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Kontroverse aktive Sterbehilfe - Bischof Küng bezieht Stellung

Wie im Ärzteblatt online seit gestern zu lesen ist, hat Klaus Küng, Bischof der niederöstereichischen Diözese St. Pölten Stellung zum Thema aktive Sterbehilfe bezogen.

Küng - der selbst ausgebildeter Arzt ist - betonte in einem Kommentar in der Tageszeitung Österreich, dass eine Gesellschaft, die alten, kranken und behinderten Menschen nicht hilft, sondern sie nach bestimmten Kriterien tötet, zutiefst "inhuman und abstoßend" sei. Belgien, die Niederlande und die Schweiz könnten hier als negative Beispiele gelten, so Küng. Wo Euthanasie legalisiert werde, "entsteht Druck auf Alte und Kranke, auch auf Behinderte und deren Eltern, verbreiten sich Argwohn und Angst vor bestimmten Krankenhäusern und Ärzten."

Keine Einwände sieht er jedoch gegen den Einsatz beruhigender oder schmerzstillender Medikamente, "selbst wenn dies eine gewisse Abkürzung des Lebens mit sich bringt".

Legitim sei es auch , wenn Patienten gewisse Therapien per Patientenverfügung ablehnen.

Daraus dürfe man jedoch nie die Rechtfertigung zu direkter Tötung schlußfolgern.

Niemand, außer Gott "dürfe über sein eigenes Leben oder das anderer verfügen".

Mit seinem Kommentar bezog sich Bischof Küng auf ein Interview mit dem australischen Philosophen Peter Singer und auf einen Kommentar der Schriftstellerin Lotte Ingrisch. Singer hatte darin den in Belgien und in den Niederlanden beschrittenen Weg der rechtlichen Legitimierung aktiver Sterbehilfe als "richtigen Weg" bezeichnet, dem seines Erachtens künftig weitere Länder in Europa folgen werden. Durch die Möglichkeit zur "freiwilligen Sterbehilfe" gewinne der Mensch "Freiheit und Autonomie". Zudem werde "vollkommen unnötiges Leiden reduziert". Als Bedingungen nannte Singer: den freiwilligen und konstanten Wunsch eines geistig zurechnungsfähigen Patienten, eine medizinische Diagnose "eines endgültigen und unheilbaren Zustandes", die Unerträglichkeit von Schmerzen und Leiden bei dem jeweiligen Patienten, den Mangel an Alternativen und letztlich die Meinung eines zweiten unabhängigen Arztes.

Ingrisch hatte in ihrem Kommentar den Menschen als Zellkolonie, nicht unähnlich einem Vogel oder einem Fisch bezeichnet. "Da wir unsere biologische Existenz für die einzige halten, haben wir das Leben für heilig erklärt". Durch den medizinischen Fortschitt verhinderte der mensch "ein natürliches Ende" und führe als Resultat zu familiärem "Elend" und zu "Menschen, die sich selbst überlebt haben: in Altersheimen, Spitälern und häuslicher Langzeitpflege". Heute übe sich die Medizin in einem "Züchten lebender Leichen", meint Ingrisch. Ein "Recht auf den Tod" werde dabei übersehen: "Jeder, dessen physische Existenz unzumutbar geworden ist, soll es für sich selbst einfordern dürfen".

Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrem ärztlichen Alltag bereits mit dem Thema (aktive) Sterbehilfe gemacht? Was halten Sie von der jüngsten Diskussion im Nachbarland? Fühlen Sie sich eventuell von der Politik allein gelassen, oder lehnen Sie weitere Regelungen seitens des Staates ab?