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Zur Abwechslung mal ein Grund für mehr Antibiotika?

Fast die Hälfte aller Menschen mit chronischen Rückenschmerzen könnte durch eine einfache Antibiotikatherapie von ihren Schmerzen befreit werden. Das behaupten Forscher der University of Southern Denmark und der University of Birmingham im European Spine Journal.

Laut den Forschern werden die Schmerzen bei ungefähr 40% der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen bei Zustand nach Bandscheibenvorfall durch eine Infektion mit Propionibacterium acnes oder anderen Bakterien verursacht. Propionibacterium ances findet sich gewöhnlicher Weise auf der Haut und verursacht Akne.

Bandscheibenvorfälle erleichterten den Bakterien den Eintritt zwischen Bandscheiben und Wirbel, wo sie schmerzhafte Entzündungsreaktionen auslösen können, welche oft nur mit dem Prolaps und nicht mit eventuell zusätzlich vorhandenen Bakterien in Verbindung gebracht werden. Durch die chronische Infektion können die Wirbel auf Dauer geschädigt werden. In der Studie wurde gezeigt, dass circa 40% der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen für mehr als sechs Monate und Bandscheibenprolaps positiv auf Bakterien getestet wurden, vor allem auf Propionibacterium acnes. Die Hälfte der 162 Patienten wurde für 100 Tage mit Amoxicillin und Clavulansäure behandelt und die andere Hälfte mit einem Placebo.

Die Antibiotikatherapie war in 80% der Fälle erfolgreich, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen wurden erheblich bis komplett reduziert. Die Forscher warnen zugleich vor einem blinden Einsatz von Antibiotika. Diese sollten nur bei bewiesener bakterieller Besiedlung der Wirbelsäule verwendet werden, um Resistenzentwicklungen der Bakterien zu vermeiden.

Sollten sich die Ergebnisse in Studien mit größeren Fallzahlen, oder durch evidence-based-medicine angefangen in Ihrer Praxis oder Station bestätigen, könnten Millionen von Menschen von ihren chronischen Schmerzen geheilt werden. Vielleicht ist Schmerztherapie kombiniert mit Psycho- und Physiotherapie nicht der einzige Weg.

Wie gehen Sie bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen vor, nachdem sie die sogenannten „red flags“ wie Ausstrahlung ins Bein und Harnverhalt ausgeschlossen bzw. behandelt haben?