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Neue Chance für Latrepirdin/Dimebolin in Alzheimer-Therapie?

Die Geschichte von Latrepirdin beginnt bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, als dieser Wirkstoff in der damaligen Sowjetunion als Antihistaminikum auf den Markt kam. Eine dortige Forschungsgruppe konnte um 1990 herum in Tierversuchen Anhalte dafür finden, dass Symptome des Morbus Alzheimer gelindert werden. Dies blieb von der Fachwelt aber längere Zeit unbeachtet. Der zunehmende Forschungsdruck hinsichtlich neurodegenerativer Erkrankungen führte dann zu u.a. in den USA durchgeführten Phase-3 Studien. Deren hoffnungsvoll erwarteten Ergebnisse waren aber leider enttäuschend und konnten keinen Anhalt für einen Effekt bei menschlichen Patienten mit Morbus Alzheimer bzw. Chorea Huntington erzielen (CONNECTION-Trial sowie HORIZON-Trial).

Im Bestreben eine Erklärung für die positiven Ergebnisse im Tierversuch zu finden beschäftigte sich jetzt eine Forschungsgruppe mit den zellulären Effekten dieses Wirkstoffs. In der aktuell veröffentlichten Studie http://www.nature.com/mp/journal/vaop/ncurrent/full/mp2012106a.html

konnte neben einem kognitiven Benefit der behandelten Mäuse gezeigt werden, dass Latrepirdin die Autophagie, also die intrazelluläre Prozessierung und Ausscheidung von Amyloid der Nervenzellen, erhöht. Vor dem Hintergrund der bekannten erhöhten neuronalen Amyloidablagerung als Ursache der klinischen Symptomatik scheint dies eine plausible Erklärung für die positiven Wirkungen zu sein. Allerdings betrachtet die Fachwelt diesen Wirkstoff weiterhin kritisch und ist sich unsicher, ob die aktuellen Studienergebnisse zu einer Wiederaufnahme bzw. Intensivierung der Forschung führen sollten. Die Autoren der Studie diskutieren die bislang negativen Ergebnisse in den o.g. Phase-3-Studien mit zu geringen Wirkspiegeln bzw. noch zu niedriger Effektivität des verwendeten Wirkstoffs im menschlichen Körper. Was denken Sie über die Ergebnisse? Sollte eine Intensivierung der Forschung erfolgen oder halten Sie dies für ungerechtfertigt, da es bereits Phase-3-Studien mit negativen Ergebnissen gibt?