"Wie geht’s Ihnen heute, Frau Kollegin, Herr Kollege?"

Über die Gesundheit der Ärzte in Deutschland und ihren Krankenstand ist wenig bekannt. Und was sagt der Krankenstand über die Gesundheit? Teils sind Aussagen widersprüchlich. Dies lohnt einen Blick auf die Datenbasis. Für die Relevanz des Themas spricht die Stiftung Ärztegesundheit.

Krankheiten gehören zum Leben. Im Schnitt sind Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zehn bis elf Tage pro Jahr krankgeschrieben, informiert das Statistische Bundesamt. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse sind Ärzte etwa acht Tage pro Jahr krankgeschrieben, im TK-Durchschnitt sind es gut 15 Tage. Ähnlich günstige Werte weist der BKK-Gesundheitsbericht aus. Ärzte zählen demnach zu den zehn Berufsgruppen mit dem niedrigsten Krankenstand und wenn sie erkranken, ist ihre AU-Dauer mit 10,6 Tagen je Fall ebenfalls unterdurchschnittlich. Dies deckt sich in etwa mit den Angaben des krankenkassenübergreifenden Gesundheitsberichts für Berlin-Brandenburg.

Doch bilden die Kassendaten tatsächlich das reale Krankheitsgeschehen der Ärzte ab? Im Unterschied zu anderen Berufsgruppen lässt sich vermuten, dass unter Ärzten der Anteil der Privatversicherten besonders hoch ist. Wie hoch, ist unbekannt. Die privaten Versicherungen äußern sich hierzu nicht. Ebenso rar sind Informationen zum Krankenstand der PKV-Versicherten. Bekannt ist höchstens, dass die Gruppentarife für Ärzte meist günstiger sind, da diese unter der Annahme kalkuliert werden, dass sich viele Ärzte zunächst kollegial untereinander beraten, ohne das Versicherungssystem zu nutzen. Dies dürfte sich dann auch im niedrigen Krankenstand gemäß Krankenkassendaten niederschlagen.

Der Frauenanteil ist unter den gesetzlich versicherten Ärzten besonders hoch. Von den über 60.000 Ärzten, die bei der TK versichert sind, sind zwei Drittel weiblich. Bei den 12.000 BKK-Versicherten ist das Verhältnis ähnlich. Die gesetzliche Krankenkasse wird nicht nur im Rahmen einer Pflichtversicherung zu Berufsbeginn oder aufgrund von Teilzeit gewählt, sondern auch im Zuge einer freiwilligen Mitgliedschaft. Nach Angaben des BKK-Dachverbands sind über 40 Prozent der Ärzte freiwillig bei einer BKK versichert, unter Männer ist der Anteil höher als unter Frauen.

Nichtsdestotrotz bieten die Krankenkassendaten eine Basis, um sich dem Gesundheitsstatus von Ärzten zu nähern (siehe Abbildung). Eine Auswertung der TK-Versichertendaten zeigt, dass Ärzte meistens aufgrund von Krankheiten der Atmungsorgane (F10) arbeitsunfähig geschrieben werden, gefolgt von infektiösen und parasitären Erkrankungen (F1). Gleich auf sind Krankheiten des Verdauungssystems (F11) und des Muskel-Skelett-Systems und Bindegewebes (F13). Aber auch Symptome und Laborbefunde (F18) sowie Verletzungen und Vergiftungen (F19) sind von Bedeutung. An siebte Stelle rangieren psychische und Verhaltensstörungen (F5).

Angesichts der hohen psychischen Beanspruchung, die die ärztliche Tätigkeit mit sich bringt und einer immer wieder berichteten überdurchschnittlich hohen Suizidrate, wäre auch eine stärkere Inanspruchnahme des Gesundheitssystems aufgrund von psychischen Problemen plausibel gewesen. Der BKK-Report weist darauf hin, dass Ärzte bei vielen Hauptdiagnosegruppen zu den zehn Berufsgruppen mit dem geringsten Krankenstand zählen. Doch gilt dies weder für psychische Erkrankungen noch für Verletzungen und Vergiftungen.

Möglicherweise ist der Präsentismus unter Ärzten besonders verbreitet. Auch die Tendenz zur Selbstbehandlung wird bei Ärzten ausgeprägter sein als in anderen Berufsgruppen. Es gibt noch viele offene Fragen. In Norddeutschland führten sie zur Gründung der Stiftung Ärztegesundheit.

Nur eins ist sicher, auch Ärzte dürfen krank werden. Ein Medizinstudium feit vor Krankheit nicht.

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