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Chlamydiensyndrom

Sehr geehrte Kollegen,

ich hatte heute eine 50-jährige Patientin bei mir in der hausärztlichen Sprechstunde, die bereits eine lange Patientengeschichte mit komplexer Symptomatik vorzuweisen hat und eine zweite Meinung einhole will. Sie legte mir folgenden Internetausdruck vor mit der Überzeugung, dass sie auch unter dem beschriebenen Syndrom leide. Hier der Link, den es auch beim DÄB gibt:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/26997/Chlamydia-pneumoniae-Ein-Erreger-chronischer-extrapulmonaler-Infektionen-Chlamydiensyndrom .

Ich stehe diesem "Syndrom" skeptisch gegenüber. Meine Patientin hatte nun auch noch vor einer Woche einen elektiven Krankenhausaufenthalt, bei dem ein Chlamydientiter von 1:117 nachgewiesen wurde. Ist diese geringe Titererhöhung überhaupt aussagekräftig? Ich meine, dass ein Großteil der Bevölkerung positiv auf Chlamydien getestet werden würde, aber nur wenige eine Symptomatik aufweisen. Somit wäre doch nur ein rascher Titeranstieg aussagefähig bezüglich eines akuten Geschehens, welches im Zusammenhang mit einer Chlamydienbesiedlung stünde? Haben Sie schon von diesem Syndrom gehört und wie würden Sie handeln? Macht es Sinn der Patientin ein Tetracyclin oder ein Makrolid zu verschreiben und zu beobachten, ob möglicherweise doch unter der Antibiotikatherapie eine Verbesserung der Symptomatik erreicht wird? Soweit ich es überblicken kann, hat die Patientin innerhalb des vergangenen Jahres bereits verschiedenste Diagnostik durchlaufen. Welche differentialdiagnostischen Ansatzpunkte würden Sie noch unbedingt abklären?