Ärzte im (Un-)Ruhestand

Keine engen Zeitpläne mehr zu haben, freut wohl die meisten Ruheständler. Doch was nun? Gut jeder Dritte engagiert sich freiwillig. Beliebt sind Sportvereine. Wer ärztlich tätig bleiben möchte, findet  Einsatzmöglichkeiten im In- und Ausland.

Dass nicht jedem der abrupte Rückzug ins Private liegt, zeigt der Filmklassiker "Pappa ante portas" mit Victor von Bülow alias Loriot und Evelyn Haman auf komödiantische Weise. Gerade niedergelassene Ärzte arbeiten häufig über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus. Aktuell liegt es bei 65 Jahren und 7 Monaten für den Geburtsjahrgang 1953 in der Gesetzlichen Rentenversicherung. Ab Jahrgang 1964 beginnt die Rente mit 67. Die schrittweise Anhebung des Eintrittsalters gilt im Prinzip auch für die Versorgungswerke der Ärzte, wobei es je nach Kammerregion zu Abweichungen bei der monatlichen Staffelung kommen kann.

Doch auch für die knapp 16.000 niedergelassenen Ärzte, die derzeit älter als 65 Jahre sind, steht irgendwann die Entscheidung an, sich aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Und nun? "Uns rufen Ärzte etwa ein halbes bis ein Jahr nach ihrem Eintritt in den Ruhestand an und fragen nach einer Möglichkeit, sich zu engagieren", sagt Sabine Eckardt vom Hartmannbund. Wichtig sei die freie Zeiteinteilung. Daher ist eine Gutachtertätigkeit gefragt. Auch die ärztliche Tätigkeit im Ehrenamt findet Zuspruch. Der Hartmannbund recherchiert nach geeigneten Stellen und berät. Eckardt: "Ärzte müssen im Ehrenamt ihre Berufshaftpflicht fortführen, dann aber in geringerem Umfang."

Je höher die Schulbildung desto höher das freiwillige Engagement. Gut jeder zweite Erwachsene mit Abitur oder ähnlichem Abschluss ist ehrenamtlich tätig, in den alten Bundesländern häufiger als in den neuen. Nur Schülerinnen und Schüler sind noch engagierter. Später üben mehr Männer als Frauen ein Ehrenamt aus. Mit 65 Jahren und älter engagiert sich noch gut ein Drittel der Bevölkerung auf freiwilliger Basis. Die Ergebnisse stammen aus dem Freiwilligensurvey des Deutschen Zentrums für Altersfragen, dessen aktuellste Zahlen für das Jahr 2014 vorliegen. Rückblickend auf das Jahr 1999 lässt sich jedoch erkennen, dass die Bereitschaft zum Ehrenamt kontinuierlich zugenommen hat.

Freiraum für Neues

Ein Ehrenamt bietet Freiraum, um Neues auszuprobieren. Bezogen auf eine ärztliche Tätigkeit könnte dies bedeuten, sich mehr Zeit für das Gespräch mit Patienten zu nehmen oder dort tätig zu werden, wo der Bedarf besonders hoch und die Erfolge besonders sichtbar sind. Der Hartmannbund kooperiert mit dem Senior Experten Service (SES) der Einsätze von einigen Wochen bis maximal 6 Monate weltweit vermittelt. Einsätze in Deutschland dauern i.d.R. einige Stunden pro Woche, sind aber längerfristig angedacht.

Für die Einsätze im Ausland fallen Kosten an, die jedoch – so informiert der SES auf seiner Homepage – aufgrund von privater und öffentlicher Unterstützung für die Interessenten gering gehalten werden können. Bei den Kosten für die Projektbearbeitung, die Nebenkosten und internationalen Reisekosten, prüft der SES im Einzelfall, inwieweit diese anteilig oder vollständig aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gedeckt werden können. Kosten, die vor Ort anfallen (z.B. Unterkunft, Verpflegung, Transport, ggf. Dolmetscher, Taschengeld), tragen die Auftraggeber, ggf. besteht die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung.

Wer sich hierzulande engagieren möchte, wird auch auf regionalen Ehrenamtsbörsen fündig, die i.d.R. von den Kommunen unterstützt werden. Das Spektrum ist breit. Dem Survey zufolge engagieren sich mehr als ein Drittel im Bereich Sport und Bewegung, was häufig über Vereine geschieht. Mit Abstand folgen Schule und Kindergarten, Kultur und Musik, sozialer Bereich und kirchlich oder religiöser Bereich mit je rund 20 Prozent. Im Gesundheitssektor engagieren sich etwa 6 sechs Prozent. Bei den Älteren sind die Durchführung und Organisation von Treffen sowie konkrete praktische Tätigkeiten beliebt, gefolgt von Beratung, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit und persönlichen Hilfestellungen. Mehr als die Hälfte engagiert sich bereits länger als zehn Jahre.

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