Vergleich "bereits recht gut ab", doch der Blick zum Beispiel auf die Niederlande und die Schweiz zeigt, "dass noch erhebliche Verbesserungen möglich sind". Wovon könnte hier die Rede sein?

Auf jeden Fall nicht vom Fußball. Bei der gerade laufenden Weltmeisterschaft in Russland (wichtige Termine siehe hier) hat sich Deutschland als erste von neun bis dato angetretenen europäischen Mannschaften eine Niederlage eingefangen, nämlich – Sie werden es wissen – gegen Mexiko. Die Niederlande sind bei dieser WM überraschenderweise gar nicht dabei. Nein, um Fußball kann es sich im Einleitungssatz nicht drehen, auch wenn die Schweiz mit ihrem 1:1 gegen Brasilien tatsächlich ein positives Beispiel abgegeben hat.

Eines von vielen Projekten zum verantwortungsvollen Antibiotika-Einsatz: RESIST

Tatsächlich geht es um die verantwortungsvolle Verordnung von Antibiotika. Die Zitate aus dem Einleitungssatz stammen aus der Projektbeschreibung zu "RESIST – Resistenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegserkrankungen". Zu finden ist das Modellprojekt auf der Website des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Denn es wird mit Mitteln des Innovationsfonds ordentlich gefördert: knapp 14 Millionen Euro für 39 Monate.

Gestartet wurde das Projekt vor einem Jahr in den KV-Bezirken Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein, Saarland und Westfalen-Lippe. Initiatoren sind die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Verband der Ersatzkassen (vdek). Etwa 3.000  Haus-, HNO- sowie Kinder- und Jugendärzte sollen mitmachen. Ein spezielles Online-Schulungsprogramm für die teilnehmenden Ärzte soll dabei helfen, das Konzept in den Praxisalltag zu integrieren.

Das Ziel besteht laut der vdek-Vorstandsvorsit­zen­den Ulrike Elsner darin, "Patienten und Ärzte zu einem gezielteren Einsatz mit Antibiotika bei akuten Atemwegserkrankungen zu motivieren und die Zahl unnötiger Antibiotika-Verordnungen weiter einzudämmen". Deutschland liegt zwar im europäischen Antibiotika­-Ranking erfreulicherweise im unteren Drittel. Trotzdem müsste da noch mehr gehen. Denn: "Die Zahl der Verordnungen insgesamt ist mit etwa 39 Milli­o­nen Verordnungen pro Jahr immer noch hoch." Schätzungen zufolge sind 30 % aller Antibiotika-Verschreibungen unnötig und das vor allem bei Atemwegserkrankungen. Mit den RESIST-Evaluationsergebnissen wird Ende 2019 gerechnet.

2017: 31 Millionen Verordnungen durch Niedergelassene

Der Statistikdienstleister IQVIA (früher IMS Health und Quintiles) hat Daten zur Verordnung systemischer Antibiotika durch Niedergelassene für das Jahr 2017 schön übersichtlich auf einer Seite dargestellt. Auf der Ebene der Diagnosekomplexe (ICD-10 Level 2) sieht es so aus:

Die fünf häufigsten Diagnosen (ICD-10 Level 3) waren dabei:

74 % der Verschreibungen gehen auf das HAPI-Konto

Ausgewertet wurden die Verordnungszahlen von Hausärzten, Praktikern und Internisten (HAPI), Pneumologen, Kinder- und Jugendärzten, Gynäkologen, HNO-Ärzten, Neurologen/Psychiatern, Dermatologen, Orthopäden, Urologen sowie Ärzten mit weiteren internistischen Schwerpunkten. Das fachgruppenspezifische Verordnungsranking sieht laut "Hintergrundanalysen" von IQVIA so aus:

Apropos ICD-10: Das Klassifikationssystem hat nach 26 Jahren ausgedient. Gerade eben wurde die ICD-11 von der WHO in Genf offiziell vorgestellt. Darauf werden wir wohl noch zurückkommen.

Abkürzungen:
ICD-10 = Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision