Premiere: 1. jährlicher ESMO Brustkrebs-Kongress

Vom 2.-4. Mai wurde in Berlin erstmalig der 'ESMO Breast Cancer' Kongress ausgetragen, der zukünftig jährlich Forscher und klinisch tätige Spezialisten dieses Gebietes zusammenbringen soll.

Vom 2.-4. Mai wurde in Berlin erstmalig der 'ESMO Breast Cancer' Kongress ausgetragen, der zukünftig jährlich Forscher und klinisch tätige Spezialisten dieses Gebietes zusammenbringen soll.

Diese von der European Society of Medical Onocolgy (ESMO) organisierte Konferenz stand ganz im Zeichen der weltweit zweithäufigsten Krebsdiagnose: innovative Therapien, DNA‑Schäden, frühe klinische Möglichkeiten, Immuntherapie und Brustkrebs-Ansprechen, Metabolismus, Resistenz auf gezielte Therapien und Regulation der Diversität bei Brustkrebs.1
Einige der spannendsten Themen haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Der ESMO Breast Cancer 2020 wird ebenfalls in Berlin stattfinden, und zwar vom 7.-9. Mai 2020.

Brustkrebs bei jungen Frauen: gute Ergebnisse bei empfohlener Therapie

Zwei auf dem Kongress vorgestellte Studien gaben die Situation wieder, dass Mammakarzinome bei jungen Frauen oft aggressiver sind als bei älteren: ihre Tumoren sind häufiger triple negativ (20% laut einer der Studien aus Portugal) oder HER2‑positiv (28%).
Doch die Outcomes sind gut und die Überlebens- und Rezidivraten nicht schlechter als bei anderen Brustkrebspatienten, wenn leitliniengerecht behandelt wird, so die zweite Studie aus der Schweiz. Die Rezidive waren zumeist lokal und nicht metastatisch. Das 3- bzw. 5‑Jahres-Risiko für ein Lokalrezidiv lag bei 4,7% bzw. 9,5%. Nach 3 und 5 Jahren betrug das krankheitsfreie Überleben (DFS) 94,3% respektive 91,2%.
ESMO‑Sprecher Dr. Matteo Lambertini von der Universität Genua, Italien, betonte, dass junges Alter per se keinen Grund für eine intensivere Therapie darstellt.2

'Stop&Go'-Studie: Vorteil kontinuierlicher gegenüber intermittierender Chemotherapie für Patienten mit fortgeschrittenem HER2-negativen Mammakarzinom

In einer Phase‑III-Studie wurden Patienten entweder zu einem intermittierenden Behandlungsplan (4 Zyklen - Pause - weitere 4 Zyklen) oder einem kontinuierlichen Zeitplan mit denselben 8 Zyklen, aber fortlaufend verabreicht, randomisiert. Sowohl Erst- als auch Zweitlinientherapie folgten diesem Muster. Die kontinuierliche Variante führte zu einer leichten Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS 14,6 versus 16,6 Monate) sowie zu einer Erhaltung der Lebensqualität (die im intermittierenden Arm abnahm).3

'ONCOLLEGE-001': Weltweite Umfrage zur HER2‑Testung

Eine internetbasierte Erhebung zur HER2-Testung in 45 Ländern warf Fragen danach auf, wie Ressourcen für potentiell lebensrettende HER2-targeted Therapien eingesetzt werden sollten, insbesondere in ärmeren Ländern. Selbst wenn HER2‑Diagnostik verfügbar war, war sie für viele Frauen zu teuer und unzugänglich, vor allem in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. 15-20% der Brustkrebspatientinnen sind HER2‑positiv und würden von Trastuzumab und anderen HER2‑targeted Medikamenten profitieren.4

42% der Befragten aus dem oberen Segment der mittleren Einkommensgruppe und 34% des unteren Segmentes gaben an, dass HER2‑Diagnostik nur in einem privaten Setting oder im Ausland zur Verfügung stehe (zum Vergleich: 5% in Ländern mit hohem Einkommen).

"Man kann die Mikroskope haben, die Antikörper und Sonden und zertifizierte Laboratorien, aber wenn sich die Patienten die Tests nicht leisten können oder keine Versicherung haben, werden sie nicht getestet", sagt Studienautorin Dr. Sara Altuna, Caracas, Venezuela.

HER2-positiver Brustkrebs: Therapie-Deeskalation muss personalisiert werden  

Die Einführung von Anti‑HER2‑Therapien hat einen großen Überlebensgewinn beim frühen und fortgeschrittenen HER2‑positiven Brustkrebs mit sich gebracht. Daher besteht nun der Bedarf, die Intensität und Nebenwirkungen dieser Therapie zu senken.
Die 'PERNETTA'-Studie untersuchte eine Deeskalationsstrategie, bei der in der Erstlinientherapie des metastatischen, HER2‑positiven Mammakarzinoms auf eine Chemotherapie verzichtet wird. Teilnehmer der Phase‑II-Studie wurden zu Pertuzumab + Trastuzumab, entweder mit oder ohne Chemotherapie randomisiert, gefolgt von Trastuzumab-Emtansine (T‑DM1) bei Progress.
Diese Strategie verschlechterte nicht das Gesamtüberleben nach 2 Jahren (77% vs. 76%), aber verkürzte das PFS signifikant (8,4 vs. 23,3 Monate). Die Ergebnisse unterschieden sich nicht nach Hormonrezeptor-Status und die Lebensqualität während Erstlinientherapie war zwischen den Gruppen ebenfalls vergleichbar. Diejenigen, die nur Antikörper erhielten, berichteten allerdings weniger Haarausfall, Entzündungen der Mundhöhle, Übelkeit und Fatigue.5

Referenzen:
1. European Society for Medical Oncology (ESMO) Breast Cancer 2019, Maritim Hotel Berlin, Berlin, Germany | eMedEvents. Available at: https://www.emedevents.com/c/medical-conferences-2019/european-society-for-medical-oncology-esmo-breast-cancer-2019. (Accessed: 13th May 2019)
2. Breast Cancer in Young Women: Good Outcomes with Advised Therapy [ESMO Press Release]. Available at: https://www.esmo.org/Press-Office/Press-Releases/Breast-cancer-young-women-aggressiveness-recurrence-Cima-Eiriz.
3. Continuous Chemotherapy Improves Outcomes and Quality of Life in Advanced Breast Cancer [ESMO Press Release]. Available at: https://www.esmo.org/Press-Office/Press-Releases/advanced-breast-cancer-continuous-chemotherapy-stop-go-Erdkamp-Claessens.
4. Global HER2 testing survey raises questions about priorities for breast cancer resources, 07-May-19. epgonline.org Available at: https://www.epgonline.org/uk/news/global-her2-testing-survey-raises-questions-about-priorities-for-breast-cancer-resources.html. (Accessed: 13th May 2019)
5. HER2 Positive Breast Cancer: Treatment De-escalation Needs to Be Personalised [ESMO Press Release]. Available at: https://www.esmo.org/Press-Office/Press-Releases/Breast-cancer-HER2-deescalation-Pernetta-Huober.

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