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Vollnarkose erhöht das Risiko einer Demenz bei Älteren

Forscher vom INSERM und der Universität Bordeaux (Frankreich) berichteten auf der Euroanaesthesia, dem jährlichen Kongress der Europäischen Gesellschaft für Anästhesiologie, dass ältere Patienten nach einer Vollnarkose ein 35% höheres Risiko haben, eine Demenz zu entwickeln.

Das Team um Dr. Francois Sztark erklärte, dass postoperative kognitive Dysfunktionen, auch postoperatives Delir genannt, in Zusammenhang mit Demenz auch mehrere Jahre nach dem Eingriff stehen kann.

Laut mehreren Studien können verschiedene Narkotika eine Entzündung der Nervenzellen hervorrufen, was zu postoperativem Delir, oder auch Vorläufern von Alzheimer, wie neurofibrilläre Tangles und ß-Amyloid Plaques führen kann. Dr. Sztark schloss in seine Studie 9.294 über 65-jährige randomisierte Patienten ein, welche am Anfang der Studie und nach 2, 4, 7 und 10 Jahren befragt und systematischen kognitiven Tests unterzogen wurden. Die Daten wurden von möglichen Störfaktoren wie Komorbiditäten und sozioökonomischem Status bereinigt.

Doch Narkosen haben nicht nur einen Effekt auf das Gehirn von Älteren, sondern auch von Kindern. Wissenschaftler der Mayo Clinic berichteten im Februar 2013 über das erhöhte Risiko von Kindern, welche häufig einer Vollnarkose ausgesetzt waren, eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) zu entwickeln.

Es wird daher vermutlich und hoffentlich in Zukunft ein größeres Thema werden, wann immer möglich Patienten, egal welchen Alters mit mehr Engagement die Angst vor Teilnarkosen zu nehmen und diese für den Patienten angenehmer zu gestalten, beispielsweise mit Kopfhörern, aus denen die Lieblingsmusik tönt, anstatt sich damit zu begnügen, den Patienten einfach "außer Gefecht" zu setzen, was meist angenehmer für beide, Chirurgen und Anästhesisten ist.

Natürlich muss auch abgewogen werden, welche Narkoseform einen größeren Stressfaktor für den Patienten darstellt. Es geht nicht darum, Patienten zu überreden, sondern möglichst umfassend aufzuklären und eben auch zu beraten.

Welche Erfahrung haben Sie diesbezüglich gemacht? Sind Sie der Meinung, dass Bequemlichkeit, Unterbesetzung (Teilnarkosen bedürfen meist einer größeren Vorlaufzeit und Expertise als Vollnarkosen) und eventuell sogar Unwissen oder "es-dem-Chirurgen-Recht-machen-wollen" der Anästhesisten oftmals eine größere Rolle als die zukünftige Gesundheit der Patienten spielen?