esanum is an online network for approved doctors

esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

esanum est un réseau social pour les médecins. Rejoignez la communauté et partagez votre expérience avec vos confrères. Actualités santé, comptes-rendus d'études scientifiques et congrès médicaux : retrouvez toute l'actualité de votre spécialité médicale sur esanum.

Harninkontinenz junger Frauen – ein unterschätztes Problem?

Die Harninkontinenz als Problem des älteren Menschen sowie als Komplikation nach Entbindungen ist weitreichend bekannt und vielfach erforscht.

Eine australische Forschergruppe hat sich nun zum Ziel gesetzt, die Harninkontinenz von jungen Frauen mit Nulligravida, also bislang nicht schwanger gewesenen Frauen, zu hinterfragen (Urinary Incontinence in Young Nulligravid Women: A Cross-sectional Analysis. O'Halloran T, Bell RJ, Robinson PJ, Davis SR. Ann Intern Med. 2012 Jul 17;157(2):87-93.).

In der im Juli dieses Jahres veröffentlichten Studie wurden hierzu die Harninkontinenz (King’s Health Questionnaire), die psychologische Situation (Psychological General Well-Being Index, PGWBI), sowie die körperliche Aktivität (International Physical Acitivity Questionnaire) mittels der genannten Fragebögen erfasst.

Rückläufig und analysierbar waren 1002 der 1620 verschickten Fragebögen. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 22,5 Jahren (Standardabweichung 2,5 Jahre). Nach Auswertung der Fragebögen kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass Symptome einer Harninkontinenz bei 12,6% der befragten Frauen bestanden. Die statistische Analyse der Kofaktoren zeigte, dass die Rate an Harninkontinenz am höchsten bei sexuell aktiven Frauen ohne Einnahme oraler Kontrazeptiva ist. Hinsichtlich des psychologischen Aspekts zeigte sich, dass Frauen mit Harninkontinenz ein schlechteres Wohlbefinden zeigen – keine wirkliche Überraschung.

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die Prävalenz von Harninkontinenz junger Frauen deutlich unterschätzt werde. Die Korrelation der sexuellen Aktivität könne ein Hinweis darauf sein, dass mechanische Komponenten der Kohabitation eine Rolle in der Genese spielten. Ob die korrelierende Einnahme von oralen Kontrazeptiva ursächlich bedeutsam oder eher statistisch zufällig ist, bleibe zur Diskussion.

Wie ist Ihre praktische Erfahrung mit Harninkontinenz junger Frauen? Deckt sich Ihr Eindruck mit den Studienergebnissen und was sind Ihre gefundenen Gründe und Ursachen für Harninkontinenz junger nulligravider Frauen?