Highlights vom AAIC 2019: Realisierbare Empfehlungen, die allen ein gesünderes Leben ermöglichen könnten

Aktuelle, beim diesjährigen Kongress präsentierte Daten sprechen einmal mehr dafür, dass Lebensstilfaktoren das Potenzial besitzen, andere Risikofaktoren für Demenzen aufzuwiegen.

Aktuelle, beim diesjährigen Kongress präsentierte Daten sprechen einmal mehr dafür, dass Lebensstilfaktoren das Potenzial besitzen, andere Risikofaktoren für Demenzen aufzuwiegen.

Vom 14. bis 18. Juli 2019 fand der AAIC 2019 (Alzheimer Association International Conference) in Los Angeles statt, der größte und einflussreichste Kongress zum Spezialgebiet Demenz, der jedes Jahr führende Grundlagen- und klinische Forschung zusammenbringt, mit dem Ziel, Fortschritte in Prävention, Therapie und Diagnostik zu fördern. 
Zu den hoffnungsvollsten Berichten des Kongresses gehörten fünf Studien, die wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen wollen.1

Kombination mehrerer gesunder Lebensstilfaktoren kann Demenzrisiko um 60% senken

Eine wachsende Anzahl von Arbeiten spricht dafür, dass die Implementierung mehrerer gesunder Lebensstilfaktoren den größtmöglichen Nutzen für die Gesundheit von Gehirn und Körper erbringt. Eine Forschungsgruppe konzentrierte sich auf nur fünf "Niedrigrisiko"-Lebensstilfaktoren: gesunde Ernährung, mindestens 150 Minuten mittlere bis starke körperliche Aktivität pro Woche, Nichtrauchen, wenig bis mäßiger Alkoholkonsum und Beschäftigung mit kognitiv stimulierenden Aktivitäten.
Für die Analyse zogen sie Daten aus dem 'Chicago Health and Aging Project' sowie dem 'Rush Memory and Aging Project' heran, welche insgesamt 2.351 Teilnehmer über 9 resp. 6 Jahre nachverfolgten. Fast ein Viertel (23%) entwickelten eine Alzheimer-Demenz. Personen, die 4–5 der genannten Lebensstilfaktoren praktizierten, hatten ein um 60% reduziertes Demenzrisiko gegenüber denjenigen, die keine oder nur eine der Komponenten in ihrem Leben umsetzten. Die Einhaltung von einem Lebensstilfaktor mehr entspräche einer Risikoreduktion um zusätzliche 22%, unabhängig davon, wie viele Faktoren derjenige sonst erfüllte.

"Diese Studie unterstreicht die Wichtigkeit der Einhaltung multipler gesunder Lebensgewohnheiten für die Senkung des Alzheimer-Risikos", fasst Prof. Klodian Dhana, PhD, vom Rush University Medical Center in Chicago, zusammen. "In den USA ist die Adhärenz an eine gesunde Lebensweise gering und daher sollte es zum primären Anliegen der öffentlichen Gesundheitspolitik werden, diese Lebensstilfaktoren zu fördern."2

Um weiter zu erforschen, ob mehrgleisige Lebensstiländerungen die kognitive Funktion bei gefährdeten Personen schützen können, führt die Alzheimer's Association die erste groß angelegte, populationsbasierte Studie 'U.S. POINTER' durch, die Interventionen wie körperliche Aktivität, Ernährungsberatung bzw. -umstellung, kognitive und soziale Stimulation und verbessertes Selbstmanagement der Gesundheit beinhalten wird. Erste Ergebnisse werden für 2023 erwartet.

Gesunde Lebensweise kann genetischen Risikofaktoren für Demenz entgegenwirken

Ein Forscherteam der Universität Exeter kam anhand spannender Längsschnittdaten von fast 200 Tsd. Europäern im Alter über 60 Jahren zu dem Ergebnis, dass die Einhaltung einer gesunden Lebensweise das Demenzrisiko senkt, selbst wenn eine genetische Prädisposition besteht.
Basierend auf genomweiten Assoziationsstudien zu Alzheimer berücksichtigten sie alle bekannten, mit Alzheimer assoziierten Mutationen in einem polygenen Risikoscore und ordneten 1.769 Fälle von Demenz dementsprechend einem hohen, mittleren oder niedrigen genetischen Risiko für Demenz zu. Zudem gruppierten sie die Betroffenen nach gesundem, intermediärem und ungesundem Lebensstil. Als günstig werteten sie Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und gemäßigten Alkoholkonsum.

Sie fanden heraus, dass Personen mit hohem genetischem Risikoprofil und ungünstiger Lebensführung ein fast dreimal höheres Demenzrisiko haben als Personen mit "guten Genen" und gesunder Lebensweise (HR = 2,83; p < 0,001). Innerhalb der Subgruppe mit hohem genetischem Risiko erbrachte eine gesunde (gegenüber der ungesunden) Lebensweise eine Risikoreduktion um 32% (HR = 0,68; p = 0,008).
Doch das Spannendste war: genetische Faktoren hatten keinen signifikanten Einfluss auf den Zusammenhang zwischen gesundem Lebensstil und Demenzrisiko.2

Lesen Sie im nächsten Beitrag mehr zu den Highlights des Kongresses!

Referenzen:
1. AAIC 2019 Highlights New Research Showing Healthy Lifestyle May Offset Environmental and Genetic Risk of Alzheimer’s Disease. AAIC (2016). Available at: //www.alz.org/aaic/releases_2019/AAIC19-Wed-release-NewResearch.asp. (Accessed: 12th August 2019)
2. Lifestyle Interventions Provide Maximum Memory Benefit When Combined, May Offset Elevated Alzheimer’s Risk Due to Genetics, Pollution. AAIC (2016). Available at: //www.alz.org/aaic/releases_2019/sunLIFESTYLE-jul14.asp. (Accessed: 12th August 2019)

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