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Arterielle Embolie – Glück im Unglück

Liebe Kollegen,

bei uns in der Klinik wurde letztens eine schlanke Frau mittleren Alters aufgenommen mit stechenden Schmerzen im rechten Bein. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Patientin nur noch acht Meter zu Fuß zurücklegen. Pulse der A. dorsalis pedis und A. tibialis posterior rechts waren nicht tastbar.

Die Patientin war aufgrund der genannten Symptomatik eine Woche zuvor bei ihrem Hausarzt und wurde um den Verdacht einer venösen Thrombembolie zu bestätigen zu einem nahegelegenen Radiologen geschickt. Dieser konnte jedoch keine Beinvenenthrombose dokumentieren und sandte die Patientin mit diesem negativen Befund zurück zu ihrem Hausarzt. Aufgrund der weiterhin bestehenden Symptomatik wurde sie dann zu einem Gefäßchirurgen überwiesen, der wiederum auch keine Anzeichen für eine Beinvenenthrombose oder pAVK erkannte und die Patientin in unsere Klinik verwies.

Bei vorliegendem Symptomkomplex halte ich es für beunruhigend, dass keiner der konsultierten Ärzte die Differenzialdiagnosen ausreichend überprüft hat! Es ist keine venöse Thrombembolie, eine pAVK wäre auch auch ungewöhnlich, aber warum hat niemand an eine arterielle Embolie gedacht??

Wir haben sofort eine Angiographie angeordnet, bei der sich ein kompletter Verschluss der A. poplitea rechts zeigte. Die Patientin hatte Glück, dass sich ausreichend Kollateralen gebildet hatten, sodass noch eine minimale Versorgung des Unterschenkels bestehen blieb. Ich bin erschüttert, dass diese Patientin eine Woche lang von Arzt zu Arzt geschickt und keine ausreichende Diagnostik durchgeführt wurde. Es wäre schließlich bei diesem Befund kein Wunder gewesen, wenn aufgrund der Unterversorgung dieser Patientin der Unterschenkel hätte abgenommen werden müssen!!

Haben Sie sich auch schon über nachlässige Arbeit von Kollegen ärgern müssen? Sind die niedergelassenen Kollegen eventuell überfordert oder nehmen sie sich nicht genug Zeit für die Untersuchung eines Patienten? Wie handeln Sie, wenn Ihnen ein Patient zur Abklärung überwiesen wird? Arbeiten Sie nur die Verdachtsdiagnose ab oder gehen Sie auch die Differenzialdiagnosen durch?